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Hallo Ilay.
Du hast Panikattacken aus Angst, es könnte kein Leben nach dem Tod geben. Aber was wäre daran so schlimm? Was wäre daran anders als ein traumloser Schlaf, aus dem man nur eben nicht mehr erwacht? Für mich hat diese Vorstellung nichts Bedrohliches, im Gegenteil. Wenn ich die Wahl zwischen einem Leben nach dem Tod und dem Nichts hätte, würde ich mich ganz klar für das Nichts entscheiden. Aber dazu habe ich mich an anderer Stelle schon geäußert, das muß ich hier nicht zum Thema machen.
Du bist irgendwie hin und her gerissen, weil Du einerseits glauben möchtest, andererseits aber wissenschaftlich orientiert bist. Dazu möchte ich folgendes sagen:
Ich habe geglaubt (als ich noch glauben wollte), war aber nie religiös. Wenn ich überhaupt so etwas wie eine Religion hatte, dann war es die Naturwissenschaft. Und ich habe nie verstanden, warum sich Glauben und Wissenschaft gegenseitig ausschließen sollten. Selbst ein Stephen Hawking bezieht Gott in seine Gedankengänge über das Universum und seinen Ursprung mit ein. Sein Buch "Eine kurze Geschichte der Zeit" endet mit den Worten "...denn dann würden wir Gottes Plan kennen". Er bezieht sich dabei auf die Hoffunung der Wissenschaft, irgendwann die legendäre Weltformel zu finden, die das gesamte Universum erklären und für jedermann verständlich machen würde.
Was ich damit sagen möchte ist, daß man Glauben und Wissenschaft nicht zwangsläufig voneinander trennen muß. Nur mal ein kleines Gedankenspiel: Die Theologen (zumindest viele von ihnen) kritisieren, die Wissenschaft würde mit ihren Naturgesetzen Gott immer mehr aus dem Universum drängen und ihn überflüssig machen. Tatsächlich verstehen wir die Welt, in der wir leben immer besser und entdecken immer mehr Naturgesetze, die immer mehr Dinge erkären. Also wozu braucht es da noch einen Gott?
So, aber wer stellt sich denn mal die Frage, wie all die perfekt funktionierenden Naturgesetze entstanden sind? Warum sind sie so wie sie sind und nicht anders? Warum haben Naturkonstanten wie z. B. die Lichtgeschwindigkeit exakt den Wert den sie nun mal haben? Wie kommt es, daß alle Gesetzmäßigkeiten so perfekt aufeinander eingestellt sind, daß dieses Universum, das wir mit unserem winzigen Verstand niemals auch nur annähernd erfassen können, so reibungslos funktioniert wie ein geöltes Uhrwerk? Alles nur reiner Zufall?
Du verstehst, was ich meine? Bleib bei Deiner Wissenschaft, aber glaube trotzdem, wenn glauben möchtest. Es gibt dabei keinen Grund für einen Gewissenskonflikt, wenn man das bei Dir mal so nennen darf.
Ob Dein Traum nun so etwas wie ein Nahtoderlebnis war oder doch nicht mehr als eben nur ein Traum, das kann und möchte ich nicht beurteilen. Für ein NTE fehlen einfach die "klassischen" Elemente. Was aber Ähnlichkeit hat ist der Punkt, daß man zurückkommt, weil man seine Lebensaufgabe noch nicht erfüllt hat. Allerdings kommt es dabei auch eher selten vor, daß man selbst den Wunsch äußert, zurückzukehren. Die meisten Menschen mit einem solchen Erlebnis berichten, daß sie zurückgeschickt wurden, obwohl sie es gar nicht wollten.
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