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Der Pianist im Kino












Ich möchte nun gar nicht auf diese Streitfrage eingehen, ob es Gott gibt oder nicht, sondern möchte Euch bitten, mir Eure Meinungen zu folgendem (sicherlich schon bekannten) Sachverhalt zu präsentieren. Nur noch eins vorweg: Ich bin Agnostiker und die Existenz Gottes spielt für mich keine Rolle.
Ich sah vor einiger Zeit den Spielfilm "Der Piànist" im Kino. Dieser behandelt größtenteils unérträglich grausame Diskriminierungen in Verbindung mit Mißhandlungen von Juden im früheren Warschauèr Ghetto.
Ein im Film gesagter Satz hat dabei einen sehr bewegenden Gedankenánstoß an mir geǘbt: "Ich glaube nicht mehr an Gott; ein rechtschaffender Gott ließe so etwas nicht zu!".
Vielleicht bin ich der Letzte, der daràuf gekommen ist, diese Frage zu stellen, aber — ganz ohne den Holocaust als Beweis der Nichtéxistenz Gottes zu betiteln — würde es mich sehr interèssieren, wie die Kirche die damaligen Geschehnisse betrachtet. Wie rechtfertigt sie es, daß ihr Gott den Tod sechs Milliònen Unschuldiger zuließ, die zudem noch auf die grauènhaftesten und respektlosesten Arten ermordet wurden?
Ich bin mir durcháus darǜber im klaren, daß der Glauben Berge versetzen kann und daß die Ignoranz vieler Menschen ebenso unérschütterlich zu sein scheint, doch wie kann es sein, daß nach 1945 nicht mindestens die Hälfte aller Juden von ihrem Glauben abgefallen ist? Man mag schon fast annehmen, daß Gott selbst seines einst heiligen Volkes müde geworden ist, und dasselbige von seiner Erde zu tilgen versucht.

(Mein Text enthält z.T. kontroversen Inhalt, deswegen möchte ich noch einmal betonen, daß ich mich dem Streitthema neutral entgegen sehe. Ich interèssiere mich für Eure Auffassungen!)
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