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Ich bin mir nicht ganz sicher zu welchem Thema ich das schreiben soll: Gott, Traum, Leben nach dem Tod... hoffe mal ich bekomme hier eine Antwort.
Zuerst mal den Traum: Ich wache auf, und merke dass ich mich kaum bewegen kann und nur sehr knapp Atme. Dann habe ich erstmal Angst gekriegt. Irgendeinmal war mir dann klar, dass ich jetzt sterben werde und ich bekam Herzklopfen, weil ich wusste, gleich wird sich das ergeben, wovor ich so Angst habe: Gibt es ein Leben nach dem Tod oder wird gleich das Nichts folgen?
Nach einer Weile bin ich dann an einem Ort und ein Mann war bei mir. [An den Ort kann ich mich entweder zu ungenau beschreiben oder ich erinnene mich gar nicht mehr daran. Auf jeden Fall war er ziemlich "weich" und blau.] Ich wusste dann das ich jetzt tot war und merkte auch bald, dass der Mann unglaublich lieb war. Noch immer konnte ich aber kaum Atmen und mich bewegen. Ich habe mich gefragt ob das Gott war, oder irgend ein Engel, oder Petrus oder so.
Ich habe ihm gesagt, dass ich noch nicht sterben will, weil ich mein Leben noch nicht ausgefüllt habe oder so und er hat mir zugestimmt und mich gefragt, ob ich weiterleben will. Ich habe kurz überlegt und gesagt ja, ich will, sogar wenn ich mich nachher an nichts erinnere oder glaube, dass ich nur geträumt habe.
Das alles ausser das eingeklammerte war mein Traum, also auch die Gedanken. Ich weiss allerdings nicht wieviel davon ich jetzt dazugedichtet habe, ich finde das bei Träumen generell schwierig.
Als ich aufgewacht bin, war ich mir zuerst sicher, dass ich wirlich gestorben bin und "auferstanden", oder anders ausgedrückt ein Nahtoderlebnis hatte. Nun bin ich mir nicht mehr sicher. Ausserdem wünsche ich mir, dass ich geblieben bin, obwohl ich weiss, dass es die richtige Entscheidung war. (Tönt unlogisch, ich weiss)
Zu mir: ich bin 20 und studiere im 1. Jahr Medizin. Seit eineinhalb Jahren habe ich manchmal regelrechte Panikzustände, dass nach dem Tod einfach nichts ist, und ich wünsche mir, ich könnte einen Glauben wirklich finden. Eigentlich bin ich Christin, aber ich zweifle daran dass es Gott gibt, weil ich halt auch sehr wissenschaftlich geprägt denke. Mittlerweile kann ich diese Panik gut verdrängen, und sie halten meist unter 1 min an.
Ich möchte hier nicht eine konkrete Frage stellen, sondern euch bitten, dass ihr dashier einfach kommentiert. Was meint ihr zu der ganzen Sache? Ich wünsche mir sehr, dass es wahr war....
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Ein schöner Traum!
Ich verstehe ihn so:
Er sagt: "Du weißt es". Was immer die Wissenschaften sagen, sie decken nicht alles ab, denn sie sind beschränkt auf Raum und Zeit und alles was darüber hinaus geht, ist ihnen unerforschbar, weil sie eben auch nur Mittel zur Erforschung von Raum und Zeit haben.
Vertraue Deinem Inneren und behalte es in Kreisen, in denen man auf die Raumzeit beschränkt sein will einfach für Dich, denn sonst machst Du Dich lächerlich.
Wahrheiten, die unbeliebt sind muss man nicht kämpferisch verteidigen.
Was ändert sich an Deinen Entscheidungen, ob es Gott (Seele) gibt oder nicht?
Wirst Du eine andere Haltung einnehmen, gegenüber Tierversuchen, Rattensezessionen .... , wenn Du annehmen musst, dass alle Lebewesen beseelt sind?
Wirst Du eine andere Haltung einnehmen gegenüber Gentechnologie?
Dein Traum sagt nur, Du weißt es, es gibt ein großes Ganzes, das alles enthält und belebt.
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Hallo Ilay.
Du hast Panikattacken aus Angst, es könnte kein Leben nach dem Tod geben. Aber was wäre daran so schlimm? Was wäre daran anders als ein traumloser Schlaf, aus dem man nur eben nicht mehr erwacht? Für mich hat diese Vorstellung nichts Bedrohliches, im Gegenteil. Wenn ich die Wahl zwischen einem Leben nach dem Tod und dem Nichts hätte, würde ich mich ganz klar für das Nichts entscheiden. Aber dazu habe ich mich an anderer Stelle schon geäußert, das muß ich hier nicht zum Thema machen.
Du bist irgendwie hin und her gerissen, weil Du einerseits glauben möchtest, andererseits aber wissenschaftlich orientiert bist. Dazu möchte ich folgendes sagen:
Ich habe geglaubt (als ich noch glauben wollte), war aber nie religiös. Wenn ich überhaupt so etwas wie eine Religion hatte, dann war es die Naturwissenschaft. Und ich habe nie verstanden, warum sich Glauben und Wissenschaft gegenseitig ausschließen sollten. Selbst ein Stephen Hawking bezieht Gott in seine Gedankengänge über das Universum und seinen Ursprung mit ein. Sein Buch "Eine kurze Geschichte der Zeit" endet mit den Worten "...denn dann würden wir Gottes Plan kennen". Er bezieht sich dabei auf die Hoffunung der Wissenschaft, irgendwann die legendäre Weltformel zu finden, die das gesamte Universum erklären und für jedermann verständlich machen würde.
Was ich damit sagen möchte ist, daß man Glauben und Wissenschaft nicht zwangsläufig voneinander trennen muß. Nur mal ein kleines Gedankenspiel: Die Theologen (zumindest viele von ihnen) kritisieren, die Wissenschaft würde mit ihren Naturgesetzen Gott immer mehr aus dem Universum drängen und ihn überflüssig machen. Tatsächlich verstehen wir die Welt, in der wir leben immer besser und entdecken immer mehr Naturgesetze, die immer mehr Dinge erkären. Also wozu braucht es da noch einen Gott?
So, aber wer stellt sich denn mal die Frage, wie all die perfekt funktionierenden Naturgesetze entstanden sind? Warum sind sie so wie sie sind und nicht anders? Warum haben Naturkonstanten wie z. B. die Lichtgeschwindigkeit exakt den Wert den sie nun mal haben? Wie kommt es, daß alle Gesetzmäßigkeiten so perfekt aufeinander eingestellt sind, daß dieses Universum, das wir mit unserem winzigen Verstand niemals auch nur annähernd erfassen können, so reibungslos funktioniert wie ein geöltes Uhrwerk? Alles nur reiner Zufall?
Du verstehst, was ich meine? Bleib bei Deiner Wissenschaft, aber glaube trotzdem, wenn glauben möchtest. Es gibt dabei keinen Grund für einen Gewissenskonflikt, wenn man das bei Dir mal so nennen darf.
Ob Dein Traum nun so etwas wie ein Nahtoderlebnis war oder doch nicht mehr als eben nur ein Traum, das kann und möchte ich nicht beurteilen. Für ein NTE fehlen einfach die "klassischen" Elemente. Was aber Ähnlichkeit hat ist der Punkt, daß man zurückkommt, weil man seine Lebensaufgabe noch nicht erfüllt hat. Allerdings kommt es dabei auch eher selten vor, daß man selbst den Wunsch äußert, zurückzukehren. Die meisten Menschen mit einem solchen Erlebnis berichten, daß sie zurückgeschickt wurden, obwohl sie es gar nicht wollten.
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Hallo Ilay,
ich studiere auch Medizin und denke deswegen, dass dein Traum damit etwas zu tun haben könnte. Wenn du im Ersten Jahr bist hast du sicherlich schon deinen ersten Präparierkurs hinter dir oder er steht kurz bevor und deswegen setzt du dich im Moment intensiver mit dem Thema auseinander. Oder hast ein Pflegepraktikum hinter dir wo auch ein Patient gestorben ist. Als ich noch präparieren musste hatte ich auch einige seltsame Träume, z. B den, dass ich auf eimal auf diesem Tisch lag.
Ich fand es immer sehr schwierig mit diesem Thema umzugehen. Teilweise flüchteten sich die Studenten sogar in Pietätslose Gespräche über die Verstorbenen und Versuchten, die Erlebnisse so zu verarbeiten, indem sie den Menschen an dem Präpariert wurde, lediglich als eine Reduktion auf den vorliegenden Zustand betrachteten.
Du wirst dir im Laufe deines Studiums sicher noch öfter Gedanken über dieses Thema Tod machen müssen, denn man wird ständig damit konfrontiert. Auch ich habe diesen Prozess durchgemacht (tue es immer noch) und habe den Sinn meines Lebens letztendlich im Glauben gefunden (natürlich unter Einbeziehung empirischer Beweise).
Jeder Mensch muss natürlich selbst entscheiden, wie er sein Leben ausrichten will, aber gerade als Mediziner ist es meiner Meinung nach wichtig einen Halt zu haben.
Ich kann dir nur Raten dich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen und es nicht zu verdrängen, du wirst sonst sicher Schwierigkeiten bekommen.
Den Traum würde ich auch als Reflexion der derzeitigen Situation in der du dich durch dein Studium befindest, ansehen und ich denke nicht, dass er real war. Dass er dir sehr real vorkam zeigt aber, wie sehr dich das Thema eigentlich belastet auch wenn du es dir selber vielleicht nicht eingestehen willst.
Ich wünsche dir viel erfolg für dein Studium und ,hoffentlich" den langen Weg der Erkenntnis.
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danke für die antworten, die rationalen sowie für die "gefühlsvollen"(gschpürig würden wir auf schweizerdeutsch sagen)!
AleynaNur: Ja, war damals tatsächlich in den ersten Wochen Präpkurs, und dass der Traum oder was es war damit zu tun hatte ist klar. ich hatte im Kurs nie wirklich Schwierigkeiten, eben weil ich mich schon vorher mit dem Tod befasst hatte, wenn auch nicht sehr Erfolgreich. Für mich hat eine Leiche wenig mit dem Menschen, der einmal darin gelebt hat zu tun. Und über den Tod habe ich ja wie gesagt schon vorher oft nachgedacht.
Ich denke das dieses Erlebnis eine Hilfe / ein Schutz war - ob es jetzt psychologisch oder "göttlich" bedingt ist sei mal dahergestellt. Noch immer erlebe ich ein Gefühl von Geborgenheit, Ruhe und Glück, wenn ich daran denke, unabhängig davon, ob ich gerade meine, dass es alles wahrhaftig geschehen ist oder dass es lediglich ein Traum war.
Noch immer wünsche ich mir den Glauben zu finden, aber ich tue das jetzt eher auf eine ruhigere Art. Ich weiss nicht, ob mir dabei jemand helfen könnte, denn ich habe so meine eigenen Vorstellungen, die sich leider nicht ganz mir der Kirche decken, und ich denke, wenn ich mal mit einem Pfarrer oder so reden würde (ich bin katholisch), wollte der mich sowieso nur "Missionieren". Was denkt ihr dazu?
HCl1 (Salzsäure? ): Also ich denke auch nicht, dass sich Wissenschaft und Glauben wiedersprechen. Hawking's a short history of time habe ich auch gelesen, und ich weiss dass sich diese nicht Ausschliessen. Nur wurde mir durch die Wissenschaft halt die Vorstellungen genommen, dass es einfach einen Gott geben müsste und dass wir eine Seele haben müssen um zu Fühlen (wieso sollte meine Seele jeweils genau ersten Tag meiner Menstruation schlecht gelaunt sein?). Ausserdem ist dadurch, dass es einen Gott gibt, noch nicht gesichert, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Und so wäre es mir böse gesagt egal, ob es einen Gott gibt, oder ob ich eben dem Zufall für mein Leben danke. Versteht mich nicht falsch, dankbar bin ich so oder so.
VanTast: Du hast vollkomen recht, Wissenschaften sind begrenzt. Allerdings denke ich, sogar noch mehr als auf Raum und Zeit. Sie sind auf unsere Wahrnemungskraft und Instrumente, die wir "bauen" beschränkt. Kennst du das Paradox: Wenn Gott allmächtig ist, kann er eine Stein machen, den er nicht heben kann? Das ist für uns ein Paradox, weil "unsere Neuronen" uns sagen, dass es unlogisch ist. Wie auch immer, ich schweife ab
Ich behalte meine Einstellungen bezüglich Glauben und so tatsächlich für mich, eher verleugne ich sie und das finde ich selber auch nicht so toll von mir....
Ich denke nicht dass sich meine Haltungen bezüglich Gentech verändern, die haben sich glaubich relativ gut gesetzt. Ich glaube Erkenntis ist einer der Sinne des Lebens, wenn es welche gibt, und falls es keine Sinne gäbe, ist ja sowieso alles egal (huch, das tönt krass). Ich glaube nicht dass es "die Seele" (wenn sie eine hat) einer Maus erfassen kann, was ihr genau geschieht. Aber sie spürt Schmerz, aber sie kann sich nicht überlegen wieso sie diesen Schmerz hat und ob er schlecht ist. Trotzdem muss man achtsam damit umgehen, denn es ist Leben, Natur und sie spürt eben den Schmerz.
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