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selbstfindung












Hallo Dornroeschenwach,
Deine Frage gibt mir die Möglichkeit ganz kurz meinen Gedanken dazu zu umreissen.
Zitat:
Geht man dann über Leichen, um sich selbst zu finden?


Ich denke das versucht man Anfangs zu vermeiden. Man sucht Möglichkeiten niemandem wehtun zu müssen, alles auf eine faire Art und Weise zu erledigen und etwas später oder auch schon früher wird einem plötzlich auffallen, das man sich mit diesen Gedanken selbst zur Leiche machen kann.
--
Tja, ich hoff das stimmt so! Denn ich möcht schon vermeiden als Leiche irgendwo unbeerdigt liegen zu müssen - ohne Blümchen; Besuch und dem ganzen Kram wärs ganz schön einsam - so einsam wie eine Beziehung unter Umständen "auch" sein kann, trotz eines Partners. Nämlich dann, wenn man nicht beachtet wird - man fühlt sich allein.

liebste Grüsse
Gaby
Hallo Dornroeschenwach,

welche Grenzen im menschlichen Bereich sind nicht schwimmend?
Ich denke nur es ist besser Grenzen zu kennen und zu überschreiten,
als sie ängstlich zu meiden. Letztlich kann nämlich auch die Grenze
zwischen 'Selbst' und 'Anderem' verschwimmen - vielleicht für
Manche auch verschwinden... Dass ich mit Manchen 'kann' und mit
Manchen nicht, ist sicher [m]ein Problem - aber wenn ich mich von
diesem Problem leiten und beherrschen lasse, was für ein 'Selbst' hab'
ich dann gefunden - und was für ein 'Selbst' ist es, das für sich die
Rosinen aus dem Kuchen pickt
Ein Selbst, das zu finden man über Leichen gehen muss - ist das
erstrebenswert - und ist es wirklich die einzige Alternative zu diesem,
erst gar kein Selbst zu suchen
Hallo,

wenn ich das alles so lese, muß ich stark annehmen, dass ich diese besagte "Reife" nicht erlangt habe und wahrscheinlich auch gar nie
erreichen werde.
Das größte Hindernis scheint mir, zumindest in meinem Fall,
schlichtweg zu sein: Verantwortung zu haben und Pflichtgefühl
zu empfinden.
Wie könnte ich mich selbst verwirklichen und mich selbst finden, das
was ich "wirklich und wahrhaftig" will, wie könnte ich meinen
inneren Frieden und meine innere Ruhe und Zufriedenheit finden,
wenn da nicht Menschen wären, für die ich verantwortlich bin, die
auf mich angewiesen sind.
Ich kann nicht wie die Axt im Walde vorgehen um meine Ziele zu erreichen, wenn mein (womöglich auch nur vermeintliches) Glück
auf dem Unglück anderer beruht. Gesunder Egoismus, schön
und gut, aber irgendwie scheint mir das ganze Leben nur ein
einziger fauler Kompromißzu sein, ein ständiges Abwägen.

Oder bin ich einfach nicht skrupellos genug?
Ich denke da liegt ein grundlegendes Missverständnis vor - wie kann ich Verantwortung
übernehmen und Pflichtgefühl empfinden ohne eigene Persönlichkeit?
Es geht ja nicht um das 'eigene Glück' oder darum, vorzugehen wie die Axt im Wald,
schon gar nicht um Skrupellosigkeit, sondern eben genau um das Handeln aus
erfahrener persönlicher Verantwortung. Wenn ich mich selbst nicht finden kann oder
darf, dann übertrage ich damit diese Verantwortung doch automatisch auf Andere -
Menschen, Bücher, Gebote... - und bin damit aus der eigenen Verantwortung entlassen.
Wohin das führt, haben wir ja noch immer nicht aufgehört leidvoll zu erfahren,
wie man jeden Tag neu aus den Medien erfährt...
Das ständige Abwägen erspart man sich damit allerdings.
... tzt, es soll ja auch Menschen geben, und das nicht wenige,
die haben für ihre lieben Mitmenschen einfach zu "funktionieren"...
Was ist mit denen? Sie diese nun zu bemitleiden oder was? Gehören
die in die Kategorie "sowie abgehakt", hoffnungslose Fälle? Haben die nicht auch ihre Träume und Wünsche und können es nur nicht umsetzen?
Man sagt so leichthin, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.Aber Tatsache ist einfach, dass es in der Realität oftmals gar keinen Weg gibt!
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