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Sakina für alle.
Eine typische Meldung anno dazumal
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Schock über neues Selbstmord-Attentat: Acht Tote in Jerusalem
Jerusalem/Ramallah/Kairo -
Überreste eines Kinderwagens, Körperteile verstreut auf der Straße, eine völlig zerstörte Bushaltestelle: Schock in Jerusalem. Nur einen Tag, nachdem ein palästinensischer Selbstmord-Attentäter 20 Israelis in den Tod riss, hat Israels Hauptstadt einen erneuten Anschlag erlebt. Dabei starben mindestens acht Menschen, etwa 35 wurden zum Teil schwer verletzt. Zu der Tat bekannten sich die Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden, die der Fatah-Organisation von Jassir Arafat nahe stehen. Ersten Berichten zufolge stieg der Attentäter an einer Straßenkreuzung im Ostjerusalemer Stadtteil French Hill an einer belebten Bushaltestelle aus einem roten Audi. Er zündete seinen Sprengsatz, bevor ihn Polizisten stoppen konnten. Unter den Verletzten ist auch einer der Beamten. Das Auto raste davon und verschwand im arabischen Ostteil der Stadt. Am Abend reagierte Israel mit Luftangriffen auf Gaza. Zuvor hatte Regierungschef Ariel Scharon bereits eine neue Strategie zur Terrorbekämpfung angekündigt. Im Mittelpunkt steht eine langfristige Wiederbesetzung palästinensischer Autonomiegebiete. Die Armee werde so lange bleiben, wie der Terror weitergehe. Israelische Truppen rückten zunächst in drei Städte im Westjordanland ein und verhängten ein Ausgehverbot. Es kam zu Luftangriffen und Schusswechseln. Binnen 24 Stunden wurden 1200 Palästinenser festgenommen, die sich ohne Genehmigung in Israel aufhielten. Die meisten wurden in das Westjordanland abgeschoben. Nach Angaben israelischer Medien plant Regierungschef Ariel Scharon, führende palästinensische Politiker auszuweisen. Arafat selbst solle jedoch nicht angetastet werden. Die palästinensische Führung warf Israel daraufhin eine "weitere Eskalation gegen die palästinensischen Städte, eine Rückkehr zur Besatzung und die Zerstörung der Autonomiebehörde" vor. Auch der linksliberale israelische Oppositionsführer Jossi Sarid (Merez-Partei) verurteilte die neue Politik Scharons und brachte ein Misstrauensvotum in die Knesset ein. Kritik an der Entscheidung kam auch aus Reihen der Koalition. Angesichts der Welle von Attentaten in Israel sprachen sich 55 führende Palästinenser öffentlich für ein sofortiges Ende der Selbstmord-Anschläge aus. "Wir glauben nicht, dass solche Anschläge die Palästinenser zu Freiheit und Unabhängigkeit führen, sondern nur die Zahl jener Länder vergrößern, die Israels Besetzung der Palästinensergebiete unterstützen." Wegen des jüngsten Anschlags verschob US-Präsident George W. Bush seine mit Spannung erwartete Rede zur Lage im Nahen Osten. Er verurteilte den Anschlag scharf. Israel habe jetzt das Recht auf Selbstverteidigung.
dpa/ap/afp
erschienen am 20. Juni 2002 |
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