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Ich meine, dass Urteilen und Verurteilen spezifisch menschliche Aktivitäten sind. Ein Gott hat besseres zu tun. Gott, wie ich ihn erfahren habe, urteilt nicht.
Ich meditiere nicht über meine Fehler und urteile nicht über mich selbst. Viel eher versuche ich das zu praktizieren, was ich auch jedem meiner Nachhilfeschüler regelmäßig eintrichtere: Fehler sind Gelegenheiten, unvergessliche Möglichkeiten des Lernens. Wer keine Fehler macht, der kommt nicht weiter, darum kommen wir nicht drum herum Fehler zu machen. (Und welcher auch nur einigermaßen vernünftige Gott könnte auf die Idee kommen uns dann für diesen ganz normalen und natürlichen Lernprozeß zu verurteilen.)
Und obwohl ich so denke, und obwohl ich denke, dass Fehler ganz natürlich sind und ihren Sinn haben, nehme ich mir trotzdem nicht die Frechheit heraus 'böse' zu sein. Warum sollte ich 'böse' sein? Warum gemein oder hinterlistig? Was bringt mir das?
Die Leute kommen ganz anders auf mich zu, wenn ich nett und freundlich und zuvorkommend bin. Dann habe ich meine Ruhe und viel Freude mit meinen Mitmenschen und sie mit mir.
Ich bin nicht aus Angst vor der Hölle 'gut' (zumindest so gut ich halt kann), sondern aus tiefem Respekt vor dem Leben und vor dem Licht, das zwischen den Menschen leuchtet. Ich bin süchtig nach diesem Licht.
Und wenn ich sterbe, dann werde ich nicht vor einem Gerichtshof stehen, sondern irgendeiner wird schon vorbeikommen und mich zu denen bringen, die auch im Leben meine Freunde waren. Und dort machen wir dann Party.
Und das habe ich mir verdient
Auch habe ich alles, was ich will und das, was ich noch nicht habe, werde ich bekommen und zwar weil ich mir das verdient habe.
Du hingegen bekommst nicht das, was du willst, weil du meinst, es gar nicht verdient zu haben. Und was du meinst, dass du verdient hast, das wirst du auch bekommen. Denn so funktionieren Selbsturteile.
LG
Lisken
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