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Massenpsychologie des Faschismus












Nachtrag

Ein Kommentar zu Wilhelm Reichs Buch

„Massenpsychologie des Faschismus“

Ich will einen wesentlichen Gedanken dieses Buches als These kurz vorwegnehmen: Menschen, die in ihrer Kindheit und Jugend extrem sexual- und lustfeindlichen autoritären Einflüssen ausgesetzt waren, entwickeln eine chronische Verhärtung ihrer Charakterstruktur, eine "emotionale Panzerung", mit der sie das ursprünglich Lebendige und Liebevolle in sich verschütten. Die unter der Panzerung aufgestauten lebendigen Energien kehren sich um in Destruktivität, erzeugen eine wachsende innere Spannung und drängen immer wieder nach destruktiver Entladung. Die tieferen Wurzel von Gewalt liegen demnach in vorangegangenen Störungen und Zerstörungen lebendiger und liebevoller Entfaltung, allem voran in der unbewußten Verknüpfung von sexueller Lust mit Angst, Schuld, Ekel und Abscheu, wie sie typisch sind für eine sexualfeindliche Erziehung und Moral.
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