eine Suche nach Antworten


Hallo Ihr!

Vor vier Wochen hat sich meine beste Freundin das Leben genommen! Seit dem ist auch mein Leben nicht mehr so, wie es vorher war. Sie hatte starke Depressionen, war lange in einer Klinik, und doch waren wir immer zusammen,... geistig. Wir waren wie Zwillinge, sie sagte immer, wir seien Seelenverwandte. Sie hat sich über viele Dinge, über die kaum ein Mensch nachdenkt, Gedanken gemacht, und so geht es auch mir. Viel haben wir diskutiert, geredet, unsere Ansichten ausgetauscht. UNsere Freunde haben das oft nicht verstanden, sie empfanden unsere Freundschaft teilweise als eigenartig, wir verstanden uns blind.
Doch waren für sie diese Gendanken nicht ertragbar, sie sah und empfand Dinge, die keiner kannte, ich auch nicht. Und damit war sie ganz alleine. Sie litt darunter, kämpfte sich durchs Leben, bis sie sich vor 4 Wochen mit 18 1/2 Jahren das Leben nahm...

Ich bin fest davon überzeugt, dass sie jetzt an einem Ort ist, an dem sie den Frieden gefunden hat, den sie immer suchte. Sie wohnte einige Monate bei uns. In der Zeit war ich auch nachts für sie da, wenn es ihr schlecht ging. Da fragte sie mich oft, wann das Leiden endlich für sie ein Ende hätte, sie nicht mehr zu kämpfen brauche,... aber ich kannte keine Antworten darauf.
Doch weiß ich jetzt, dass sie nicht mehr leider muss, dass sie endlich den Frieden und das Glück gefunden hat, nach dem sie so lange strebte...
Ich habe Vorstellungen im Kopf, wie das jetzt aussehen könnte, wie sie jetzt lebt, und wo. Doch sind dies sehr seltsame Gedanken, die ein Gefühl im Bauch hinterlasse, was sich nicht beschreiben lässt.
Oft wünschte ich so sehr, ich wäre dort, wo sie jetzt ist, bei ihr, um nicht mehr mit meinen Gedanken über die Welt, das Leben, die Menschen, allein zu sein, und all das nicht mehr ertragen zu müssen.
Ich habe oft das Gefühl, sie wäre bei mir, vor allem nachts. Nur ist dies kein angenehmes Gefühl, ich kann nicht schlafen, da ich die Dunkelheit nicht mehr ertragen kann. Ich bekomme eine solche Panik, wie ich sie noch nie hatte, da ich ständig etwas zu sehen und hören glaube.
In der Nacht wache ich ständig auf, durch irgendwelche Geräusche und Schatte vor meinen Augen. Ich glaube fest, das sie das oft ist, in einem Zustand, der uns nicht bewusst ist... Doch macht mir das unheimliche Angst, es wird nachts zur Panik. Beruhigende, homöopatische Tropfen helfen nicht, nur Licht und der Fernseher,...
Warum mir diese Gedanken angst bereiten, weiß ich nicht, da ich Janine sehr vermisse, doch glaube ich, dass es das Ungewisse ist, wodurch sich die Angst entwickelt. Tagsüber vermisse ich sie schrecklich, ich bin traurig und der Prozess der Trauer ist sehr heftig. Doch nachts wird alles nur zur Panik, sodass ich kaum schlafe.
Doch wie kann ich das Ungewisse klären, allein mit meinen Gedanken gelingt mir dies nicht. Auch ich habe schon daran gedacht, den Weg zu wählen und diese Welt zu verlassen, ich fühle mich so allein mit meinen Fragen und Gedanken über die Welt und das Leben. Ich fühle mich von Janine allein gelassen, von dem Menschen, der mir geistig am nächsten war, ...
Wo kann ich die Antworten auf meine Fragen finden, wirklich nur dort, wo sich Janine jetzt befindet? Ist nur dort ein erfülltes Leben möglich, für Menschen, die über den Horizont hinaus schauen?

Wenn ihr Anworten, Ratschläge oder einfach nur Kommentare habt, bin ich euch sehr dankbar!

Liebe Grüße!
easy
_________________
Freunde sind wie Engel, die uns wieder auf die Beine helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben, wie man fliegt.
Du könntest mal bei der Telefonseelsorge(kostenlos) anrufen.

Kinder und Jugendtelefon 0800-1110333

Evangelische Seelsorge 0800-1110111
Katholische Seelsorge 0800-1110222

Dich scheint das ja schon ganz schön mitzunehmen - puhh das geht einem ja selbst an die Substanz wenn man das liest. Ich würde es mal mit der Telefonseelsorge probieren. Wenn das nichts bringt, würde ich mal zu einem Psychologen gehen. Du brauchst unter Umständen Professionelle Hilfe. Einfach mal im Telefonbuch nachschlagen

Gruss
Unien
Hallo Easy!

Schwer etwas zu sagen darüber, ohne [irgendeine bestimmte] Religion heranzuziehen dafür. Aber ich denke, alle Religionen (und viele Areligiöse) würden sagen, dass unser Hiersein einen Sinn hat - dass nichts was existiert und geschieht sinnlos ist.
Es gibt m. E. Situationen, wo ein Suizid gerechtfertigt ist - aber fast immer sind die Gründe nicht klar durchdacht und wohlerwogen, meist entspringen sie wohl der Angst, dem Nicht-mehr-Weiterwissen, der Krankheit (und Depressionen sind eine schwere Krankheit - und das Nicht-mehr-Weiterwissen stellt sich oft genug nachträglich als unberechtigt heraus...). Meinst Du wirklich, das Gefühl des Alleingelassenseins ist so stark und unveränderlich, dass ein solcher unumkehrbarer Schritt wirklich erwogen werden sollte - einer Kranken in einen Tod zu folgen, der eine Folge ihrer Krankheit war?

Das Ungewisse lässt sich mit Gedanken nicht klären - das haben viele große Geister erfolglos versucht. Aber das ist das Wesen des Ungewissen, und kein Grund sich umzubringen . Psychologische Hilfe (wie etwa über die Telefonseelsorge vermittelbar) könnte Dir vielleicht wirklich was bringen...

Liebe Grüße
() Wu
Da hat Wu vollig recht. Es gibt meiner Meinung zwei Arten von Sinn.

Der erst ergibt sich auch der Wechselwirkung mit unserer Umwelt. Ein Beispiel: Zwei Elektronen - das eine macht für das andere Sinn. Weil sie Existieren. Sie stoßen sich z.B. ab. Alles was exisitert macht Sinn, weil es auf andere Wirkt. Dieser findet auch noch viele andere Beispiele:
"Ich sehe den Sinn des Lebens darin, alle Frauen Glücklich zu machen!" hehe konnte ich mir nicht verkneifen!
"Ich sehe den Sinn des Lebens darin anderen Menschen zu helfen."

usw .... usw

Die andere übergeordente des System entrückte Form von Sinn kann ich persönlich nicht erkennen. Ich weiss es nicht wieso ich existiere. Wieso dieser Kosmos existiert. Diese Frage nach dem Sinn ist übriges eigentlich auch oft die Frage je anch Religion nach Gott! Wenn es dir hilft - ich hab da auch keine Antwort! Ich glaube an Gott - ich kann es dir aber nicht erklären. Ich kann es dir nicht begründen. Ich kann es nicht beweisen. Mit leeren Händen steht man da und glaubt an Gott - so geht es mir zumindest.

Ein weiss ich aber ganz gewiss - du machst Sinn wenn du hier bist!!
_________________
Ein bekennender Bright!
www.brights-deutschland.de
www.brightsblog.wordpress.com/faq
Danke dir Wu, und danke dir Unien!

Es hat mich gefreut, eine Antwort von euch bekommen zu haben!

Sicher habt ihr recht, es gibt immer einen Weg, das Leben zu genießen, einen Sinn darin zu finden, Probleme zu lösen, und Feude zu haben. Und es wäre sicher nicht richtig, einer Kranken in den Tod zu folgen. Solche Gedanken kommen mir immer dann, wenn ich das Gefühl habe, mein Leben machte keinen Sinn, wenn mir die Freude daran nicht zu erkennen gelingt... Aber ich glaube, ich hätte nie den Mut dazu, einen solchen Schritt zu wählen, denn die Momente des Glücks und der Freude sind in meinem Leben doch zu groß. Aber darüber bin ich eigentlich sehr froh
Es sind in solchen Situationen die Vorstellungen, wie es wäre, sich an einem Ort zu befinden, an dem man vollkommen ist, an dem der Schmerz keine ganz so große Rolle spielt!
Ich glaube, es gibt nicht "den" Sinn im Lenen, nach dem manche Leute suchen, einer, der zu beweisen ist, an den man fest glauben kann. Ich denke, jeder Mensch muss für sich den Sinn im Leben finden, an den er glauben kann und der für ihn das Leben lebenswert macht. Sicher ist das auch durch die Reigion bedingt. Doch scheine ich meinen Sinn noch nicht so einfach gefunden zu haben...

Bei einer Beratung war ich bereits, doch hat diese mir nicht sehr helfen können. Er gab mir den "Tipp", in mancherlei Hinsicht etwas oberflächlicher zu werden, denn er war der Meinung, ich sei für manche Dinge einfach zu "pfiffig". Damit konnte ich nicht viel anfangen. Wenn ich mir aussuchen könnte, oberflächlich zu leben, würde ich wahrscheinlich dies wählen, weil die Menschen, so finde ich, meist einfach glücklicher sind.
(Doch würde man dann wohl auch entscheidende Dinge im Leben verpasen...)
Vielleicht schaffe ich es ja, den Mut zu finden, zu einer psychologischen Beratung zu gehen... vielleicht können die mir ja helfen!?

danke euch nochmal!

easy
_________________
Freunde sind wie Engel, die uns wieder auf die Beine helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben, wie man fliegt.
Ja vielleicht hilft einfach auch mal Urlaub machen

Fahr mal irgendwo hin - Vielleicht musst du mal raus aus deiner Gewohnten Umgebung!!

Kann auch machmal helfen!
ja, das werde ich auch machen, eine woche ski fahren in Österreich!

Vorher leider noch in den Ferien eine Woche ein Praktikum, aber das wird sicher auch recht interessant und nicht nur anstrengend, und dann gehts in die Berge!
Der Meinung war auch meine Familie, und so schenkte mir meine Mutter den Urlaub... Das wird sicher erholsam und wird mich auf andere Gedanken bringen. Sie unterstützt mich da zur Zeit wirklich sehr und auch meine Freunde, im Gegensatz zu anderen Familienmitgliedern, die leider gar kein Verständnis für meine derzeitige Situation aufbringen können. Doch fehlen mir im Moment die Nerven und auch die Kraft zu einem vielleicht klärenden Gespräch.
Aber ich galube, das wird man nicht ändern können, und dieser Konflikt wird immer weiter da bleiben, es ist nunmal so. Aber irgendwann werde ich mich da doch mal aufraffen und versuchen das zu klären...
_________________
Freunde sind wie Engel, die uns wieder auf die Beine helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben, wie man fliegt.
Ich hab auch gerade massive Probleme - habe Stress hier in meiner WG - und werde jetzt umziehen. Hier im Forum zu schreiben hat mich irgendwie beschäftigt. Deswegen auch gleich fast 40 Beiträge in drei Tagen. Das ist doch ne Leistung - was findet ihr?

Ich hatte Stress mit einer Mitbewohnerin und es ist nun wirklich besser wenn ich die Kurve kratze. Ich brauch einfach Abstand!! Ich brauch was neues!!

Manchmal macht man förmlich einen "Teufelsritt" mit und ich wusste nicht mehr weiter. So ging es mir zumindest.

Ich hatte mich in sie verliebt obwohl sie einen Freund hat - mein Kumpel hat mir davon abgeraten - man dreht sich im Kreis und weiss nicht weiter. Meine Gefühle liessen sie nicht los - ich konnte sie nicht so einfach loslassen! Ich versuchte sie wütend auf mich zu machen - ich versuchte sie mich hassen zu lassen. Ich hab ihr eine Geschichte präsentiert, die sie mich hassen lassen sollte. Ja ich war richtig verzweifelt. Ja und mit diesem Handeln hab ich sie tief verletzt. Wenn sie mich hasst - wäre es für mich wohl einfach meine Hoffnung zu begraben. Das war mein Plan.

Ich habe dieser Frau ziemlich wehgetan - und das versuche ich jetzt wieder irgendwie wieder gut zu machen. Ich glaube ich lege ihr jeden Tag eine Blume vor ihre Tür (als Entschuldigung) - bis ich ausgezogen bin. Sie hat mir schon gesagt, das sie mich nicht hassen kann - da bin ich schon mal sehr froh drüber. Ja und jetzt bin ich halt am planen für den Auszug, was dann wohl die beste Lösung ist.

*durchschnauf*

Das Fazit von der Geschichte: Das Wissen um das richtige - schützt einem machmal nicht vor dem falschen.

Und es erwischt wohl alle mal - ich meine durch diese schlimmen Täler müssen wir alle durch. Das ist das Wesen des Lebens. Manchmal tut man Dinge die einen klaren Verstand Kopf stehen lassen. Aber wenn man es schafft wieder in die Spur zu kommen ist es umso schöner.

Ich kann nur sagen - sowas möchte ich ehrlich nicht nochmal durchmachen!!

Ein immer noch aufgewühlter
Unien
Ich glaube, aus Liebe macht man manchmal Dinge, von denen man weiß, dass sie falsch sind, es aber in dem Moment nicht sieht oder wahr haben will...
Ich war auch mal in solch einer Situation, und habe wohl auch oft das falsche getan!

Ich denke, manchmal sind es auch unangenehme Dinge, die einem helfen, eine neue Situation im Lenen anzunehmen. Für dich wäre das jetzt der Umzug. Es wäre eine Chance für dich, neue Leute kennen zu lernen, eine neue Situation in deinem Leben zuzulassen. Vielleicht wird es dir dann besser gehen, vielleicht hast du so die Möglichkeit, Abstand zu gewinnen um einer neuen Liebe Platz zu machen, oder die "alte" zu vergessen?! Um ein "gebrochenes Herz" wieder heilen zu können, bedarf es viel Zeit, und es ist sicher der einfachste Weg, und der schnellste, der betreffenden Person aus dem Weg zu gehen. Doch ist dieser Weg, der Auszug, nicht vielleicht auch eine Art Flucht? Eine Flucht, die es dir leichter macht, diese Frau zu vergessen, über sie hinweg zu kommen, jemand neues kennen zu lernen... Dieser Schmerz ist manchmal groß, ich kenne es selbst und man wünscht sich, ihn so schnell wie möglich nicht mehr spüren zu müssen. Doch ich glaube, der einfachste Weg ist oft nicht der richtige. Oft hilft es, Dinge nicht nur durch Verdrängung zu vergessen und zu verarbeiten!
_________________
Freunde sind wie Engel, die uns wieder auf die Beine helfen, wenn unsere Flügel vergessen haben, wie man fliegt.
Du sagst es!! Das hat richtig "Aua" gemacht und tut es noch! Aber ich denke so ist es dann besser. Ich bin ihr jetzt wirklich ein ganzen Jahr hinterher gelaufen. Das frisst einen irgendwann auf. Aber ich denke ich habe die Kurve gekriegt. Zwar mit schrammen und vielleicht nicht auf die elegante Art und Weise. Ja die Art und Weise war sicher nicht richtig. Aber nun hab ich wieder Energie für andere Dinge. Ich hoff sie freut sich über die Blumen