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Amerika im Kampf gegen das "Böse": Selbstbildnis und Sendungsbewusstsein der letzten Supermacht
http://www.ustinov.at/2005_usa-europa-spillmann.htm
Der Krieg gegen den Terrorismus, in dem sich die USA heute befinden, begann eigentlich schon am 23. August 1996. In einer sog. Fahtwa, einem geistlichen Edikt, erklärte ein in afghanischen Verstecken lebender Muslim - Osama bin Laden - den USA den Krieg, und zwar weil die USA mit Hilfe des korrupten Regimes von Saudi-Arabien das Land der beiden Heiligen Stätten (Mekka und Medina) besudelt hätten und damit Ungläubige das Heilige Land praktisch besetzt hielten. Erste Aufgabe jedes Muslims müsse deshalb die Mitwirkung bei der Vertreibung des amerikanischen Feindes sein.(1) Kaum jemand nahm diese Deklaration in ihrer lächerlich scheinenden Asymmetrie zur Kenntnis: auf der einen Seite die führende Weltmacht von unermesslicher militärischer Stärke, auf der anderen Seite eine lose Organisation von etwa 3000 nur leicht bewaffneten, wenn auch fanatischen Muslimen, Al Kaida, " das Fundament", genannt. Im Februar 1998 wurde die Kriegserklärung in einer arabischen Zeitung Londons im Namen der "World Islamic Front" wiederholt und es wurde zur Pflicht jedes gläubigen Muslims erklärt, weltweit jeden Amerikaner, der sich aufspüren lasse, umzubringen. Drei Monate später wurde Bin Laden vom ABC-Korrespondenten John Miller in seinem Versteck in Afghanistan interviewt. Dabei erklärte er: "Wir glauben, dass die Amerikaner heute die schlimmsten Diebe und die schlimmsten Terroristen sind. Nichts anderes als gleichartige Vergeltung kann euch bremsen. Darum müssen wir auch nicht zwischen Zivilisten und Militärpersonen unterscheiden. Für uns sind sie alle Ziele." Und indem er den Abzug der Sowjetarmee aus Afghanistan als Beweis dafür darstellte, dass auch eine zerlumpte Armee von zu allem entschlossenen Muslimen eine Supermacht überwältigen könne, warnte er seinen Interviewer: "Wir sind sicher, dass wir - mit der Hilfe Allahs - über die Amerikaner siegen werden", und er fügte noch an: "Wenn die gegenwärtigen Ungerechtigkeiten weitergehen ... wird der Krieg unweigerlich auch amerikanischen Boden erreichen."(2)
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