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Hier noch ein Artikel, der eben in meinen Google-Alerts zum Thema Max-Planck-Institut ereingekommen ist, der passt hier gar nicht so schlecht herein.
http://www.oppt.de/news-1/datum/200.....s-macht-uns-zum-menschen/
| Zitat: |
Schwedischer Genforscher entschlüsselt in Leipzig Ur-Gene
Svante Pääbo (Foto: dpa) [img]http://www.oppt.de/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=uploads%2Fpics%2F14.4._Gesell...Urgene.jpg
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8f6751ec643a[/img] ob das wohl geht ? Zeilenumbruch bitte herauslöschen, damit der Link geht.
(www.dpa.de) - «Die Antwort liegt in den Genen der Urmenschen und der Schimpansen», sagt der Direktor des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie Svante Pääbo in der sächsischen Messestadt. Der Traum des Genforscher ist es, die Ur-Gene des Menschen zu entschlüsseln und zu verstehen.
«Eigentlich werde ich fürs Blödeln und Spinnen bezahlt. Ab und zu kommt dabei Spektakuläres heraus», meint Svante Pääbo, der in Stockholm im März 1955 geboren wurde. Schon als Kind wollte er in der Vergangenheit forschen. Er studierte Archäologie - «aber das war mir schnell zu langsam». So belegte er im Anschluss Medizin und Molekularbiologie. In München analysierte er das Erbgut uralter Knochen, bevor er 1999 einem Ruf nach Leipzig folgte. «Die Bedingungen zum Forschen sind Weltklasse, die Stadt ist eine Weltmetropole im Kleinen und ich kenne keine so dynamische und rasch wachsende Region wie diese.» Herzlich, fast schwärmerisch erklärt der schlaksig wirkende Schwede seine Liebe zu Leipzig.
Pääbo will herausfinden, welche genetischen Veränderungen während der menschlichen Evolution stattgefunden haben, als sich unsere Spezies neue Merkmale aneignete. «Was unterscheidet uns von unserem nächsten lebenden Verwandten - den Schimpansen?» Dazu vergleicht er Genome von Neandertalern, Schimpansen und modernen Menschen. «Positive Selektion» heißt der Prozess, bei dem sich neue Eigenschaften herausbilden. Zum Beispiel das Sprechen: «Wir wissen, dass wenn das Gen "FOX P2" mutiert, Menschen massive Sprachstörungen haben. Wenn wir wissen, wann sich dieses Gen verändert hat, können wir erklären, seit wann "wir" sprechen.» Mehr Wissen um solche Zusammenhänge könnte Sprachstörungen verhindern oder heilen, aber auch Phänomene wie Autismus erklären.
Das wichtigste zum Entschlüsseln solcher Geheimnisse seien Gespräche, sagt Pääbo. «Wir stecken die Köpfe zusammen, blödeln in lockerer Atmosphäre und entwickeln mit viel Spaß neue Ideen.» Das Planck-Institut bietet «Denkern» zum Beispiel eine Sauna auf dem Dach und eine Kletterwand, um die nötige Atmosphäre für «bewusstes Spinnen» zu schaffen.
Pääbo entdeckte, dass der moderne Mensch kaum älter als 100 000 Jahre ist - ein Zeitraum den er als «jüngste Geschichte des Menschwerdens» bezeichnet. Der moderne Mensch begann die Erde zu besiedeln: vor 40 000 Jahren Europa, vor 67 000 Jahren Asien und Südostasien inklusive Australien, dann über die Beringstraße vor 20 000 Jahren Nordamerika und schließlich vor etwa 13 000 Jahren Südamerika. Die Veränderung der Gene des Neandertalers zum heutigen Erbgut setzte etwa vor 400 000 Jahren ein und dauerte dann etwa 300 000 Jahre. «Diese zeitlichen Dimensionen sind es, warum ich es ablehne, aus Genen die Zukunft zu deuten: das geht nicht», sagt Pääbo.
Das Max-Planck-Institut vereint unter seinem Dach Biologen, Mediziner, Paläontologen, aber auch Sprachwissenschafter, Mathematiker und Informatiker. Auf dem Weg zu vollen Entschlüsselung der Ur-Gene hilft den Forschern auch die Affenanlage des Leipziger Zoos. «Wir haben von allen Menschenaffen ausreichend große Gruppen vor der Haustür. Das ist einmalig.»
Die praktische Arbeit an den Genen spielt sich dann in Hightech- Laboren ab. In so genannten Reinsträumen, in denen Überdruck herrscht, werden Proben von Knochenfunden zermahlen und auf Kontamination (Verunreinigung) geprüft. «In dem alten Material sind Pilze und Bakterien keine Seltenheit», sagt Pääbo. Ist das Material «sauber», wird die DNA isoliert. «Mineralien, Proteine und so etwas müssen weg.» Dann werden die Sequenzen der Gene «kopiert» - vervielfältigt für die zahlreichen folgenden Untersuchungen. Drei Milliarden Bausteine entstehen.
Ziel ist die Entschlüsselung einer gesamten Ur-DNA. «Das bräuchte 70 Milliarden Sequenzen», schätzt Pääbo. Und dann fängt die Auswertung erst an. «Das sind Ausgrabungen im Erbgut des Urmenschen.» Bis es soweit ist, können noch zwei oder noch fünfzig Jahre ins Land gehen. Das hängt von Technologien, Ideen und jeder Menge Geld ab. «Was wir dann erhalten könnten, wäre eine Revolution: das Gerüst des modernen Menschen.»
Bis dahin erfreut sich der Wissenschaftler an einem ganz konkreten menschlichen «Wunder»: Pääbo ist vor einem Jahr Vater geworden und erlebt fasziniert die Entwicklung seines Sohnes. |
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