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ich würde gerne etwas geschichtliches am Anfang schreiben um einen kurzen Überblick zu geben. Anschliessend gehe ich dann auf die von dir genannten Punkte ein.
Wichtig ist, dass es zur Zeit des Propheten Muhammad keine Sharia gab. Diese wurde entwickelt um ein Rechtssystem auf Grundlage der Religion einzuführen und eine Vereinheitlichung der Lebensgewohnheiten der Bewohner neu eroberter Gebiete zu gewährleisten, zu einer Zeit, als sich das Islamische Reich rasch ausgedehnt hatte und von Aufständen und Uneinigkeit unter den Muslimen untergraben wurde.
Abu Hanifa, der Begründer der ältesten der islamischen Rechtsschulen, hatte eine neue Art der Jurisprudenz (fiqh) eingeführt, die einen ausserordentlichen Einfluss auf die islamische Frömmigkeit hatte. Der fiqh war ebenfalls aus der weit verbreiteten Unzufriedenheit nach dem Bürgerkrieg entstanden. Die Männer trafen sich in den Moscheen um sich über die Unzulänglichkeiten der Ummayaden - Regierung zu unterhalten. Um den Traum einer islamischen gesellschaft zu verwirklichen wollten die Juristen exakte juristische Normen festlegen, mittels derer das Gebot des Koran, eine gerechte Gesellschaft zu bilden zur Realität werden sollte. Doch enthielt ihnen der Koran zu wenig gesetzgeberische Anweisungen, die scheinbar für eine viel einfachere Gesellschaft bestimmt waren. Also begannen einige Juristen sog. Hadithe (Überlieferungen die dem Propheten Muhammad zugeschrieben wurden) zu sammeln und versuchten, sich an dessen Praxis (Sunna) zu orientieren. Es entstand ein Paket aus Gesetzen und Praktiken aus dem Koran und den Hadithen. Weiterhin galt/gilt der Konsens der Gelehrten bezüglich weiterhin offener Fragen als massgeblich.
Wikipedia:
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| Die Schari'a, eingedeutscht Scharia ( شريعة / šarīʿa im Sinne von „Weg zur Tränke“, „deutlicher, gebahnter Weg“; auch: „religiöses Gesetz“, „Ritus“; abgeleitet aus dem Verb schara'a / شرع / šaraʿa /„den Weg weisen, vorschreiben (auch Gesetz)“) ist das kanonische Gesetz des Islam. Die Pluralform schara'i' / شرائع / šarāʾiʿ, bezeichnet alle einzelnen darin enthaltenen Vorschriften. Unter Fiqh versteht man die Gesetzeswissenschaft im Islam. Es entspricht der jurisprudentia der Römer und erstreckt sich auf alle Beziehungen des religiösen, bürgerlichen und staatlichen Lebens im Islam. Alle Beziehungen des öffentlichen und privaten Lebens müssen im Sinne des religiösen Gesetzes geregelt werden. |
zur Steinigung: trotz aller Widersprüche gibt es immer noch Staaten, wo sie praktiziert wird. Die Steinigung gründet auf den Hadithen, die über den Propheten überliefert wurden. Obwohl der Koran eine andere Strafe für Ehebruch vorsieht, hielten wohl einige Gelehrte/Interessengruppen diese nicht für akzeptabel und es kam sogar die These auf (begründet auf einem Hadith) der entsprechende Koranvers sei von einer Ziege aufgefressen worden. Eine andere Möglichkeit, die Steinigung zu rechtfertigen, wurde durch Abrogation (nichtig erklären angeblich widersprüchlicher Koranverse) gegeben, obwohl man auch bei dieser Theorie keine Steinigung aus dem Koran erlesen oder interpretieren kann. Die Hadithe bezüglich Steinigung kannst du hier lesen:
http://www.alhamdulillah.net/module.....action=viewcat&cat=79
Bezüglich Ehrenmorden (Wiederherstellung der Familienehre durch Ermordung eines unzüchtigen Familienmitgliedes) gibt es keine Grundlage im Koran und mir ist auch kein entsprechender Hadith bekannt. Der Koran verbietet Mord, die Vergeltung von Mord durch die Todesstrafe ist möglich, wird aber nicht gefördert (seinem ,Bruder" etwas zu vergeben ist eine lobliche Tat) Die Ehrenmorde scheinen ein kultubegründetes Fabrikat der islamischen Gelehrten zu sein. (da wird mal wieder die Korruption deutlich, die den Islam im Laufe der Jahrhunderte unterwandert hat)
Das Handabschlagen beruft sich auf einen Koranvers. Allerdings ist zu bemerken, dass es verschiedene Übersetzungsmöglichkeiten gibt und dieser Vers auch als : ,dem Dieb die Handlungsgewalt entziehen" übersetzt werden kann, was im Gesamtkontext sehr viel logischer erscheint. Das diese Übersetzung richtig ist, wird auch an anderen Stellen im Koran deutlich. Da man sich aber auf eine Möglichkeit einigen musste, kamen wieder die Hadithe ins Spiel (du findest auch diese in dem Link).
Ähnlich ist es zum Beispiel auch bei einem Vers, der angeblich erlaubt, seine Frau zu schlagen (es gibt schliesslich einen Hadith, der dies belegt). Man kann dieses Wort aber auch dahingehend übersetzen, sich von der Frau zu trennen, was widerum dem Inhalt anderer Verse über die Ehe entspricht.
Grüsse
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