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Hallo an Euch!
Es fällt mir auf, dass ein Paar "ungeschriebene Gesetze" immer wieder auftauchen, wenn es um den Glauben geht, besonders in einem schweren Lebensabschnitt. Zu einem höre ich raus, dass Gott dem Leidenden ein Leben ohne Schmerz und Kummer verspricht (den Gläubigen)- in einem anderen Leben- im Paradies, wenn er ganz brav alles erträgt. Wer hat das Paradies gesehen? Wer war dort?- ihr denkt die Frage ist dumm? Dann beweisst mir doch, dass die Antwort der Realität entspricht? Die Bibel ist dich kein Axiom!
...wie kann man einem Leidenden sagen, er sollte sein Leid ertragen, weil das "Licht" am Ende des Tunnels auf ihn wartet? (egal wie man es verstehen mag...)
...und wie kann man sagen das Selbstmörder feige sind, weil das Leben- egal wie schwer- ein Geschenk Gottes ist?...und es so wunderbar und entdeckungswürdig sei?...ist es jetzt so schwer, dass wir stolz sein sollten wenn wir es bis ans bittere Ende schaffen, oder ist es so wunderbar, dass man für jeden Grashalm dankbar sein sollte (weil es den vielleicht ohne seiner Gnade gar nicht mehr gäbe).
Ich bin neu hier, ich glaube an Gott zu glauben, mache mir keine Vorwürfe wenn ich zweifle...und ich möchte weiter glauben können- deshalb diese Fragen.
Würde mich sehr freuen wenn ihr mir eure Gedanken diesbezüglich mitteilen könntet.
eure mom46
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Liebe(r) mom46!
Ich finde es falsch, wenn Menschen alleine auf die verheißungsvolle Zukunft in einem Jenseits oder einer von Gott neu geschaffenen irdischen Welt warten.
Damit verfallen sie im Diesseits in eine Lethargie und glauben nur noch es geht darum andere eben zu dem Glauben zu bekehren, der ihrer Meinung nach (alleine) in diese verheißungsvolle Zukunft führt.
Du fragst danach, ob denn jemand dieses Paradies gesehen hat. Ich würde sagen, jeder Mensch, der auch nur einmal das bedingungslose Lieben erfahren hat.
Himmel und Hölle sind innere Zustände, im Diesseits und im Jenseits.
Hass ist die Hölle, Liebe (die bedingungslos ist) ist der Himmel.
Gruß Martin
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Lieber Martin,
Danke für den Beitrag. Ich darf nicht fragen ob du an Gott glaubst, die Antwort habe ich für mich mal gegeben...
Nun, bedingungslose Liebe kenne und empfange ich...durch meine Kinder. Besonders wird es seit einem dreiviertel Jahr deutlich- seit mein Sohn sehr schwer an Krebs erkrankt ist. Nur kann in unsere Liebe nicht heilen- in diesem Leben. Im Diesseits möchte ich jedoch die Heilung, auch für seinen Körper...was bringt und das Jenseits? Hoffnung ist ein Anker, Optimismus subjektiv, Pessimismus manchmal ein Trost...den wer den Boden nicht erreicht der sieht den Himmel nicht...welch Hohn und Selbsttäuschung in manch Worten...
Deine Worte sind wahr, danke!
Gruss, mom46
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Das ist etwas sehr sehr schweres, was Du da zu tragen hast und was Dein Sohn zu tragen hat.
Meine Anteilnahme!
Und alle Worte wie „Du wirst ihn im Jenseits wieder sehen“ sind da hohl und leer!
Ich wünsche Dir und ihm, dass er es schafft.
Es hört sich so an, als wäre er bereits bei der Pallantivbehandlung anbelangt.
Wisse dennoch, die von uns gehenden sind die aus unserer Wahrnehmung gehenden.
Es ist nicht gut, wenn Eltern ihre Kinder überleben, es ist äußerst schwer!
* * *
Mein liebes, mein geliebtes Kind,
du fragst, wie du erkennen kannst, dass Ich dir nahe bin.
Wenn in einer drückend heißen Nacht alles glüht und reglos ist,
liebkose ich dich mit dem ersten kühlen Windhauch, der deine Wange streichelt,
denk an mich!
Wenn quälender Hunger gestillt ist und Glücksgefühl in die Einsamkeit dringt,
denk an mich!
Wenn dein Mund ausgedörrt ist und du nur mit Mühe sprechen kannst
ist der erste Schluck kühlen Wassers die Linderung, die ich dir schenke,
denk an mich!
Wenn die Wolke des Todes sich auflöst beim ersten Lächeln im Blick eines Neugeborenen,
denk an mich!
Wenn ich dein Gesicht mit Regentropfen benetze und die Erde wasche,
die trockenen braunen Blätter,
ist der erste Duft reinen Regens die Reinigung, die ich dir schenke,
denk an mich!
Wenn Schmerz vergeht und Tränen versiegen,
denk an mich!
Wenn furchtlose Augen erschrecken vor den Grausamkeiten des Lebens
und der erste Anblick des stillen Sonnenunterganges dich tröstet,
denk an mich!
Dann fragst du mich, wie du erkennen kannst, dass du Mir nahe bist.
Wenn die brennende Sonne dich und die Erde ausdörrt,
wenn Sand und Staub deine Augen füllen und kein Schatten weit und breit zu sehen ist
und du mich liebst;
Wenn Einsamkeit und Hunger dich quälen und für keines Erlösung zu finden ist
und du mich liebst;
Wenn deine Lippen aufgesprungen sind, und die Zunge dir am Gaumen klebt,
wenn deine Kehle nach Wasser lechzt und weit und breit kein Wasser,
nicht einmal als Luftspiegelung, zu sehen ist,
und du mich liebst;
Wenn du ein sterbendes Kind im Arm hältst, das dich mit bittendem Blick anschaut,
und du mich liebst.
Wenn ich das Meer aufpeitsche zu einer Woge und du in seiner Tiefe
wie ein Blatt hilflos herumwirbelst
und du mich liebst;
Wenn der Schmerz vergeht und die Angst sich auflöst,
denk an mich!
Wenn standhafte Augen entsetzt sind von den Grausamkeiten des Lebens,
tröste ich dich mit dem ersten Blick auf den stillen Sonnenuntergang,
denk an mich!
Wenn Schmerz unerträglich wird und du lächelst
und du mich liebst;
Wenn ich dir dein Liebstes nehme und du nicht mehr sehen kannst,
wenn Dunkelheit dich umfängt
und du mich liebst;
Denn alles, was du siehst, hörst, riechst, schmeckst oder tastest, ist mein. Wie kannst du mir geben, was ich schon bin, es sei denn deine Liebe? Und Liebe gab ich dir schon vor Anbeginn der Zeit als deines. Gibst du sie mir nun wieder zurück, dann weiß ich, du bist wirklich mein, und ich werde alle deine Sorgen und all dein Glück in mir auflösen.
Weil ich dies bin, gebe ich dir die höchste Glückseligkeit für immer.
Denn ich liebe dich und meine Gedanken sind immer bei dir.
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Lieber Martin,
Bin sprachlos- danke!
mom46
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