Platon Symposion


Platon Symposion

Amazon Kurzbeschreibung:
Der wohl berühmteste Dialog des Platon ist ein Preislied auf den Gott Eros. Im Hause des Tragödiendichters Agathon überbieten sich die Gäste in ihren sechs Lobreden gegenseitig. So berichtet Aristophanes vom Mythos der männlichen, androgynen und weiblichen Urwesen und Sokrates von seinen Unterredungen mit der weisen Priesterin Diotima. Zu später Stunde trifft unerwartet Alkibiades ein und schildert in aller Offenheit seine Liebe zu Sokrates.


Auszug:
Platon über die Liebe (189 c - 191 d)
[...]Zuerst aber müßt ihr erfahren, wie es um die menschliche Natur steht und was mit ihr schon geschehen ist. Denn unsere ursprüngliche Natur war nicht die gleiche wie jetzt, sondern ganz anders. Denn erstlich gab es drei Geschlechter von Menschen, nicht wie jetzt nur zwei, männliches und weibliches. Vielmer gab es noch ein drittes dazu, welches aus den heutigen beiden zusammengesetzt war. Seinen Name gibt es noch, aber es selbst ist verschwunden. 'Mannweiblich' nämlich war dieses dritte Geschlecht, wobei reale Erscheinung ebenso wie Benennung zusammengesetzt war aus dem 'männlich' und 'weiblich'. Heute existiert nur noch der Name, wobei er als Schimpfwort dient. [...]

Mit Mühe endlich hatte sich Zeus etwas ersonnen und sagte: Ich glaube nun ein Mittel zu haben, wie es noch weiter Menschen geben kann und sie doch aufhören müssen mit ihrer Ausgelassenheit: sie müssen nämlich schwächer werden. Aus diesem Grunde, sprach er, will ich sie, jeden von ihnen in zwei Hälften zerschneiden.[...]

[...]Sobald er aber einen zerschnitten hatte, befahl er dem Apollon, ihm das Gesicht und den halben Hals herumzudrehen nach der Schnittfläche hin, damit der Mensch seine Zerschnittenheit vor Augen habe und sittsamer würde.[...]

Als so ihre natürliche Gestalt entzweigeschnitten war, sehnte sich jedes Teil nach seiner anderen Hälfte, und so kamen sie zusammen, umfaßten sich mit den Armen und umschlangen einander in dem Bestreben, zusammenzuwachsen, und so starben sie Hungers infolge ihrer Untätigkeit, weil sie nichts getrennt voneinander tun wollten.[...]

[...]
So lange schon also ist die Liebe zueinander den Menschen angeboren, um die ursprüngliche Natur wieder herzustellen, und versucht aus zweien eins zu machen und die menschliche Natur zu heilen. Jeder von uns ist also ein Stück von einem Menschen, da wir ja, zerschnitten wie die Schollen, aus einem zwei geworden sind. Also sucht nun immer jedes sein anderes Stück.


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Anmerkung:
Auf das zusammenwachse was zusammen gehört.
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Sprache: griech./deutsch
Broschiert - Artemis & Winkler
Erscheinungsdatum: September 1998
ISBN: 3760813542
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