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Zur Realität der Evolution und der Genesis ...













Was Denkst Du?
die Genesis ist wörtlich zu verstehen
16%
 16%  [ 1 ]
die Evolutionslehre ist richtig
83%
 83%  [ 5 ]
Stimmen insgesamt : 6

Guten Morgen!

Naja Mythos, es ist durchaus üblich Wissen per Geschichten zu vermitteln, denke nur an die Fabeln.
Logisch hatten die Menschen im Paradies kein Nahrungsproblem, ohne Körper.

Vergiss nicht in welchem Gebiet die Genesis entstand. Ziemlich trockenes Land, dass Leben muss sehr hart gewesen sein. Da ist es doch durchaus logisch das die Menschen, das Leben als Strafe empfanden. Ergo muss ja was schlimmes passiert sein, dass sie auf der Erde sind. Und natürlich muss die Frau dran schuld gewesen sein..... Weil die Leute in diesem Gebiet und zu dieser Zeit diese Einstellung vertraten, woher auch immer diese kommen mag. Vielleicht sogar ein Hinweis darauf, dass sie die Göttin "stürzten". Denn es ist bekannt, dass auch in Israel eine Göttin verehrt wurde als Gattin von Jahwe, Astarte.


Ich würde sagen die Schlangenphobie ist heutzutage anerzogen. In heidnischen Mythen ist die Schlange ein Symbol der Fruchtbarkeit.(Vielleicht ein Hinweis darauf, dass sie das Leben buchstäblich verteufelten, weil es so hart war?) Sie wurde verehrt. Seit sich das Christentum bei uns ausgebreitet hat, wurde die Schlange im wahrsten Sinne des Wortes "verteufelt".
Was wohl den Effekt haben sollte, die Leute zum Christentum zu bekehren und ihre alten Götter als Dämonen zu verunglimpfen.


Alles ist immer perfekt auf die Umwelt angepasst, sagte ich ja schon. Du meintest ja, dies wäre nicht so. Die Arten die aussterben, machen neuen Platz. Körper --->Wohnstätten der Seele. Das ist etwa dasselbe als würdest Du eine alte Maschine, gegen ein neues Modell austauschen.
Um mal ein wenig abzudrifften, es ist nötig das neue "Körper" entstehen, damit die Seele wieder ein "perfektes Körpermodell" hat um geboren zu werden. Kutschen z.b. sind heute nahezu "ausgestorben". Autos wiederum haben sich ständig verbessert. Ich denke Du weisst worauf ich hinaus will. Die Natur, dass Leben arbeitet genauso.

Nebenbei Du hast äusserst nörgelige Körperzellen.

Liebe Grüsse Hagebutte
Na Du stehst aber früh auf! oder hast Du auch so einen komischen Wach-Schlaf-Rhythmus?
Also, nichts gegen meine Körperzellen, denen bin ich loyal ergeben! Wenn sie ihrem Unmut über die Plackerei des Alltags mal Luft machen ist das nichts als Psychohygiene. Sonst krebsen sie noch in ihre Arbeitswut zurück, und dann hab ich den Salat, nene, sollen sie ruhig.

Zitat:
Naja Mythos, es ist durchaus üblich Wissen per Geschichten zu vermitteln, denke nur an die Fabeln.
Logisch hatten die Menschen im Paradies kein Nahrungsproblem, ohne Körper.

Da hast Du erstens recht und zweitens ist absolut nichts dagegen ein zu wenden. Allerdings mutet es einfach etwas sonderbar an, wenn Erwachsene Menschen mit eigenen Kindern tatsächlich immer noch vom Storch reden, dass der die Kinder brächte und das nachdem die Bienchen die Blümchen besucht hätten.

Mythologie und Märchen sind annähernd mein Spezialgebiet, wenn ich denn in einem Studium wäre, doch auch wenn ich die Fabel vom Fuchs und dem Raben herrlich finde, glaube ich mit keiner einzgen Hirnzelle daran, dass Fuchs und Rabe sich einer Sprache bedienten, welche die Fabel inhaltlich möglich machte.

Zitat:
Vergiss nicht in welchem Gebiet die Genesis entstand. Ziemlich trockenes Land, dass Leben muss sehr hart gewesen sein. Da ist es doch durchaus logisch das die Menschen, das Leben als Strafe empfanden. Ergo muss ja was schlimmes passiert sein, dass sie auf der Erde sind.

Da bin ich gar nicht so ganz sicher, wo denn die Genesis entstanden wäre, denn die kann durchaus mesopotamischen Ursprungs sein.
In der Bibel selber heißt es, sie wurde Moses auf dem Berge Sinai diktiert, bzw. hatte er daselbst eine Art Erleuchtung. Es ist durchaus interessant, einmal verschiedene Schöpfungsgeschichten neben einander zu stellen. Davon gibt es nämlich auch mehrere.

Dass die Lebensumstände hart sind und als Strafe aufgefasst werden, ist eine Möglichkeit welche nahe liegt, insbesondere bei einem Volk, welches seit geraumer zeit in Sklaverei lebt unter einem diktatorischen und rassistischen Herrscher, dessen einzige Wohlhabende in der Gottkaiserlichen Großfamilie leben.
Religionen sind zwar nicht notwendigerweise politisch agitative Gruppen, doch zeigt die Geschichte, dass sie dies immer mal wieder werden, sobald Bevölkerungsgruppen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit unterdrückt werden.

So kann der Auftrag: "Macht Euch die Erde untertan" durchaus auch politisch verstanden werden.

Zitat:
Und natürlich muss die Frau dran schuld gewesen sein..... Weil die Leute in diesem Gebiet und zu dieser Zeit diese Einstellung vertraten, woher auch immer diese kommen mag. Vielleicht sogar ein Hinweis darauf, dass sie die Göttin "stürzten". Denn es ist bekannt, dass auch in Israel eine Göttin verehrt wurde als Gattin von Jahwe, Astarte.

In verschiedenen Kulturen gibt es Hinweise darauf, dass das Patriarchat das Matriarchat abgelöst hat. Ich möchte dazu gern auf folgenden Thread hinweisen, Lesen bedarf so weit ich weiss nicht einmal der Mitgliedschaft im Geo und wenn doch ist die gratis und unverpflichtend wie hier:
http://www.geo.de/forum/showthread.html?t=22092
Vermutlich versteht man, dass ich mit dem Thema hier nicht unbedingt eine vergleichbare Diskussion lostreten möchte. Interessant ist die Lektüre allemal, aber etwas zeitaufwendig.

Auch eben noch gefunden:
Zitat:
Norbert Elsner / Die Macht des Weiblichen - Schrittmacher der Evolution
Mittwoch, 18 April 2007 , 18:15 Uhr - 19:45 Uhr
Bunte Federkleider, stolze Geweihe, exaltierte Balzrituale - vieles, was uns an der belebten Natur fasziniert, spricht der Darwinschen Theorie von der natürlichen Selektion Hohn. Wer sich derart auffällig kleidet und verhält, lockt jeden Feind an und schafft sich im harten Daseinskampf ein nicht geringes Handicap. Kein Wunder, dass dies manche an Darwins Theorie - und oft genug an der Evolution überhaupt - zweifeln lässt. Vergessen wird dabei, dass Darwin selbst seinem Konzept der natürlichen Auslese das der sexuellen Auslese zur Seite gestellt und erkannt hatte, dass es vor allem das weibliche Geschlecht ist, das den männlichen Part zu solch exorbitanten Anstrengungen zwingt. Über Vermutungen und Antworten auf die Frage des "Warum" wird zu sprechen sein. Vortrag von Norbert Elsner, Göttingen, im Rahmen der Karl von Frisch Lectures 2006/07 der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Quelle: http://www.dieuniversitaet-online.a.....type=details&eid=2645


Daran, dass bei jedem Machtwechsel auch an der Geschichte herum geflikt wrd ist sicher nichts Neues und in erschütterndem Maße versuchen die Kreationisten dasselbe, indem sie am Verständnis vorhandener Schriften einfach eine Radikalwende vollziehen, die zum Belächeln geeignet wäre, mehr als manche andere lebendige Mythologie.

Zitat:
Ich würde sagen die Schlangenphobie ist heutzutage anerzogen.

Ganz bestimmt nicht nur anerzogen, das lässt sich auch daran erkennen, wie die Therapien dagegen durchaus nicht ein Erfolgsrezept haben.
Ein Primate, der in Gefangenschaft aufgewachsen ist, begegnet allem Unbekannten mit spielerischer Neugier, sei es ein Roboterspiezeug (als bewegtes nicht-Lebewesen) oder ein Kinderspielzeug unbewegter Art.
Gibt man demselben verspielten Tier einen länglichen bewegten Gegenstand in den Käfig, z.B. einen sich windenden Plastikschlauch oder ein StückSeil, das man von außen bewegen kann, ohne dass der Affe den Zusammenhang erkennen kann, dann flieht sich das gute Tier erst mal in die hinterste Ecke seines Reviers.
Später, wenn sich das Ding nicht mehr bewegt, wird es wieder hervorkommen und mit einer vorsichtigen Untersuchung anfangen.
http://www.geo.de/forum/showthread.html?t=21907
und http://www.geo.de/forum/showthread.html?t=13341

Wenn man die Wirkung von Schlangenbissen insbesondere im Mittelmeerraum mit da natürlicherweise vorkommenden Kobras beachtet, wird sofort verständlch, warum es genetisch sinnvoll ist, eine Schlangefurcht zu ererben.
Daran dass bereits Primaten dieses Verhalten zeigen kann man auch erkennen, dass sie beiweitem älter sein dürfte als die Bibel.

Zitat:
In heidnischen Mythen ist die Schlange ein Symbol der Fruchtbarkeit.(Vielleicht ein Hinweis darauf, dass sie das Leben buchstäblich verteufelten, weil es so hart war?) Sie wurde verehrt. Seit sich das Christentum bei uns ausgebreitet hat, wurde die Schlange im wahrsten Sinne des Wortes "verteufelt".
Was wohl den Effekt haben sollte, die Leute zum Christentum zu bekehren und ihre alten Götter als Dämonen zu verunglimpfen.

Zur Verehrung der Schlange möchte ich einen Link geben, aber es ist wohl angebracht, dazu einen neuen Post zu öffnen.
Man findet die Schlange aber in der Kultur in allen Drachen wieder, von Asien bis zum Quetzalcoatl, der gefiederten Schlange in Südamerika mit durchaus unterschiedlichen Wurzeln.
Versuch doch mal, diesen Link zu öffnen und sag mir ob´s geht.
Da ausserdem die Texte unter meiner Mitwirkung hereinkamen, darf ich sie bestimmt auch hierher kopieren, oder aber, wenn das mit dem Link geht, könnt Ihr einfach da nachlesen.
http://www.j-lorber.de/proph/seher/hopis.htm#Neuntes
Nun aber weiter zu Hagebuttes Äusserungen.

Zitat:
Alles ist immer perfekt auf die Umwelt angepasst, sagte ich ja schon. Du meintest ja, dies wäre nicht so.

Das ist, wenn es so ist, vorübergehend so.
Die Natur bzw. die Erde verändert sich fortwährend: Beben, Vulkane, Faltungen, Grabenbrüche, Klimawandel (unser Einfluss darauf ist lächerlich minim)
Die Lebewesen sterben entweder dabei aus oder passen sich daran an, und dies tun sie in sagenhaftem Tempo, wenn sich mal wo eine Katastrophe ereignet, die alles Leben auslöscht, dauert es zumeist nicht sehr lange, bis man da neue Arten oder alte Pioniere findet.
Ein typischer Pionier auf vulkanischen Inseln sind die Kokospalmen und nicht selten reisen auf dem Früchten die dann keimen auch gleich die passenden "Schädlinge" mit ein.

Zitat:
Die Arten die aussterben, machen neuen Platz.

Verzeihung, ich möchte dazu nur betonen, dass diese Arten dies nicht altruistisch tun, sondern kommen sie mit neuen Bedingungen einfach nicht mehr zurecht.
Oftmals sind aber wenige Individuen unter diesen Arten, welche trotzdem überleben können und falls davon ein paar fertile Pärchen vorhanden sind, kann sich daraus eine neue Art bilden auf dem Stamme der Alten.

Zitat:
Körper --->Wohnstätten der Seele.

Das ist eine Möglichkeit. Gerade mit den Beschwerden, welche ein Körper macht, verbindet sich intensiver eine Glaubensgeschichte, als mit den Begabungen und mit dem Glück.
Es ist doch sonderbar, dass gerade unter Behinderten recht viele tief Gläubige Menschen sind. Den Umkehrschluss, dass tiefer Glaube behindert machen würde darf man natürlich nicht machen, es sei denn man beliebe einen ironischen Witz zu landen.

Zitat:
Das ist etwa dasselbe als würdest Du eine alte Maschine, gegen ein neues Modell austauschen.

Das entspricht ungefähr der Reinkarnationslehre. Eine Variante die ich durchaus als wahrscheinlich ansehe, wenn ich auch der Möglichkeit, dass die Seele eine Funktion der Hirnströme ist und sonst nichts.
Kann sein, dass diese Hirnströme eine uns nicht sichtbare Verbindung über unbekannte Wege (warum nicht z.B. magnetischer Art) zu einer Art Server ausserhalb des Körpers haben. Seele als Server, mal so ganz informationstechnisch, und wenn der Server nicht mehr mitmacht, dann kannste hier herzschlagen wie wild, nützt alles einen hafenkäse ggg

Zitat:
Um mal ein wenig abzudrifften, es ist nötig das neue "Körper" entstehen, damit die Seele wieder ein "perfektes Körpermodell" hat um geboren zu werden. Kutschen z.b. sind heute nahezu "ausgestorben". Autos wiederum haben sich ständig verbessert. Ich denke Du weisst worauf ich hinaus will. Die Natur, dass Leben arbeitet genauso.

Sicher arbeitet das Leben und die Natur, sag ich doch, die Evolution findet sichtbar vor unseren Augen täglich statt, auch mit Flüchtlingen, Einwanderern, Ferienbekanntschaften, Mischlingen, Trisomien, Krankheiten im Erbgut, welche unter Umständen überlebensfördernd sind (z.B. sind so weit ich weiß Bluter immun gegen Malaria, oder Leute mit Sichelzellanämie, ich weiß jetzt nicht mehr ganz genau, aber eins von beidem.)

ABER: Kutschen fahren trotzdem noch und es is ein Vergnügen mit touristischem Marktwert, Hochzeitsfuhrweke zu fahren oder Fiaker zu vermieten. Oder den Pärchen in Kutschen beim Knutschen zusehen...

Gut, man kann den Umweltschützern vorwerfen, sie wären evolutionäre Messies, welche alles behalten wollen, also weg mit Bruno Braunbär, Piff Paff, der hat ein Schaf gerissen.
Damit ein Hundebesitzer seine Tiere abtun muss, welche ein Kind getötet haben bedarf es aber einer gerichtlichen Verfügung. Ist das nicht grotesk?

Auf andere Weise haben sich ja gewisse Leute vor bald hundert Jahren der Evolutionslehre bedient: Nachhelfen, wo die Natur "unwürdiges Leben" hervorbringt und dazu noch eine eigene Definition davon bringen, wie denn würdiges Leben auszusehen habe: Blond und arisch.
Ich hoffe es ist unnötig zu erwähnen, dass ich das weder tolerieren noch nachvollziehen kann. Und beim Verstehen wird mir schlecht.
Hier noch ein Artikel, der eben in meinen Google-Alerts zum Thema Max-Planck-Institut ereingekommen ist, der passt hier gar nicht so schlecht herein.
http://www.oppt.de/news-1/datum/200.....s-macht-uns-zum-menschen/

Zitat:
Schwedischer Genforscher entschlüsselt in Leipzig Ur-Gene

Svante Pääbo (Foto: dpa) [img]http://www.oppt.de/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=uploads%2Fpics%2F14.4._Gesell...Urgene.jpg
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8f6751ec643a[/img] ob das wohl geht ? Zeilenumbruch bitte herauslöschen, damit der Link geht.

(www.dpa.de) - «Die Antwort liegt in den Genen der Urmenschen und der Schimpansen», sagt der Direktor des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie Svante Pääbo in der sächsischen Messestadt. Der Traum des Genforscher ist es, die Ur-Gene des Menschen zu entschlüsseln und zu verstehen.

«Eigentlich werde ich fürs Blödeln und Spinnen bezahlt. Ab und zu kommt dabei Spektakuläres heraus», meint Svante Pääbo, der in Stockholm im März 1955 geboren wurde. Schon als Kind wollte er in der Vergangenheit forschen. Er studierte Archäologie - «aber das war mir schnell zu langsam». So belegte er im Anschluss Medizin und Molekularbiologie. In München analysierte er das Erbgut uralter Knochen, bevor er 1999 einem Ruf nach Leipzig folgte. «Die Bedingungen zum Forschen sind Weltklasse, die Stadt ist eine Weltmetropole im Kleinen und ich kenne keine so dynamische und rasch wachsende Region wie diese.» Herzlich, fast schwärmerisch erklärt der schlaksig wirkende Schwede seine Liebe zu Leipzig.

Pääbo will herausfinden, welche genetischen Veränderungen während der menschlichen Evolution stattgefunden haben, als sich unsere Spezies neue Merkmale aneignete. «Was unterscheidet uns von unserem nächsten lebenden Verwandten - den Schimpansen?» Dazu vergleicht er Genome von Neandertalern, Schimpansen und modernen Menschen. «Positive Selektion» heißt der Prozess, bei dem sich neue Eigenschaften herausbilden. Zum Beispiel das Sprechen: «Wir wissen, dass wenn das Gen "FOX P2" mutiert, Menschen massive Sprachstörungen haben. Wenn wir wissen, wann sich dieses Gen verändert hat, können wir erklären, seit wann "wir" sprechen.» Mehr Wissen um solche Zusammenhänge könnte Sprachstörungen verhindern oder heilen, aber auch Phänomene wie Autismus erklären.

Das wichtigste zum Entschlüsseln solcher Geheimnisse seien Gespräche, sagt Pääbo. «Wir stecken die Köpfe zusammen, blödeln in lockerer Atmosphäre und entwickeln mit viel Spaß neue Ideen.» Das Planck-Institut bietet «Denkern» zum Beispiel eine Sauna auf dem Dach und eine Kletterwand, um die nötige Atmosphäre für «bewusstes Spinnen» zu schaffen.

Pääbo entdeckte, dass der moderne Mensch kaum älter als 100 000 Jahre ist - ein Zeitraum den er als «jüngste Geschichte des Menschwerdens» bezeichnet. Der moderne Mensch begann die Erde zu besiedeln: vor 40 000 Jahren Europa, vor 67 000 Jahren Asien und Südostasien inklusive Australien, dann über die Beringstraße vor 20 000 Jahren Nordamerika und schließlich vor etwa 13 000 Jahren Südamerika. Die Veränderung der Gene des Neandertalers zum heutigen Erbgut setzte etwa vor 400 000 Jahren ein und dauerte dann etwa 300 000 Jahre. «Diese zeitlichen Dimensionen sind es, warum ich es ablehne, aus Genen die Zukunft zu deuten: das geht nicht», sagt Pääbo.

Das Max-Planck-Institut vereint unter seinem Dach Biologen, Mediziner, Paläontologen, aber auch Sprachwissenschafter, Mathematiker und Informatiker. Auf dem Weg zu vollen Entschlüsselung der Ur-Gene hilft den Forschern auch die Affenanlage des Leipziger Zoos. «Wir haben von allen Menschenaffen ausreichend große Gruppen vor der Haustür. Das ist einmalig.»

Die praktische Arbeit an den Genen spielt sich dann in Hightech- Laboren ab. In so genannten Reinsträumen, in denen Überdruck herrscht, werden Proben von Knochenfunden zermahlen und auf Kontamination (Verunreinigung) geprüft. «In dem alten Material sind Pilze und Bakterien keine Seltenheit», sagt Pääbo. Ist das Material «sauber», wird die DNA isoliert. «Mineralien, Proteine und so etwas müssen weg.» Dann werden die Sequenzen der Gene «kopiert» - vervielfältigt für die zahlreichen folgenden Untersuchungen. Drei Milliarden Bausteine entstehen.

Ziel ist die Entschlüsselung einer gesamten Ur-DNA. «Das bräuchte 70 Milliarden Sequenzen», schätzt Pääbo. Und dann fängt die Auswertung erst an. «Das sind Ausgrabungen im Erbgut des Urmenschen.» Bis es soweit ist, können noch zwei oder noch fünfzig Jahre ins Land gehen. Das hängt von Technologien, Ideen und jeder Menge Geld ab. «Was wir dann erhalten könnten, wäre eine Revolution: das Gerüst des modernen Menschen.»

Bis dahin erfreut sich der Wissenschaftler an einem ganz konkreten menschlichen «Wunder»: Pääbo ist vor einem Jahr Vater geworden und erlebt fasziniert die Entwicklung seines Sohnes.
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