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Wahre Christen sind Vegetarier!












@vantast:

nein, wir sind _hier_ zum schwätzen!
Da hast Du weitgehend recht, oder auch ganz, und es ist ja bekanntlich so, dass man erst richtig schätzen lernt, was man hat, wenn man es mal nicht hat, und zwar lange genug oder gar im katastrophalen Glauben, es wäre definitiv verloren.

Du sprichst die Dezentralisierung an, durch verteiltere Produktion würden viele Wege überflüssig.... und viele kleinere Verarbeitungsbetriebe notwendig... und manches würde teurer.
Beispielsweise die Agrarwirtschaft der Schweiz kann nur aufrecht erhalten werden, dank massiver Stützungskäufe und Subventionen. Die bezahlt indirekt das Volk.
Trotzdem ist Schweizer Ware immer noch mehrheitlich teurer als ausländische.

Die Verarbeitung der Milch darf aber nicht beim Bauern gemacht werden, wegen der Lebensmittelkontrolle, also muss die Milch erst zur Molkerei ins Tal, und wenn man dann oben Alpkäs machen will, muss sie wieder hinauf gepumpt werden. Dazu gibt es eine Milchpipeline von der Alpwirtschaft zur Molkerei im Tal, immerhin kostet es noch keinen Straßenverkehr, nur die Dieselpumpe macht wohl etwas Gestank und Lärm.

Und was macht man mit den männlichen Jungen der Kühe? Etwa die Hälfte sind nämlich junge lebensfrohe Bullen und so viele braucht es bestimmt nicht.
Das gibt aber gutes Fleisch, nur ist es eben auch teurer, als das aus den Rinderbatterien oder wie das heißt.

Will sagen:
Insgesamt bin ich sicher, es wäre einiges gewonnen, würde mehr auf Fleisch verzichtet und vermutlich kommen Fleischproduzenten nicht auf die Idee, was anderes zu tun, so lange das noch so schön rentiert, auch wenn mit staatlicher Unterstützung.
Aber eben, beiweitem nicht jeder Landwirt (heute sind Bauern gut ausgebildete Betriebsleiter zumeist mit EDV-Erfahrung und Praxis, also nicht an dumme Kartoffelbauern denken, die sitzen eher in der Politik (uiiiiii schnell weg renn) die Klischees stimmen nicht mehr, die noch zu meiner Jugend richtig waren!

Aber ich bin auch dagegen, dass man in Holland Schweine mästet, den Schinken nach Parma fahren lässt zum Räuchern und wieder hoch nach Holland und noch mal irgendwo hin zum Verpacken und solcher Quatsch ist der Alltag auf der Straße.
@ Lisken

Zitat:
selbst wenn wir genug vegetarische nahrung für alle produzieren können, müssen wir sie dorthin transportieren, wo sie gebraucht wird. das muss koordiniert werden. wer soll das machen? und wie? transport kostet auch energie

Wer ist „wir“?
Wir als Menschheit?
Wozu weit transportieren?
Anbaumöglichkeiten und Absatzmöglichkeiten gibt es fast überall vor Ort.

Zitat:
ein gehobener lebensstandard könnte zu weniger bevölkerungswachstum führen, aber genauso gut zu mehr.

Erstens nicht „gehobener“ sondern „gehobenerer“!

Zweitens ist gehobenerer von einem Standpunkt aus, den Menschen in der 3. Welt haben immer noch ein sehr dürftiger Lebensstandard!

Drittens ist das sachlich falsch: je ärmer eine Bevölkerung, desto mehr Kinder setzen die in die Welt, denn Kinder sind eine Altersvorsorge. Mein Opa war das 13. Kind. Damals normal, kurz nach dem ersten Weltkrieg.
Nenne mir ein Volk, das arm ist und eine niedere Geburtenrate hat!
Nenne mir ein Volk, das reich ist und eine hohe Geburtenrate hat!

Zitat:
wenn die gesamte weltbevölkerung den lebensstandard hätte, den wir hier in der sog. 'ersten welt'

...wie bitte? Und dann schreibst Du mir:
Zitat:
eben, martin, es ist nunmal ein theoretisches konstrukt. da spielen noch wesentlich mehr (praktische) faktoren eine rolle


Wie denn das?
Mit jedem Aufstreben der armen Länder werden die reichen Länder abwärts gehen.
Und das ist auch gut so!
Denn weniger soziale Spannungen erzeugen weniger Kriege.
Noch haben wir einen hohen Standard und ich erfreue mich daran.
Aber ich kann auch mit wenig leben.
Jahrelange hatte ich nicht mehr Privatsphäre als zwei Quadratmeter in einer Halle.
Und ich war deswegen nicht weniger glücklich, als ich es jetzt bin.
ja genau, so schaut's aus. wir könnten ja eine lebensmittelpipeline nach afrika bauen...
aber was bringt das?

an den lebensmitteln selbst hapert es nicht, davon gibt es überall genug, bzw. man könnte überall genug produzieren um eine gute versorgung zu gewährleisten.
menschen hungern nicht, weil es nicht genug gibt, sondern, weil sie nicht genug geld haben um das, was ihnen angeboten wird zu bezahlen.
und sie haben nicht genug geld, weil sie keine möglichkeit bekommen genug zu verdienen.
und diejenigen, die die möglichkeit haben so viel zu verdienen, dass es ihnen aus den ohren quillt, geben es aus für privatjets, plastikzeug, keramikzeug und was weiss ich für zeug... formel 1 (der sinnloseste 'sport' der welt), wozu das?

das geldsystem ist _bevor die zensur eingreift, tue ich es selber_.
aber hauptsächlich ist es unsere denkweise, die uns daran hindert ein paradies aus diesem planeten zu machen.

aber um auf das eigentliche thema zurück zu kommen: wer aus einer religion heraus gutes tut, dem hat die religion geholfen. wer aus einer religion heraus sich einbildet das recht zu haben, anderen schaden zuzufügen, der hat irgendetwas nicht verstanden.
vegetarier zu sein aus ethischen gründen hat etwas mit empathie anderen lebewesen gegenüber zu tun. das was die meisten 'religion' nennen, hat für sie eher etwas mit dogmen zu tun.
und das ist einfach nicht dasselbe.

lg
lisken
@martin:
ja, mit 'wir' meine ich uns menschen als gesamtheit.

ja, es wäre möglich (fast) überall genug zu produzieren. sag das aber denjenigen, die damit geld machen. die nehmen die kaffeebohnen in mexiko, machen in den usa nescafe daraus und verkaufen das dann wieder in mexiko... und das zeug schmeckt furchtbar, es gibt überall guten kaffee, nur nicht dort, wo er wächst.

schon deswegen muss mehr passieren, als dass wir alle vegetarier werden. es gibt also zwei möglichkeiten:
entweder fällt dieses system oder wir müssen transportieren - von dort, wo mehr ist dorthin wo weniger ist. (das machen wir auch schon zur genüge, allerdings transportieren wir bisher nur dorthin, wo geld zurückkommt.)
und nein, nicht alle gegenden bieten anbaumöglichkeiten, in einigen fehlt z.b. wasser, in anderen fehlen die nötigen nährstoffe im boden. und die müssten wir dann - transportieren.

nenne mir ein volk, das arm ist und eine niedrige sterberate hat. nenne mir ein volk das reich ist und eine hohe sterberate hat.
zunächst einmal würde es eine höhere bevölkerung geben, weil die sterberate niedriger wäre - erst nach einer weile könnte sich das einpendeln. es tragen meiner meinung nach aber mehr faktoren dazu bei, dass leute kinder in die welt setzen, als die materielle versorgung.

mit deinem letzten abschnitt stimme ich völlig überein. ich rede nur ungern von standard, weil das für mich so klingt, als sollten alle das haben und so leben können. wenn jeder seinen eigenen standard hätte, wäre standard nichts einheitliches mehr und das wort 'standard' hat für mich was von einem einheitlichen qualitätsanspruch. 'das ist hier standard' heisst: das ist hier so üblich.
in der dritten welt ist es meist schwer von einem standard zu sprechen, weil es dort den standardfall meist gar nicht gibt, entweder man ist sehr arm oder sehr reich. standard ist dort etwas, das erst geschaffen werden muss.
andererseits: wenn ich näher darüber nachdenke, kann man es auch so sehen wie du, dass es wechselnde standards gibt.

ich denke denke darum, es handelt sich um ein missverständnis. auch das mit dem 'gehobenerer' habe ich übelesen.
ich habe ein jahr in mexiko-stadt gelebt und bin öfter in russland. ich wünschte, man könnte dort eine art 'standard' einführen. was aber genau dort standard ist, weiss ich nicht. soetwas kann ich mir eigentlich nur hier in deutschland vorstellen.

lg
lisken
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