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Hier und Jetzt












Guten Tag.

Hallo

Wo sind wir denn?

Hier

Danke.

Bitte sehr

............ Die Gesprächsteilnehmer schweigen eine Weile

Sind Sie glücklich?

Unbedingt!

Seit wann sind sie denn so glücklich?

Seit jetzt!

Oh, ich sehe.

Haben Sie Hunger?


Nein.

(der Gesprächsteilnehmer guckt den Fremden unverwandt und irgendwie fragend an.)

Ja bitte, was gucken Sie denn?

Was Sie jetzt sagen wollen.

Muss ich etwas sagen?

Nein

Die beiden sitzen lange schweigend gegenüber und sehen einander an.

Sie sind glücklich?

Ja

Kennen Sie es, wie es ist, unglücklich zu sein?

Ja

Wie ist das denn?

Man denkt, es fehle irgendwas.

Oh, was denn?

Das ist egal.

Verstehe

kaum

Sie glauben mir nicht?

Spielt das eine Rolle?

Ja

Warum?

Wenn Sie mir nicht glauben, halten Sie mich für einen Lügner.

Und?

Ich bin aber kein Lügner.

gut!

Und ich HABE Sie vorhin verstanden.

gut!

Glauben Sie mir jetzt?

Ich glaube, dass Sie meinen etwas verstanden zu haben.

Ich habe verstanden, dass es egal ist was einem fehlt, wenn man unglücklich ist.

Sehe ich auch so.

Was ist denn dann nicht egal?

Zu erkennen, dass es einem nicht fehlt.

Sie meinen, es fehlt überhaupt niemandem je an irgendetwas?

So ist es.

Wie kommt es denn, dass Menschen verhungern oder erfrieren?

Sie irren sich so sehr dass sie das nicht überleben. Sie sind falsch programmiert.

Wie würde denn das richtige Programm lauten?

Es ist alles da, was ich brauche.

Wie langweilig!

Warum?

Da gibt es ja gar nichts zu tun!

Eben!

und wozu lebt denn einer da?

Freude zu haben. Das Leben zu preisen.

Woran?

Am Hiersein!

Und wozu ist einer hier?

Nicht zu irgendwas, einfach zum Dasein im Hier und Jetzt.

Verstehe.

Kaum

Das ist frech!

Vielleicht

Ich werde Massnahmen gegen Sie einleiten.

gut

Sie werden einen Prozess kriegen.

toll, was ist denn das?

Das ist eine Anklage und ein Gerichtsverfahren und man wird Sie schuldig sprechen, der Missachtung der Menschenwürde.

Oh, das ist was Tolles, das kenne ich nicht. Wer ist denn die Menschenwürde?

Die Würde ist nicht jemand, Sie Dummkopf.

Oh, Dummkopf ist würdig?

In diesem Fall schon.

Aha.

Die beiden sitzen lange schweigend gegenüber. Blau steht auf. Rot sagt:

Halt !

Guten Tag!

Sie dürfen jetzt nicht gehen.

Warum?

Ich habe Sie angeklagt, Sie müssen auf Ihre Festnahme warten.

Ich glaube nicht, dass Sie mir etwas zu befehlen haben.

Oh doch!

Und warum sollten Sie mir etwas zu befehlen haben?

Sie haben mir die Auskunft verweigert!

Welche Auskunft?

Wo wir hier wäre und wie spät es sei. Ich muss das wissen, denn es ist lebenswichtig für mich!

Ist es das? Nun, wenn Sie mit meiner Auskunft nicht zufrieden waren, warum fragen Sie nicht jemand anders oder richten sich nach der Sonne?

Ich sehe die Sonne nicht. Es ist bereits dunkel.

Aber als Sie mich das erste mal fragten war es noch hell!

Ja. Aber das nützt mir nichts, ich muss die Uhrzeit haben

Aha. Und warum sehen Sie nicht auf Ihrer Uhr nach?

Sie steht.

Das ist gut, dann zeigt sie immer dieselbe Zeit!

Ja, und das ist gar nicht gut, ich werde meine Termine verpassen und alles verlieren was ich besitze.

Wozu besitzen Sie denn etwas?

Zum Leben.

Haben Sie den Eindruck, dass ich lebe?

Den Eindruck habe ich.

Aber ich besitze nichts

Und wovon wollen Sie Sich ernähren?

Ich ernähre mich nicht.

wovon leben Sie?

Keine Ahnung, aber ich lebe. Ich bin immer hier und es ist immer jetzt.

In Ewigkeit AMEN.

Du sollst nicht Gottes lästern

Wer ist Gott ?

Du

bestimmt nicht.

dann nicht, wenn du nicht willst.

Ich bin nicht für alles verantwortlich zu machen.

Nur für was Du selbst erlebst.

Ach, dann bist Du eine Ausgeburt meiner Fantasie?!?!?

Vielleicht. Ist das wichtig?

Natürlich.

Warum?

Ich brauche eine Realität, damit ich weiss wie ich mich verhalten soll.

Gleich betest Du mir die Namen runter seit Echnathon und Nophretete.

Ich bin kein wandelndes Lexikon.

Was für ein schöner Tag

Es ist Nacht.

Richtig, die gehört auch zum Tag, ein Tag geht von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang.

wann geht die Sonne auf?

Jetzt

Nein.

Bei mir schon

Wie denn das?

Ich habe sie eben gesehen

die Sonne?

Ja

Wo?

Gleich hier in mir

Oh, die kann ich nicht sehen

Nein, Deine ist in Dir

Oh, die kenne ich nicht!

Du musst sie nur entdecken

Wodurch ist sie denn verdeckt?

Durch Dein Ego
Die Idee zu diesem "Dialog" entstand im Gedanken an das Bühnenkabarett:


Dr Schnäuscht Wäg Nach Worb (von Ernst Mischler, Gümligen)

Situation: D, ein Deutscher, der ein Gemisch aus Hochdeutsch und Schweizerdeutsch redet, trifft M, ein richtiger Emmentaler (nicht der Käse), der ein breites Berndeutsch redet, beim Zytglogge in Bern. D fragt M, wie man vom Zytglogge nach Worb kommt.

D: Ah, eh erlaubet Sie mal. Sie sind doch sicher en Einheimische, gell.
M: Einheimisch, ja, eh wie meinet dir das?
D: I mein, sie sind doch sicher hier gebore, ne?
M: Jä hie am Zytglogge? Nei, deheim ar Chesslergass Nummero zwöiedrissg, im dritte Stock.
D: Nei, i mein, Sie sind doch Berner?
M: Jä, heit dir öppis drgäge?
D: Degäge? Nei, im Gegeteil. Aber sie könne, ja, doch, des könne Sie, Sie könne mir doch sicher sage: Wann fährt der nächschte Omnibus nach Worb?
M: Dr nächscht Omnibus nach Worb?
D: Nach Worb, ja.
M: Ja, wenn das dä fahrt?
D: Ja, wenn das de fahrt.
M: Nie!
D: Aha. Was wieso, ha, wieso nie?
M: Jä wüu nach Worb ä ke Omnibus fahrt.
D: Nach Worb da fährt gar kein Omnibus?
M: He nei, da fahrt kene.
D: Ach du meine Güte! Ja, sage sie mal, kame nach Worb auch gehe?
M: Ja, we me wott cha me scho.
D: Ha, ja, und wie geht me denn da?
M: Jä z'Fuess.
D: Ja des isch ja schliesslich klar, ne?
M: Jä nei, dasch de nid eso ganz klar. Dir chöit ja o uf de Häng ga, nume heit dr de e chli lenger, gäu.
D: Sie Spassapfel. Ha, ha. Ja sage sie mal, sie verstehe mich falsch, wie lang geht me denn da?
M: Ja, wie meine sie wie lang? Ja, da könnt ihr hier lang gehen oder chöit da lang gehen.
D: Nei i mein wie lange, wie lange man geht.
M: Ja, da chöit dr ds ganz Jahr ga, d'Worbschtrass isch geng offe.
D: Mann, isch ja klar, ne. Ich mein, wieviel Zeit, wieviel Zeit das me braucht.
M: Aha, ja, wieviu Zyt das me brucht. Jaa, je nach däm.
D: Aber was heisst jetz wieder je nach dem.
M: Ja gäuet, je nach däm wie eine geit. We eine langsam geit de het dä natürlech e chli lenger weder eine wo gleitiger geit.
D: Aso mann, desch doch vollkome klar.
M: Jä nei, dasch de nid eso ganz klar. Wüsst dr es git nämlech no ganz langsami, u die loufe no langsamer weder die Langsame.
D: Aber ich mein, was braucht me so im Durchschnitt?
M: Im Durchschnitt?
D: Ja, im Durchschnitt
M: Aso, ja, so zwe Fränkli füfesibezg müesst dr scho rächne.
D: Ja was heisst zwe Franke füfesibezg?
M: Ja, we dr, ja de chömet dr de afe i ds Burgereziu u de heit dr doch de afe Turscht u de gaht dir de dert ganes Bier ha, ja, das choschtet öppe es Füfzgi u när, mit em Trinkgäut, u när gaht dr..., u när geits de vei e chli lang, u de chömet dir de afe uf Gümlige, de heit dr, ja dasch de e Strecki, de heit dr de sicher Hunger, gäu, de gaht dr öppe ga ne Servelasalat ha, macht o ume eis vierzg, u nähär, vo dert äwäg, ja, de chömet dr de uf Rüfenacht, u när, u de müesst dr, ja dasch de zimlech wit dert ueche, ja es geit de dert opsig, ja, zwöi füfesibezg müesst drscho rächne.
D: I möcht doch wisse, wieviel Zeit ich daderzue brauch.
M: Ja, für das aus ds ässe?
D: Ja.
M: Ja, da müesst dr öppe..., was wie mr da säge..., föif, ja zwänzg Minute müesst dr scho rächne.
D: Aber sie könne mir doch wenigschtens sage, wie muss ich da gehe?
M: Ja muss ich, i ha gmeint dir gangit freiwiuig.
D: Ja, aber... aber, wie geh ich da?
M: Da chöit dr scho im Mantu gah. Chöit ne aber o ufe Arm näh, das geit o.
D: Aso Sie, zum letschte mal: Wie geh ich nach Worb?
M: Ja zum letschte..., i ha gmeint dir gangit hüt zum erscht mal.
D: Jaa, ich geh ja zum erschte mal, drum steh ich doch hier und frag sie.
M: Aha.
D: Leider
M: Ja das han ig mir de scho no dänkt. Ja es isch eso. Ja, da göt dir am ringschte über d äh, über die Kirchenfeldbrücke.
D: Kirchefeld..., ah endlich. Aso mein Weg führt über die Kirchefeldbrück.
M: Jä nid nume öie, au Lüt wo uf Worb gö müesse über d'Chirchefäudbrügg. S'isch o dr chürzischt Wäg.
D: Ja, des isch doch wohl klar. Und dann weiter?
M: De geits de äbe d'Thunstrass uf.
D: Thunstrass, aha. Ja, Thunstrass, ich will doch nid nach Thun.
M: Jä, heit dir öppis gäge Thun?
D: Näi, aber ich will doch nach Worb.
M: Ah, nach Worb weit dr?
D: Ja, nach Worb.
M: Ah, nach Gümlige weit dir de nid?
D: Nach Worb! Ich wüsst nid, was ich in Gümlinge suche soll.
M: Chönt si, dass dir dert no Verwandti hättet.
D: Ich hab weder Verwandte in Thun, noch Verwandte in Worb, noch Verwandte in Gümlinge.
M: Aha, ja, nach Worb wit dir auso?
D: Ja, ich will nach Worb.
M: Aha.
D: Wenn i au keini Verwandti in Worb hab, ich will trotzdem nach Worb
M: Ja nu, de ganget haut.
D: Aber bitte, wie geh ich dort?
M: Ja, da gaht dir eifach witers, nid.
D: U wieder nachher und nachher.
M: Ja, de gaht dr de, ja, de müesst dir auso gliich über d'Chirchefäudbrügg.
D: Ja, des will ich ja, aber...
M: N
D: Wenn ich durch die Worbstrasse geh, dann treff ich ja auf Worb, ne, drum heisst sie doch Worbstrass, das isch doch sonneklar, ne.
M: So, u, we dir iz da, äh, d'Peschtalozzistrass ufganget, dann treffen sie ouch ouf Peschtalozzi, dasch doch sonnenklar.
D: Des isch doch ganz was anderes, des leuchtet mir doch ein, dass ich der Peschtalozzi nid treff, das müesst ja direkt e Zuefall sein, oder?
M: Wieso Zuefau, dä isch doch scho lang gstorbe.
D: Was dr Peschtalozzi isch gschtorbe? Ja, war der krank? Was hat dem gfehlt, i hab gar nichts gört dervo.
M: Das weiss ig ja nid, isch scho lang här sider.
D: Das ka nid sein. Aso nöilich hab i no e Bild vo ihm gseh i dr Illustrierte, da war er no ziemli rüschtig.
M: Dasch dert vilech e Fotografie gsi us de Jugendjahre.
D: Aber wir versöime üseri Zit wider mit em Peschtalozzi. Also jetzt, sage sie mir, wenn sie nach Worb gehe müesste, wie würde Sie dann gehe?
M: Jäh, i muess nid nach Worb. I wüsst nid, was i dert obe z’sueche hätt.
D: Gesetzt der Fall: Sie müesste nach Worb gehe. Wie würde sie gehe?
M: Ja, da würde ich nicht gehen, da würde ich...fahren.
D: Ja ebe. Was fahre? Aber sie habe mir doch vorhin erzählt, nach Worb da fährt kein Omnibus.
M: Ja, Omnibus fahrt e kene, aber ds Blaue Bähnli.
D: Ah. Das sage sie mir erscht jetzt, dass des Blaue Bahnli fährt.
M: Ja, dir heit mi o gar nid derna gfragt.
D: Und wann fährt das nechschte Blaue Bahnli?
M: Ds nächschte Blaue Bähnli?
D: Ja.
M: Ja, dasch isch grad vor zwo Minute gfahre, gseter es fahrt dert grad d'Thunstrass uf.... ar äbe de d'Thunstrass uf.
D: Ja, aso jetzt sind mir a der Kirchefeldbrügg.
M: Was heisst wir, i chume nid mit nach Worb.
D: Mann, mann, ihre Nerve möcht i habe.
M: Ja, di bruch i säuber. Ja ids gaht dr eifach da über die Kirchenfeldbrücke, u nähär de d'Thunstrass z'düruf...
D: Thunstrass...
M: När chömet dir de iz Burgereziu u de chöit dir de öies Bier ga ha. När chömet dir de i d'Muristrass, dasch de die glichi wie d'Thunstrass, aber dir merkets de scho gäuet.
D: Und nachher weiter...
M: U nächär, ja, de geits de witer, u de, äh, abe, de wirds de e chli komplizierter...
D: Was noch komlizierter! Wieso?
M: De chömet dir de ids Egghöuzli, gäuet, u de chöit dr mache wie dr weit, de chöit dr ja de gradus, d'Thunstrass, oder chöit de d'Worbstrass übere
D: Worb! Ja, da geh ich natürlich durch die Worbstrasse, hä, dann treff ich ja auf Worb, ne, Köpfchen, ne.
M: Nein, dann treffen sie ouf Gümligen, Köpfchen.
Lalique ist ein(e) User(in) in einer anderen Comm. Ich habe sie nicht um Erlaubnis gefragt, ihre Zeilen hier verwenden zu dürfen, aber ich denke nicht, dass sie etwas dagegen hat, gerade wenn das ihrer Berühmtheit entgegenkommt.
Den Text findet man hier:http://www.brigitte.de/foren/showth.....tml?p=2047580#post2047580



Lalique hat folgendes geschrieben:
EIN MENSCH ist zum Dichten oft nur bereit
wenn er Kummer empfindet und Leid

auch wenn es ihn zerreißt vor Wut
dann sprudelt es - aber geht es ihm gut

dann genießt er nur und schweigt
bis das Leben ihm wieder mal zeigt

die Ar s c h karte, die er gar nicht will
dann ist er plötzlich nicht mehr still

oft fließt die Kreativität
nur, wenn es jemandem dreckig geht

kann sein, der Mensch hält sich zurück
um nicht in Versuchung zu führen sein Glück?




. . . . . . . . . . . . . . . . . . .




Wie wahr und sieh mal die Erkenntnis
die das Gedicht hier in sich trägt
einschließend dazu die Bewendnis
dass Liebe oft die Verse prägt.

So scheint ein Mensch mit dem Kreieren
an zu fangen erst in Not
wie schon die Alten postulieren
Erfindungsgeist wächst ohne Brot.

Doch sind die Menschen scheints verschieden
selbst wenn sie noch lebendig sind
der eine ist mit nichts zufrieden
der andre nie, der stopft den Grind

Die Not des einen ist der Mangel
und die des andren Überfluss
wie sich der Aff an Bäumen hangel
mal langsam und mal toll im Schuss

so hangelt menschliches Befinden
von Leid zu Freud, von Glück zu Pein
und um sein Wesen zu ergründen
reicht nicht der Leben manche Reihn


14.05.2007, 13:26

Zeitgeist

Standard AW: Geisterstunde
Der Zeitgeist guckt in seinem Schloss
im TV was denn heut so los
auf dieser Welt und ob er richtig
oder ob er vielleicht schon flüchtig
denn Zeitgeist ist sehr wandelbar
ändert auf Wink von einem Haar
bereits die Richtung radikal
doch heute sieht er überall
dasselbe wie seit Noahs Zeit
es geht meist um Besitz der Streit.

Besitz von Land, Besitz von Macht
Besitz der grössten Schönheit Pracht
und dann zuletzt werden sie nicht rot
besitzen gar den einzigen Gott!
Der Zeitgeist kringelt sich vor Lachen
hätte er Glieder tät´s drin krachen
und wenn nicht Frieden Einkehr halt
brauchts für den Frieden noch Gewalt!
Nein halt, zu kalt wäre die Entscheidung
der Zeitgeist schwört auf Kriegsverleidung.

Verleidet ist es nun den Leuten
wie den Verliebten so den Bräuten
zu kämpfen und sich weh zu tun
setzen sich hin, nicht um zu ruhn
nein, um zufrieden sich zu geben
mit was beschieden in ihrem Leben
die Werbung lässt sie heute kühl
nicht Mode macht das Herzgefühl
die Liebe quillt direkt im Kopf
des großen Zeitgeist Suppentopf.
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