Eine Zen-Geschichte


Ein Meisterhandwerker im alten China wurde vom Kaiser beauftragt, einen Schrank für des Kaisers Schlafzimmer im Kaiserlichen Palast herzustellen. Der Handwerker, ein Zen-Mönch, sagte dem Kaiser, dass er während fünf Tagen nicht in der Lage sein werde, zu arbeiten. Die Spione des Kaisers sahen, wie der Mönch die ganze Zeit dasass und anscheinend nichts tat. Dann, als die fünf Tage vorbei waren, stand der Mönch auf. Innerhalb dreier Tage fertigte er den aussergewöhnlichsten Schrank, den je jemand gesehen hatte. Der Kaiser war so zufrieden und neugierig, dass er den Mönch zu sich kommen liess und ihn fragte, was er während den fünf Tagen vor dem Beginn seiner Arbeit gemacht hatte.

Der Mönch antwortete:
„Den ganzen ersten Tag verbrachte ich damit, jeden Gedanken an Versagen, an Furcht, an Bestrafung, falls meine Arbeit dem Kaiser missfallen sollte, loszulassen.
Den ganzen zweiten Tag verbrachte ich damit, jeden Gedanken an Unangemessenheit und jeden Glauben, dass mir die Fertigkeiten fehlen würden, einen dem Kaiser würdigen Schrank zu fertigen, loszulassen.
Den ganzen dritten Tag verbrachte ich damit, jede Hoffnung und jedes Verlangen nach Ruhm, Glanz und Belohnung, falls ich einen Schrank fertigen sollte, der dem Kaiser gefallen würde, loszulassen.
Den ganzen vierten Tag verbrachte ich damit, den Stolz, der in mir wachsen könnte, falls ich in meiner Arbeit erfolgreich sein sollte und das Lob des Kaisers empfangen würde, loszulassen.
Und den ganzen fünften Tag verbrachte ich damit, im Geist die klare Vorstellung dieses Schrankes zu betrachten, in der Gewissheit, dass sogar ein Kaiser ihn sich wünschte, so wie er jetzt vor Ihnen steht."
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"Alle Religionen lehren, daß wir einander lieben und unsere eigenen Fehler herausfinden sollten, bevor wir uns erkühnen, die Fehler anderer zu verdammen, und daß wir uns nicht über unseren Nächsten erheben dürfen." -- Abdul-Baha
Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zenmeister.
"Herr", fragten sie "was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du."
Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich."
Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: "Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?"
Es kam die gleiche Antwort: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ist und wenn ich esse, dann esse ich."
Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend fügte der Meister nach einer Weile hinzu: "Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein."
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RELAX and Let Go
Ihr lieben,

sehr schön, die beiden Geschichten!

Alles Liebe von Yojo
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)
Die letzten Worte des Meisters

Ein alter Zen-Meister stand am Ende seines Lebens. Seine Schüler versammelten sich um sein Sterbebett.

Einer von ihnen wusste, dass der Meister sein ganzes Leben lang eine besondere Art von Küchlein geliebt hatte. So war er am Tage zuvor durch die Stadt gelaufen, um diese Küchlein aufzutreiben. Glücklich bot er dem Meister nun ein solches Küchlein an.

Der alte Mann nahm den Kuchen mit zitternder Hand und einem müden Lächeln. Er führte ihn zum Mund und kaute langsam. Seine Kräfte schwanden zusehends.

Ein Schüler fragte leise, ob er noch eine letzte Botschaft für sie habe.

Der Meister nickte.

Die Schüler rückten ganz nahe zum Meister, um seine schwache Stimme zu hören.

"Diese Küchlein sind einfach wunderbar." und er verstarb.


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"Wer nicht an Wunder glaubt, der ist kein Realist." David Ben Gurion (erster israelischer Ministerpräsident)
[quote]
,,Diese Küchlein sind einfach wunderbar.,, und er verstarb.

,, Don't worry- be happy. ,,


Otira
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RELAX and Let Go
ja. - bis im letzten Moment, - angesichts des Todes, im jetzt leben.

Der Tod ... kommt in ein par Sekunden ..., aber jetzt erstmal: Kuchen essen.

Aber, ich habe mal eine Frage an euch, was glaubt ihr, ist das die richtige Einstellung, rundum die richtige?

abgesehen davon daß es extrem schwierig ist, dies zu leben (eben weil es so einfach ist).

Vielleicht besser gesagt.... oder gefragt.... wie hart sollten wir an uns arbeiten, -- oder auch nicht --, um dies zu erreichen?

Vielleicht ist meine Frage auch falsch, aber ich stell sie trotzdem mal...

muß zugeben, ich weiß es nicht..
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)


Die Geschichte zeigt für mich, dass man immer versuchen soll auch in unglücklichen Situationen Humor und gute Laune zu bewahren, so wie zb auch Jeff in dieser Geschichte http://www.geistigenahrung.org/viewtopic.php?t=313&highlight=

Das ist natürlich leichter gesagt als getan

Andrea
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"Du magst denjenigen vergessen, mit dem Du gelacht hast, aber nie denjenigen, mit dem Du geweint hast." (Khalil Gibran)
"Der Schlaf ist der kleine Bruder des Todes." (Homer)
Liebe Andrea,

der link funktioniert bei mir irgendwie nicht....

welche Geschichte meinst du

Yojo
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)
Zitat:
Hallo Yojo,

Gibt es da nicht einen Spruch?
Der lautet:,, Wer sagt ? Das das Leben nicht der Tod ist und der Tod das Leben.,,

(Wortwörtlich kann ich mich leider nicht mehr daran errinnern) Sorry.

Ich werde mal darüber nachdenken.

Vielleicht?>>>>Werdet wie kleine Kinder, denn ihnen gehört das Himmelreich.

Oder?
Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst.

Oder?
Was kümmert es meiner Seele über die Vergangenheit nachzugrübeln?
Was kümmert es meiner Seele über die Zukunft nachzudenken? Wenn sie doch nur ihre Bestimmung sucht.
Zu wissen ihre Bestimmung, ist der halbe Weg ihrer Reise.

Oder?

Ich will jeden Tag so leben, als wäre es mein letzter.

Oder?

Danke, es war eine wunderschöne, erfolgreiche Reise.

Oder?

Schau doch auf meine Unterschrift !!!!

Otira


Meine liebe Otira!!!

Das ist wunderschön!!!!



Du hast deine Gedanken aufgereiht wie Finger,
die alle in dieselbe Richtung zeigen, ein jeder Gedanke
von einer anderen Seite aus.

Ich habe sie auf mich wirken lassen und das Ergebnis beantwortet
was ich nicht verstehen konnte...

Ich habe so oft die letzten zwei Tage darüber nachgedacht, erst
jetzt fand ich deine Antwort.

Ich danke dir von ganzem Herzen!!!

Das hast du klasse gemacht, eine wunderschöne Art
und Weise des Vorgehens.

Der Meister ist am Ziel seiner Reise. Es war eine lange Reise und
er hat immer wieder diese Kuchen gegessen. Er weiß wo es hingeht.
Der Zug ist am Bahnhof angekommen. Er steigt gleich aus. Zur
Erinnerung an den Zug noch der Kuchen, der Rest ist egal....
Die Zukunft sieht er gleich, wenn er aussteigt.

Er hat Gottvertrauen. Er ist sich Gottes Liebe sicher. Und er hat ein
reines Herz

Ich konnte den zusammenhang mit der Zielgerichtetheit nicht erkennen.



Alles Liebe von Yojo
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RELAX and Let Go
Himmel und Hölle

Ein sehr kämpferischer und aggressiver Samurai forderte einmal einen Zenpriester auf, ihm zu erklären, was Himmel und was Hölle ist.

Der weise Priester erwiderte verächtlich: "Du bist nichts als ein Flegel, mit deinesgleichen vergeude ich nicht meine Zeit!"

Da war der Samurai natürlich in seiner Ehre getroffen und wurde rasend vor Wut. Er zog sein Schwert aus der Scheide und schrie den Priester an: "Für deine Frechheit sollst du sterben!"

"Das ist", gab ihm der Priester gelassen zurück, "die Hölle."

Verblüfft von der Erkenntnis der Wahrheit dessen, was der Priester über die Wut gesagt hatte, die er gerade erlebt hatte, beruhigte sich der Samurai. Er steckte das Schwert in die Scheide und dankte dem Priester mit einer Verbeugung für die Einsicht.

"Und das", sagte der Priester, "ist der Himmel."
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"Die Trübsale dieser Welt gehen vorüber, und was uns bleibt, ist das, was wir aus unserer Seele gemacht haben." Shoghi Effendi