Foren-Übersicht
Impressum | Login | Registrieren | Forum | Suche

Wasserversorgung und Hydraulik












Sakina für alle.

Zitat:
Die Araber

Wasserversorgung und Hydraulik

Die trockenen Regionen der arabischen Halbinsel und Nordafrikas stellen auf dem Gebiet der Wassergewinnung, Speicherung und Versorgung eine besondere Herausforderung dar. Es ist also nicht verwunderlich, daß die Beschäftigung mit Hydraulik, Hydrogeologie und Wasserwirtschaft einen erheblichen Stellenwert einnahm. Überlieferungen finden sich bei Ibn Kaldun, einem Gelehrten aus der Region des heutigen Tunesiens. Berühmt wurde er vorallem durch seine Abhandlungen über Mathematik und Geometrie. Die Umsetzung kann man heute noch in den Oasen Nefta und Tozeur bewundern. Deren Bewässerungssystem wurde im 13. Jhd. durch den arabischen Gelehrten Ibn Chabbat entwickelt und ist bis heute fast unverändert in Betrieb. Es verbindet verschiedene Quellfassungen durch ein Kanalsysteme und Verteiler mit den Gärten und Palmen der Oasen. Das System ist nach hydraulischen Gesichspunkten angelegt und lehnt sich technisch an Wasserversorgungs und Entsorgungsysteme der Römer an. So wurden zum Beispiel in kleinen Bereichen Druckleitungen eingesetz, Energieumsetzung erfolgte in Tosbecken um Strömungsgeschwindigkeiten zu verringern, die Verteilung wurde in eigenen Verteilerbecken vorgenommen und durch Schieber geregelt. Da Tunesien eine bedeutende römische Kolonie war und über einen reichen Schatz römischer Bauwerke verfügte ist eine Beeinflussung leicht zu erklären.
In den Schriften des arabischen Gelehrten Dschazari finden sich Aufzeichnungen für Bewässerungsanlagen. In Spanien existieren noch viele dieser Anlagen aus der Zeit der Omayaden, die teilweise bis heute in Betrieb sind. Auch Carsten Niebuhr ein Forschungsreisender im Auftrag des Herzogs von Sachsen liefert in seinen Reisebeschreibungen aus dem 18. Jhd. Skizzen von Wasseranlagen Ägyptens, die denen aus dem 13. Jhd. ähneln.

Tunnel und Stollen

Von Bedeutung war im Zusammenhang mit der Wasserversorgung das sogenannte Foggarasystem. Es handelt sich hierbei um Verbindungsstollen zwischen Quellfassungen in Bergregionen und Gebieten mit fruchtbaren Böden in denen sich Oasen bildeten. Der persische Gelehrte Al Karagi berichtet im 11. Jhd. in seinen Schriften von der Planung, dem Bau und Betrieb solcher Anlagen. Das persiche System der Quanate entspricht in seiner Bauweise den arabischen Systemen der Foggara, wie man sie z.B. in der Sahara findet.
Durch einen Querstollen wird eine Grundwasserführende Schicht angegraben und das Wasser über einen in einigen Regionen mehr als 70 Km langen Längsstollen in das Oasengebiet abgeführt.
www.biw.fhd.edu/alumni/2002/ dorner/ingenieurgeschichte/arab.htm


mffggg gnostik
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum III