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Geistig-Metaphysisches












Aus buddhistischer Sicht,

Leben ist weder ein rein Geistig-Metaphysisches noch ein Körperlich-Physisches, sondern ein Begriffliches, Begreifen in jenem wirklichen Sinne genommen, in dem es Greifen und Begreifen geistiges wie körperliches Greifen in sich begreift, Greifen im wirklich strengsten Sinne genommen, indem diese Einsicht, dass es so ist, das Wissen von mir als einem begrifflichen Vorgang nicht etwas außerhalb dieses Vorganges Stehendes, an sich Seiendes, Erkennendes ist, sondern selber ein begrifflicher Vorgang, anders ausgedrückt: Im Wissen davon, dass ich ein rein begrifflicher Vorgang bin, vollzieht sich kein Erkennensakt mir selber gegenüber vom Standpunkt eines an sich seiendem Ich-Selbst (atta) aus, sondern es vollzieht sich in ihm ein Weiterrollen, ein Weiterwachsen des Begreifens, keine Konfrontation mit mir selbst, sondern eine immer wieder neue Erinnerung an mich selber. Ich sage das hier und gebe dies in diesen kurzen Sätzen nicht, weil ich denke, dass Sie dies nun ohne weiteres begreifen werden. Ich selber habe lange Jahre geduldigen und duldigen Denkens gebraucht, um zu dieser Einsicht zu kommen und ich gebe Ihnen das nur, um Sie gleichfalls zu geduldigem Nachdenken anzuregen.

Somit: Ich bin meinem Wesen nach weder ein Metaphysisches (Geistiges an sich), wie der Glaube will, noch ein Physisches (Körperliches an sich), wie die Wissenschaft will. Ich bin meinem Wesen nach freilich geistig, aber kein an sich seiendes Geistiges, d.h. ein Metaphysisches, sondern ein geistiger Vorgang, ein Begriffliches, d.h. etwas, das, weil eben Vorgang - des körperlichen bedarf - um da zu sein. Als solches bin ich meinem metaphysisch, wie der Buddha sagt: an-atta, was das, unserem Wort ametaphysisch, durchaus entsprechende Pâliwort ist.
In welcher gegenseitigen Beziehung hier Körperliches und Geistiges stehen, das gibt der Buddha wieder in der Formel der gegenseitigen Abhängigkeit von Geistform und Bewusstsein, eine Formel, auf die ich hier nur hinweisen kann.

Somit: Ich bin ein Greife-Vorgang, ein Begreife-Vorgang, ein begrifflicher Vorgang und das Wissen, dass es ist, ist gleichfalls Form des Begreifens. Aber woher stammt dieser begriffliche Vorgang, welches ist die Abstammung des Ich's?

Im Glaubensakt des Glaubens bin ich (als atta = Seele) ein an sich Seiendes, Ewiges, absolut anfangslos, absolut endlos, zur Ewigkeit verdammt. - Im versuchten Erfahrungsakt der Wissenschaft bin ich eine Lebenserscheinung, die von anderen Lebenserscheinungen, den Eltern abstammt, diese stammen wieder von ihren Eltern usw. in einer endlosen Reihe, die die Frage des ersten Einsatzes überhaupt unbeantwortet lässt, sie immer wieder vor sich herschiebt.

Aus einer Lehrrede Buddhas zum "Sinn des Lebens"
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum III


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