Das Paradoxe unserer Zeit in der Geschichte ist...


Ein Botanik-Student schrieb:

Das Paradoxe unserer Zeit in der Geschichte ist, dass wir höhere Gebäude haben, aber eine kleinere Geduld, breitere Autobahnen, aber engere Standpunkte; wir geben mehr aus, aber haben weniger; wir kaufen mehr, aber geniessen weniger.

Wir haben grössere Häuser und kleinere Familien; mehr Annehmlichkeiten, aber weniger Zeit; wir haben mehr Diplome, aber weniger Verstand; mehr Wissen, aber weniger Urteilsvermögen; mehr Experten, aber mehr Probleme; mehr Medizin, aber weniger Wohlergehen.

Wir haben unsere Besitzungen vervielfacht, aber unsere Werte reduziert.

Wir sprechen zu viel, lieben zu selten, und hassen zu oft. Wir haben gelernt, unseren Lebensunterhalt zu bestreiten, aber nicht das Leben. Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, nicht den Jahren Leben. Wir sind zum Mond geflogen und zurück, aber haben Mühe, die Strasse zu überqueren um den neuen Nachbarn zu treffen.

Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht unseren inneren Raum. Wir haben die Luft gesäubert, aber die Seele verschmutzt; wir haben das Atom gespalten, aber nicht unser Vorurteil. Wir haben höhere Einkommen, aber tiefere Moral, wir haben viel Quantität, aber wenig Qualität.

Dies sind die Zeiten der grossen (grossgewachsenen) Menschen und schwachen („kurzen“) Charaktere; steilen Profite und seichten Beziehungen. Dies ist die Zeit des Weltfriedens, aber häuslicher Kriegsführung; mehr Freizeit, aber weniger Vergnügen; mehr Nahrungsmittelarten, aber weniger Nährwert.

Dies sind die Zeiten der doppelten Einkommen, aber der vermehrten Scheidungen; der ausgefalleneren (Luxus-) Häuser, aber der gebrochenen Heime. Es ist eine Zeit, in der es viel in den Schaufenstern gibt und nichts im Lager, eine Zeit; in der die Technologie Ihnen diesen Brief übermitteln kann und eine Zeit, in der Sie entscheiden können, entweder etwas zu bewegen .... oder einfach die Lösch-Taste zu drücken.
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"Alle Religionen lehren, daß wir einander lieben und unsere eigenen Fehler herausfinden sollten, bevor wir uns erkühnen, die Fehler anderer zu verdammen, und daß wir uns nicht über unseren Nächsten erheben dürfen." -- Abdul-Baha
Ja wir Biologen haben's voll drauf!..... ^^ ne wirklich, schöner text....
@ friend: SEHR geil! Wo hast Du das her? Hat diese Person noch merh geschrieben?
Das ist doch ein Zitat von dem Komiker Georg Carlin....
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M & N: Fress halten - selber machen.
Ja, da hat der gute Mann Recht gehabt
Finde es auch toll.
Aber wir sollten dadurch nicht in Weltuntergangsstimmung verfallen. (Das war so mein erstes Gefühl dabei.)
Trotz aller scheinbaren Aussichtslosigkeit soll es uns verhelfen die Dinge wieder richtig zu sehen und umzudenken.
Kann dem gar nicht zustimmen.

Die Menschheit an sich hat sich doch nicht wirklich verändert. Und um die Werte war es, so was man eben aus dem Geschichtsunterricht weiß, in älteren Zeiten viel schlimmer bestellt als heute.
Das kommt nicht auf die Zeit an, in der man lebt, sondern auf den Menschen an sich.

Aber vielleicht kann ich mit dem Text nur nichts anfangen, weil eine solche "früher-war-alles-besser-Stimmung" mir generell nicht liegt.

Im Gegenteil, ich finde, um die Werte ist es, zumindest in großen Teilen der westlichen Gesellschaft, nun besser bestellt.
Zitat:
Kann dem gar nicht zustimmen.

Die Menschheit an sich hat sich doch nicht wirklich verändert. Und um die Werte war es, so was man eben aus dem Geschichtsunterricht weiß, in älteren Zeiten viel schlimmer bestellt als heute.
Das kommt nicht auf die Zeit an, in der man lebt, sondern auf den Menschen an sich.

Aber vielleicht kann ich mit dem Text nur nichts anfangen, weil eine solche "früher-war-alles-besser-Stimmung" mir generell nicht liegt.


Ja , sehe ich auch so . Aber das eigentlich faszinierende ist das unsere rasent schnelle materielle und wissenschaftliche Entwicklung nicht mit unserer seelischen Standhält. Das ware zB etwas das der Dalei Lama direkt erkannt hat . Er bewunderte unsere materielle Errungenschaften und sah gleichzeitig das seelsiche Elend unserer Zivilisation . Exakt darin besteht ja auch die große fähigkeit von Buddhisten , sie können menschliches Leid erkennen .
Man könnte es vielleicht so zusammenfassen:
Wir haben mehr, sind jedoch nicht glücklicher. Vielleicht sogar unglücklicher?
Zitat:
Man könnte es vielleicht so zusammenfassen:
Wir haben mehr, sind jedoch nicht glücklicher. Vielleicht sogar unglücklicher?


Ich denke, wir haben den Fokus auf unsere individuelle Befindlichkeit verlagert, in dem Glauben, dass alles zu haben ist. Und: Wir haben genügend Zeit zu analysieren, was uns fehlt.
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„Der Seele Grenzen kannst du nicht ausfinden, und ob du jegliche Straße abschrittest; so tiefen Grund hat sie.“ (Heraklit)