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Koranfragmente aus Sanaa












Zitat:
Welche Meinung habt Ihr zu der teilweisen (Fremdwörter syrisch aramäisch) Leseart der Koranfragmete aus Sanaa?

Ich denke, sie sind enorm wichtig.
Dazu Folgendes:

Gerd-Rüdiger Puin (* 1940 in Königsberg) ist Jemen-Experte und Islamwissenschaftler an der Universität des Saarlandes.
Er studierte in Bonn und in Saudi-Arabien. Puin leitete von 1981 - 1984 in Sanaa/Jemen das Projekt "Restaurieren und Katalogisieren arabischer Handschriften", in dem er an den ältesten bekannten Koranfragmenten arbeitete, die bei Bauarbeiten an der grossen Moschee von Sanaa gefunden worden waren.
Er und Karl-Heinz Ohlig lehren beide an der philosophischen Fakultaet der Uni Saarbruecken

In der hauseigenen Zeitschrift Imprimatur (8/2006) schrieb Olig:
Karl-Heinz Ohlig
Licht ins Dunkel der Anfänge des Islam
Anstelle einer Rezension
...
Die Münzen machen deutlich, dass muhammad lange Zeit kein Name war, sondern ein Motto, das ein Prädikat des Messias Jesus, des Sohnes der Maria – wie es in der Inschrift des Felsendoms heißt –, in den Mittelpunkt des religiös-politischen Konzepts stellt. Dieses Programm wurde von ’Abd al-Malik aus Gebieten östlich Mesopotamiens mitgebracht und bis nach Westsyrien hin verbreitet. Das muhammad-Motto wurde erst im Verlauf des 8. Jahrhunderts historisiert und im 9. Jahrhundert mit einer Biographie unterlegt.[5]

Mit ’Abd al-Malik kamen auch koranische Materialien aus dem Osten nach Westen, die in ihrer Heimat eine Theologie und Christologie vornizenischer Art beibehalten und in der Isolation – sektenhaft – weiterentwickelt haben. Diese ursprünglich aramäischen (und mittelpersischen?) Texte sind z.Zt. ’Abd al-Maliks in ein Arabisch, das noch seine Herkunft aus dem Syrischen zeigt – eine syro-aramäische Mischsprache– übertragen worden[6] ; dieser in seinem genauen Umfang unbekannte „Urkoran“ wurde im Verlauf des 8. (vielleicht auch noch des 9.) Jahrhunderts erweitert.
...
[5]Vgl. u. den Beitrag: Karl-Heinz Ohlig, Vom muhammad Jesus zum Propheten der Araber. Die Historisierung eines christologischen Prädikats.
[6]Vgl. Christoph Luxenberg, Die syro-aramäische Lesart des Koran. Ein Beitrag zur Entstehung der Koransprache, Berlin 12000, 22004, x2006.


http://www.phil.uni-sb.de/projekte/imprimatur/mainframe.html
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