"Nur" Tagesrestverarbeitungen, "nur" Ph


Hallo ihr Lieben,

aufgrund dessen was wir bislang so zusammengetragen haben, worüber wir überlegt haben und es niederschrieben, möchte ich eure Aufmerksamkeit auf etwas lenken, was mir sehr am Herzen liegt.....



Wir träumen oft in gewaltigen Bildern. Von riesigen Wüsten, Sonnen, Bergen; märchenhaft schönen Wiesen, gigantischen Schlössern, uralten Ruinen; wir fliegen durch die Lüfte... fallen in unendlich tiefe Abgründe...

Wir denken nach über unseren Traum, und sehen, er bezieht sich auf etwas womit wir uns im "grauen Alltag" gerade beschäftigen. Wir neigen dazu, die "Phantasiewelt" unserer Seele des Nachts zu belächeln, und "schämen" uns vielleicht sogar ein wenig ob ihrer "übertriebenen", "extrem karrikativen" Sichtweise.

Und das ist was ich in den Raum stellen möchte: Sind diese Dinge trivial, oder sind sie es nicht?

Zitat:
Der Traum ist der kleine Bruder des Todes (Homer)


zitiere ich nun mit euch zusammen, und zitiere dazu diese erstaunlichen Worte von Bahá'u'lláh:

Zitat:
»Diese Tage sind Gottes Tage; mit einem Augenblick daraus können Zeitalter und Jahrhunderte niemals wetteifern. Ein Atom ist in diesen Tagen wie die Sonne, ein Tropfen wie das Meer. Jeden einzelnen Atemzug, der in der Liebe Gottes und zu Seinem Dienst ausgehaucht wird, zeichnet die Feder der Herrlichkeit auf als eine fürstliche Tat. Würden die wirkenden Kräfte dieses Tages aufgezählt, so wären alle wie vom Donner getroffen außer denen, die Dein Herr ausgenommen hat.«


Die Zeit in der wir leben ist anders als vergangene und anders als künftige Jahrhunderte. Nach 4.000 Millionen Jahren Entwicklung, erreicht unser lieber Planet die Zeit der Reife. Er erkennt zum allerersten Mal "sich selbst" durch uns, die Menschen. Die gesamte Schöpfung ist betrunken vor Freude und Glück, sagt Bahá'u'lláh, denn seit Anbeginn aller Zeiten war diese Zeit, in der wir heute leben, die eine ersehnte Zeit.

Vor diesem Hintergrund, sollten wir nicht vielleicht den Spieß herumdrehen, und mit der "ausßergewöhnlichen", der farbenfrohen, bilderreichen Sichtweise der Seele den "grauen Alltag" betrachten, anstatt die Schönheit und Tiefe der Traumwelt mit dem Hinweis auf "da wird der Alltag verarbeitet", milde lächelnd beiseitezuschieben?

Sollten wir nicht wagen, wenngleich pochenden Herzens, dieses Märchenland zu bejahen; ein Land, wo der liebevolle Gedanke ein Fürst, und die gute Tat eine Königin ist? Wo eine Sekunde der Achtlosigkeit eine unendliche Wüste, wo ein Moment der Dankbarkeit zu einem immerwährenden Labsal werden?

Was meint ihr: Wer hat recht, der rationelle "graue Alltag" oder die bilderreiche Farbenwelt der Seele? Welche Sichtweise ist angebracht?

Das interessiert mich zutiefst....

bitte

Euer Yojo
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)
Zitat:
Wir denken nach über unseren Traum, und sehen, er bezieht sich auf etwas womit wir uns im "grauen Alltag" gerade beschäftigen. Wir neigen dazu, die "Phantasiewelt" unserer Seele des Nachts zu belächeln, und "schämen" uns vielleicht sogar ein wenig ob ihrer "übertriebenen", "extrem karrikativen" Sichtweise.

Und das ist was ich in den Raum stellen möchte: Sind diese Dinge trivial, oder sind sie es nicht?


Nach meinem Empfinden sind diese Dinge keinesfalls trivial.
Trivial ist umgekehrt, Dinge, nur weil man sie nicht zu definieren weiß,
sie nicht in Formeln audrücken oder sonstwie berechnen kann, als nicht existent, Phantasiegebilde oder karrikative Sichtweise abzutun.

Es existiert eine geistige Welt. Mag man sie nun geistige Welt, Jenseits, Paradies oder wie auch immer nennen: es ist doch dasselbe, wovon wir sprechen/schreiben, träumen, an dessen Existenz wir - und viele von uns wohl nicht unbegründet - glauben. Man sieht sie nicht. Kann sie nicht fotografieren. Auch - zum Glück! - nicht mit Realtime- und Sensationsjournalismus belästigen und live in Form von Breaking News übertragen. Genau darin liegt aber die Stärke: daran zu glauben, ohne es im Grobstofflichen greifen, riechen, schmecken zu können (ja, aber schmeckt denn das, was ich wirklich mit meinen Sinnen schmecken kann, besser? ...)

Ich habe meine persönlichen Gründe, daran zu glauben, oder bin eigentlich schon so weit, dass ich glaube, nicht nur zu glauben, sondern ein Stückchen all dessen wissen zu dürfen.

Und mag man darüber lächeln, es als Abarbeitung des Alltags abtun, als Phantasiewelt, in die man sich flüchtet. Für mich ist das Unreale realer als die Realität. Und ich bin der festen Überzeugung, dass außerhalb unserer Sphäre etwas existiert und dass eben Träume/Schlaf dazu dienen können, dass unsere Seele sich für kurze Zeit vom Körper löst und währenddessen eine "kleine Reise von einer Welt zur anderen" unternehmen darf.


Zitat:
Vor diesem Hintergrund, sollten wir nicht vielleicht den Spieß herumdrehen, und mit der "ausßergewöhnlichen", der farbenfrohen, bilderreichen Sichtweise der Seele den "grauen Alltag" betrachten, anstatt die Schönheit und Tiefe der Traumwelt mit dem Hinweis auf "da wird der Alltag verarbeitet", milde lächelnd beiseitezuschieben?


Das hast du sehr schön ausgedrückt, und eben so praktiziere ich es schon lange, für mich. Und stehe dazu. Noch eine Anregung zum denken für die, die dieses belächeln mögen: der besagte "graue Alltag" fügt uns doch nicht selten und nicht unerheblich Schaden, in welcher Form auch immer, zu. Das tiefe Abtauchen in die Traumwelt, welche uns nährt mit farbenfrohen Wahrnehmungen, Worten, Gedanken, Empfindungen schadet uns nicht. Im Gegenteil. Was ist dann also besser? Der graue Alltag oder der farbenfrohe, helle "Nichtalltag"? Diese Frage dürfte sich schon selbst beantworten.

Zitat:
Sollten wir nicht wagen, wenngleich pochenden Herzens, dieses Märchenland zu bejahen; ein Land, wo der liebevolle Gedanke ein Fürst, und die gute Tat eine Königin ist? Wo eine Sekunde der Achtlosigkeit eine unendliche Wüste, wo ein Moment der Dankbarkeit zu einem immerwährenden Labsal werden?


schön ^^

Zitat:
Was meint ihr: Wer hat recht, der rationelle "graue Alltag" oder die bilderreiche Farbenwelt der Seele? Welche Sichtweise ist angebracht?


Der "graue Alltag" meint es meist nicht gut mit mir. Also, warum sollte ich ihm einen Blankoscheck ausstellen und Recht geben, wenn auf der anderen Seite die ausdrucksstärkere, wohlwollendere, friedfertigere (Farben-)welt der Seele mich nicht versucht, zum Geisterfahrer werden zu lassen und mich die falsche Richtung einschlagen lassen will?

Könnte ich tauschen, würde ich den Traum zum Leben machen und das Leben zum Traum. Dann wäre vieles oft viel einfacher...

Liebe suchende,




köstlich!

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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)