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Trauerarbeit












Ich weiß gar nicht, ob die Trauerarbeit wirklich in den Themenkreis Leben nach dem Tod gehört, nach meinem Empfinden eher nicht.

Aber wenn wir nun mal gerade so schön dran sind, und offenbar ist es für sehr viele ein Thema......

Trauern tut man meistens um etwas, das man verloren hat. Sehe ich das richtig? Was also verliert jemand mit dem Tod einer Person, die irgendwie zu seinem Umfeld gehört?
Oder mit den vielen Toten eines Krieges oder eines Tsunami? Vulkanausbruchs oder Flugzeugabsturzes?

Wenn nun jemand stirbt, der sich in unserem Kreis befindet, dann verliert man dessen mögliche Reaktionen auf beliebige Handlungen unsrerseits. Wir sehen nicht mehr jeden Tag seine ungewaschenen Haare oder wir spülen nicht mehr alle Wochen seine schmutzige Wäsche, wir bringen nicht mehr jeden Monat gerade ihm den abgemachten Anteil vom Haushaltsgeld nach Hause sondern dieser fixe Teil aus unserem Alltagstakt geht weg und wir gewinnen Freiraum.

Leerer Raum im Denken und Handeln, leere Zeit, die wir füllen können womit immer wir wollen. Freiheit, die unsicher macht, die uns Angst macht. Lieber die gewohnte Beklommenheit als die unvertraute Freiheit!
Der Herausforderung der Freiheit ist Mensch zumeist nur in der Fantasie gewachsen:
Was würden wir nicht alles, wenn wir könnten, wenn wir im Lotto gewönnen, wenn wir reich, gesund, jung, schön, stark, vermögend, standesgemäß, wären, wenn wir wüssten, wenn wir könnten....

Zuerst müssen wir uns mit dem neuen Zustand abfinden:
Viele, die einen kranken Menschen gepflegt hatten verlieren ihren Fulltimejob und stehen vor dem Nichts, müssen noch den Nachlass verwalten und sind völlig überfordert, selbst dann oft, wenn sie darauf vorbereitet waren und vieles rechtzeitig bereits erledigt hatten.

Und was TUN wir, wenn wir tatsächlich mal können?
Das wird behandelt in allen religiösen und in vielen unreligiösen Schriften. Romanen, Geschichten, Theatern, Filmen und was da alles an Unterhaltung herumflirrt.



Als mein Vater gestorben ist, war ich 22 Jahre alt und empfand eigentlich nur Wut, ich war neidisch dass er gehen durfte und ich noch da bleiben musste. Ich habe gelernt mich mit vielem abzufinden und dazu auch damit, dass ich eben vieles nicht weiß und nicht herausfinden kann.

Na und?

Der tibetische Glaube lehrt einen Totenkult, den man in Europa kaum leben kann, ohne wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt zu werden.
Im Bardo Tödol wird eine wunderbare Meditationspraxis vorgestellt.....


Manchmal denke ich auch: Worauf beruht die Trauer, die gelegentlich anlässlich von Todesfällen zu beobachten ist?
Ist es die angesammelte Wut, derer die einen Verwandten, mit dem sie die letzten Jahre nur noch Unannehmlichkeiten gehabt haben, außer der schönen Gewissheit, dass es ihre Lebensaufgabe sei für sie zu sorgen, die nicht selbst für sich sorgen können.
Das gibt einem Leben Halt: Ich muss für jemanden da sein, ich kann mir nicht erlauben, frei zu machen und etwas zu tun, das ich schon lange gerne wollte.... Auf all das verzichtet man für den "geliebten" Pflegling um den man nachher so sehr trauert.

Andere Leute trauern ohne Grund, sie sind depressiv. Eine Hormonstörung, welche bei den Frauen häufiger auftritt als bei Männern. Sie werden mit Antidepressiva versorgt, das hellt etwas die Stimmung auf oder macht gleichgültig, beides ist besser, um sein Tagwerk zu vollbringen als die Trauer, die uns lähmen kann.

Über die Trauer finden die einen zu Gott, andere in eine Partnerschaft und wieder andere erlauben sich, das Tal der Trauer wirklich bis zum Ende zu durchschreiten, sie gehen vielleicht sogar den Weg in einen ähnlichen Prozess wie dem Sterben und kommen daraus wieder hervor, geläutert und rein, ohne Ansprüche und bescheiden, bereit zu arbeiten und bereit es nicht zu tun, bereit für alles, was immer sich bieten könnte.
Aber es hat weh getan, sehr, doch erzählen kann man das nicht, nur erleben.
Erfahrungen kann man nicht vermitteln, die muss man selber machen. Lehren kann man vermitteln und wer daran glaubt, kann sich die eine oder andere Erfahrung ersparen, was auch ein Verlust sein kann.

ups, etwas lang dieses Ganze, sorry.
Ich habe nie gesagt, es wäre einfach das Leben zu erklären:
VanTastische Grüsse allen Mit- oder Gegenleidenden und vergesst NIE:

Immer den Frieden wahren!
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