Foren-Übersicht
Login | Registrieren | Forum | Suche

Glauben Buddhisten an Gott?












Für mich ist die Frage irgendwie falsch.
Ich glaube dass da etwas ist,
das jede physikalische Beschreibung transzendiert.
Doch wenn ich mein eigenes wahres Wesen nicht verstehe,
wie kann ich dann hoffen, je das Gottes zu erkennen?
Ich hoffe die Wirklichkeit tiefer verstehen zu lernen
als bloßes Glauben mich zu bringen vermag.
Religion ist Verantwortung, nicht Privileg.
Glaube ist Werkzeug, nicht Selbstzweck.
Ich soll Jesus (Buddha) werden, nicht ihn verehren.

Auch ist Glaube an sich ein Problem -
Es bedeutet, etwas fixiert zu haben,
an einen Rahmen genagelt;
wo doch alle Wirklichkeit fließend ist.
Selbst tiefer Glaube muss sich wandeln.
Buddhisten müssen, was sie glauben, loslassen,
wie ein Baum seine Blätter im Herbst.
Ich habe diesen grenzenlosen Frieden gesehen.
Ich weiß, dass er existiert.
Ob das Gott ist? Das weiß ich nicht.

Aus einem US-Zenforum
Offenbar ist es nötig hier zu erklären - es geht hier um den Gottesbegriff an sich
und den Glauben an sich; nicht um eine hypothetische Identität des historischen
Jesus mit dem historischen Buddha...
Es gibt innerhalb des Buddhismus eine Tradition, den Buddhismus des 'Reinen Landes',
der häufig (auch von anderen buddhistischen Schulen) als 'theistisch' oder zumindest
'theistisch angehaucht' verstanden wird. Ein Vertreter dieser Richtung hat vor einigen
Tagen in einem buddh. Forum eine Grundsatzerklärung dazu gepostet, die mir auch hier
recht wichtig zu sein scheint, weil sie ganz zentrale Unterscheidungen aufzeigt:

Zitat:
Zitat:
Aber da wird es jetzt selbst innerbuddhistisch schwierig. Ist Erleuchtung etwas,
was sich innerhalb des Ursache-Wirkung-Kreislaufes abspielt, oder eher etwas
jenseits dessen?

Aus der Sicht des palikanons wärs eventuell etwas, was man durch sein Tun erreicht,
aus der Dzogchen-Sicht wär es etwas, was schon immer da ist, und daher nicht
erreicht werden kann, im Zen ist es eventuell ähnlich, und im Amida-Buddhismus
ist es Gnade und nicht Tun.
Zitat:
Und damit sind wir doch schon ziemlich dicht an der Perspektive des
Buddha, der uns ermuntert, selbst die gleiche Erfahrung zu machen,
damit wir befreit werden - anders geht es nicht (also nicht durch
Gnade von außen!).

Ich darf an dieser Stelle vielleicht mein kleines shin-buddhistisches veto
einlegen

Es ist richtig, daß im gesamten Reine Land Buddhismus der Begriff der Gnade
durchaus existiert und auch im Shin Buddhismus verwendet wird, aber wir
dürfen bitte nicht den Fehler machen, gerade den shin-buddhistischen
Gnadenbegriff mit dem uns bekannten Gnadenkonzept aus den theistischen
Religionen zu verwechseln. Ich gebe Giri recht, daß Erleuchtung, Befreiung,
Erlösung etc. im Amida Buddhismus als Geschenk, als Gnade, erfahren wird.
Johannes Antwort zeigt mir aber, daß eben dieser Begriff viele
Missverständnisse provoziert und mit dazu führt, daß man den Amida
Buddhismus gerne als dem "ursprünglichen", dem "echten" Buddhismus
konträr einzustufen beliebt. Weiter kompliziert wird dies durch die Tatsache,
daß sich im prä-shin Amida Buddhismus durchaus starke semi-theistische
Aspekte finden lassen, die nicht immer erkennen lassen, wo nun der
Unterschied zwischen Amida und "Gott" besteht - von den bei Amida
nicht vorhandenen Schöpferallüren mal abgesehen.

Ist es also Gnade von außen, die mich der Befreiung näherbringt im
Gegensatz zu einem befreiendem Tun durch mich selbst? Ein klares Jein!
Für mich als Shin Buddhist ist Gnade ein Konzept, daß mir eine Erfahrung
beschreibbar werden lässt, die ich sonst nur schwer in Worte fassen kann.
Amida ist kein Gott, noch nicht mal eine Person, sondern das Gesicht des
Nirvana, der dynamische Aspekt des Dharma, Dharmakaya als Upaya um
genau zu sein. In dem sich die dem Menschen immanente Buddha Natur
nach außen projizieren lässt und ein "Gesicht" bekommt, erlaubt dies mir
eine Relativierung des mich konstituierenden Egodenkens. Der Mensch gibt
jedwedes Hakarai, jede Berechnung, jedes Kalkül völlig auf und vertraut total
auf die "Andere Kraft", das, was nicht aus der egozentrischen Nabelschau
geboren ist, die uns den Alltag vernebelt. Daraus ergibt sich eine Entspannung,
ein Loslassen, ein "Going with the flow" was letztlich zu einem Zustand führt,
der es erlaubt sich von den Dingen zu lösen, nicht mehr anzuhaften, weil man
für sich erkannt hat, daß man sich alleine aus diesen karmischen
Verstrickungen nicht lösen kann. Eben diese Erkenntnis befreit aber de facto
von der grundlegenden Spannung. Das dies als "Gnade" erfahren wird, als
Impuls "von außen" ist dabei das eigentliche Konzept, - der "Trick" - der das
Ego überhaupt überwindbar werden läßt.

"It is called 'Other Power' because it is experienced as not having been
self-generated." (George Gatenby)

Es ist nicht so, daß ich denke, ich bin hier und irgendwo anders ist ein Wesen
namens Amida, das mich aus guter Laune heraus, aus Gnade erlöst, befreit.
Ich erlebe meine Buddha Natur als Kraft, die von außen wirkt, als Impuls, der
um die Schutzmechanismen meines Egos herum einen Weg findet, mich als
Mensch zur Befreiung zu führen - dabei ist das weder von einem persönlich
gedachten Gottwesen abhängig, noch vom Ereignis des körperlichen Todes.
Diese "Gnade" ist die Erfahrung des Reinen Landes im Hier und Jetzt, aber
sie kommt nur als Spiegel von "außen", weil dies den Blick auf das
Wesentliche im Innern erleichtert.
[quote="Wu"]Für mich ist die Frage irgendwie falsch.
Ich glaube dass da etwas ist,
das jede physikalische Beschreibung transzendiert.
Doch wenn ich mein eigenes wahres Wesen nicht verstehe,
wie kann ich dann hoffen, je das Gottes zu erkennen?
Ich hoffe die Wirklichkeit tiefer verstehen zu lernen
als bloßes Glauben mich zu bringen vermag.
Religion ist Verantwortung, nicht Privileg.
Glaube ist Werkzeug, nicht Selbstzweck.
Ich soll Jesus (Buddha) werden, nicht ihn verehren.


Hallo Wu

Ich finde deine Ueberlegungen sehr aufschlussreich, diese hier eben so wie den Rest deines Textes weiter unten .
Ich weiss nicht ob du das Buch "Goettliche Heilung von Seele und Leib kennst" aber ich denke es koennte dir gefallen auch wenn es jetzt nicht
von einem Lehrer des Buddhismus herruehrt.

Hier einige Aussagen aus dem Buch um dich mit der Sprache darin vertraut zu machen , der Sinn des geschriebenen wird sich dir selbst offenbaren , es braucht nicht meines Kommentars.

Wenn ihr nur beladen seid mit den Kuemmernissen der Welt, gibt es Sorge. Erhebt eure Herzen und freut euch daran, dass euer Vater weiss, was ihr benoetigt und alles fuer euch bereitet hat;der Tisch ist schon gedeckt. Jetzt koennt ihr zum Fest hereinkommen, wenn ihr wollt, und an dem teilnehmen zu was ihr faehig seid; das einzige, was notwendig ist, ist eure Faehigkeit zu empfangen.

Ihr werdet eure Kraefte erneuern und breitere Wege fuer weitere Erfahrung oeffnen mit einem Sinn fuer Frieden und Ruhe, der daraus entsteht, dass er nicht Zeit oder Raum als einen wesentlichen Faktor betrachtet, denn er kennt nicht Zeit oder Raum, da er immer-gegenwaertig und ewig ist.

Im Geistigen zu leben, heisst in der Wirklichkeit zu leben, nicht krampfhaft und in Grenzen. Wie kann es irgendeine Zeit oder einen Raum in der Unendlichkeit geben? Wisset, dass ihr im Geist Gottes lebt, der allen Raum erfuellt, denn nichts gibt es, wo Er nicht ist.

Wenn ihr wirklich wisst, dass ihr der Christus Gottes seid, der ewig lebt
und immergegenwaertig ist, die belebende und schoepferische Macht innerhalb des Geistes, dann kann es weder Zeit noch Raum geben.

Du kannst den Zustand erreichen,in dem es weder Zeit noch Raum gibt, und eintreten in die Vollkommenheit des Herrn, deines Gottes, der in deiner Seele wohnt. Der Herr ist die einzige Macht, die es gibt."Ich bin" der Herr.

Liebe ist jetzt das ewige , immer-gegenwaertige und herrliche Leben, welches Ruhe und eine Freude ist, eine Gewissheit, zu erfuellt als dass sie euch rueckwaerts oder vorwaerts schauen liesse, da ihr wisst, dass Liebe jetzt das immer-gegenwaertige Leben ist. Die Seele , die dies verwirklicht hat, bewegt sich in dem Genuegen,derjenigen
"Anwesenheit", die immer in der Gegenwart taetig ist, niemals in der Vergangenheit oder in der Zukunft.

Denkt sorgfaeltig hierueber nach , auf dass eure Freude vollkommen sei.
"Ich bin" die immer-gegenwaertige Liebe.
Diese Liebe war es , die Ich so klar sah. Ich wusste, dass Gott Liebe war und um sein Sohn zu sein, musste Ich also auch Liebe sein.Ich fand dass es nichts anderes fuer Mich geben konnte als Liebe ; und ganz gleich, was mir auch angetan wurde, Ich wusste doch, dass Ich der Sohn Gottes bleiben musste, der ewigen, immer-gegenwaertigen, vollkommenen Liebe, die keine Verganheit oder Zukunft , keine Suende oder Tod kennt.

"Lazarus komm heraus" war aus der geistigen Ebene heraus zu sprechen, welche allein das immer-gegenwaertige Leben verwirklicht. Wenn ihr diese Worte verstehen koennt, werdet ihr das Leben verwirklichen, das ewig und immer-gegenwaertig ist. Auch ihr koennt das Wort sprechen, wenn euer Bewusstsein seine Wirklichkeit erfassen kann, und was ihr sprecht, wird sich offenbaren, weil es im Jetzt erzeugt wird.

Ihr werdet beeinflusst durch Anregungen, die von aussen kommen, beeindruckt durch die Verhaeltnisse, die euch umgeben, ihr galubt an den Tod und Verfall, aber in Wirklichkeit gibt es keinen Tod, auch keinen Verfall, es gibt nur Verwandlung,und das ist das Leben Wenn ihr hinter aller Verwandlung das immer-gegenwaertige Leben sehen und seiner bewusst gewahr werden koenntet, dann, sage Ich, wuerde jedes Teilchen eures ganzen Koerpers von ihm erfuellt werden.

"Ich bin" der Herr, "Ich" veraendere mich nicht. Oeffnet eure Augen und sehet in euch selbst diese machtvolle Wahrheit!

Ihr koennt genausoviel von Gott sein, wie ihr zu offenbaren bereit seid. Christus, der Sohn Gottes im Herzen der Menschheit, ruehrt den Menschen an und draengt ihn, zu seinem goettlichen Bewusstsein zu erwachen, denn der Christus ist in allen und jedem einzelnen fuer immer lebendig.


Dies ist nur ein kleiner Auschnitt aus der ersten Rede " Ich bin die Auferstehung und das Leben- die Liebe Gottes"! es gibt insgesamt vierzehn Reden.


Lieben Gruss
Ellen
Hallo Ellen,

wenn ich eine bestimmte Überlieferung ausschließlich bevorzugen würde,
würde ich ja 'Wasser predigen und Wein trinken'
Da halte ich es lieber mit dem alten Kaiser Ashoka, oder mit meinem alten
Zen-Lehrer, der (ungefähr in meinem jetzigen Alter) nicht nur sein Amt
niedergelegt, sondern aus der Gemeinschaft der Buddhisten ausgetreten ist,
weil er sagte, er wolle durch die Mitgliedschaft in einer Glaubensgemeinschaft
selbst implizit nicht alle anderen als 'falsch' herabsetzen...

Ich kenne den Autor nicht, den Du zitierst, aber vieles davon scheint mir
persönlich klarer und nachvollziehbarer Meister Eckhart schon vor 700 Jahren
gesagt zu haben - hier ein link zum Aufsatz eines modernen Theologen dazu.
Forum -> Hinduismus, Buddhismus, Zoroastrische Religion


1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12  Weiter
Ähnliche Themen
Vorherbestimmung von Gott
was ist ein gott?
Gott zwischen uns
Kann Gott einen verzeihen?
Ist Gott notwendig für ein eventuelles Leben nach dem Tod?
Wieso kommt Gott nicht selbst auf die Erde?
Blind im Glauben
Ist jesus gott schon wieder^^
An welchen Gott soll man den glauben?
An welchen Gott soll man den glauben?