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Lieber Robinson!
Die Übersetzung 'erleuchtet' ist etwas unglücklich gewählt - die Wortwurzel 'budh'
heißt 'erwachen', davon Buddha - der Erwachte.
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Hallo Ihr Lieben,
lieber Robinson,
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| Über Buddha hört man immer, er sei der Erleuchtete. Versteht man darunter, dass er von etwas erleuchtet wurde oder ist es eine Umschreibung für „der (aus sich selbst) Leuchtende |
Auch ich bin der Meinung wie Wu, jedoch nicht wegen der unglücklichen Formulierung, sondern weil es sich, meiner Meinung nach, um zwei unterschiedliche Aspekte handelt.
Der Buddha gilt als ein Heiliger. Ein Wesen, welches aus eigener Kraft das Heil errungen hat. Erwacht aus einem Traum ( Alptraum ), in der wir uns alle noch befinden. Wohingegen
| Zitat: |
Erleuchtung eine geistige Verfassung ist, die durch bestimmte, oft sehr Tiefgründige (geistige ) Einsichten hervorgerufen wird. Der Umstand, das diese Einsichten sehr anders ( oft Gegensätzlich ) der bis dahin gepflegten ( allgemeinen ) Vorstellungen sind, führt im ersten Moment zu einer großen Ergriffenheit, die mit vielen anderen positiven Gefühlserfahrungen, einhergeht. Es ist oft so, das es jedoch, je nach Lebensverlauf, nicht lange anhält. Für viele Menschen stellt diese Erfahrung einen Wendepunkt in ihrem Leben dar.
Die Erfahrung der Erleuchtung ist eine Sache, die man in allen Religionen und Glaubensrichtungen vorfindet. Obzwar sie alle unterschiedliche Bezeichnungen haben, deuten ihre Beschreibungen darauf hin, das es sich um Ein und Dieselbe Sache handelt. In den Monotheistischen Religionen sind es in erster Linie die Religionsstifter , Mystiker und Weise, die als Vertreter aufzuführen wären. |
Aus dieser Perspektive betrachtet wäre es nicht korrekt den Buddha und die Mönche, die ebenfalls das Ziel der Heiligkeit erreicht haben, als Erleuchtete zu bezeichnen.
Mit Lieben Gedanken
Natha
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| Erwacht aus einem Traum ( Alptraum ), in der wir uns alle noch befinden. |
Ansichtssache würd ich da mal sagen, aber ich weiss ja nicht wie dein Leben aussieht ...
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Hallo Natha,
ich würde das Erwachen nicht unbedingt global als das aus einem Alptraum charakterisieren - eher aus dem schlafähnlichen Zustand von avidya, Verblendung, Unwissen, das ja auch Unwissen über das Ungenügen, die 'Leidhaftigkeit', des Lebens bedeutet - d.h. diese kommt dem Unwissenden ja gar nicht in vollem Ausmaß zu Bewusstsein.
Auch die Verschiedenheit von 'Erleuchtung' (persönlich verwende ich lieber 'Einsicht'; Jeff sagt 'Look-through' - 'Durchblick') und 'Erwachen' sehe ich eher graduell als qualitativ. Wie er in seinem Vortrag m.E. recht schön herausarbeitet, ist das Eine [meist, wenn auch nicht notwendig] Voraussetzung für das Andere - dass es sich dabei um völlig verschiedene Qualitäten handelt, kann ich eigentlich nicht sehen.
Sarva mangalam
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Gerade ist mir beim Übersetzen dieser Passage der Gedanke gekommen, dass sie eigentlich eine recht gute Zusammenfassung der Frage nach 'Gott im Buddhismus' zu sein scheint - ich setze sie mal hier 'rein...
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Das Element Gott
Gott war wichtig in der Religion der Hindus, aus der sich der Buddhismus entwickelt hat. Dort gab es sowohl ein Höchstes Wesen als auch viele niedrigere Gottheiten. Der Buddhismus erwähnt diese aber nicht sehr häufig. Aus diesem Grund haben manche Menschen im Westen geschlossen, dass der Buddhismus eigentlich atheistisch ist: dass er die Existenz Gottes ablehnt. Das tut er allerdings nicht wirklich - in seinen Lehren werden sowohl der höchste Gott der Hindus als auch einige der kleineren von Zeit zu Zeit erwähnt. Was der Buddhismus getan hat, ist vielleicht sogar noch radikaler als der Atheismus: er erkennt die Existenz Gottes bzw. der Götter an, hält sie dann jedoch für nicht so besonders wichtig.
In der Sicht des Buddhismus müssen dieselben Gesetze des Universums auf jeden Gott der existiert (im Sinne eines individuellen, personalen höchsten Wesens) ebenso anwendbar sein wie auf Alles andere. Da die buddhistische Weltanschauung auf einen Schöpfergott nicht angewiesen ist, behandelt der Buddhismus das höchste Wesen im Hinduismus (und in der Konsequenz jeden anderen Gott) als ebenso einen Teil des natürlichen Universums, wie wir das auch sind. Gott ist nach dieser Sicht dem Wandel unterworfen, und er hat nicht die Macht, die fundamentalen Naturgesetze zu ändern. Anders gesagt, auch wenn die buddhistischen Lehren nicht die Existenz eines Gottes bestreiten, bestreiten sie sehr wohl seine Allmacht, Allgegenwart und Allwissenheit. Ein Folge davon wäre, dass kein Gott die Macht hat, einen Menschen in Nirvana zu bringen allein durch seine Gnade. Auch wenn Gott, oder die Götter, möglicherweise hilfreich sein können, so ist doch jeder Mensch selbst verantwortlich dafür, zu tun was nötig ist für seine spirituelle Entwicklung. Und das ist der Grund, warum die buddhistischen Lehren sich darauf konzentrieren, was wir in Bezug auf uns selbst tun können, und nicht auf unsere Beziehung zu einen höchsten Wesen.
Zugegeben, das hört sich nun verdächtig nach Atheismus an, da die meisten anderen Religionen vermutlich feststellen würden, dass ein Gott, der weder allmächtig noch allwissend noch allgegenwärtig ist, eben nicht Gott ist. Aber es ist nicht so einfach - denn, wenn der Buddhismus glaubt, dass das Universum selbst über Gott steht (anstatt andersrum), dann könnte das heißen, dass das Universum Gott ist, der Buddhismus also eigentlich eine Form des Pantheismus wäre, einer Religion, die Gott mit Allem identifiziert. Aber hier geraten wir in tieferes theologisches Fahrwasser - während die buddhistische Lehre feststellt, dass der Glaube an und das Vertrauen auf ein Wesen, das 'Gott' genannt wird, nicht der Weg zur letztendlichen Erleuchtung ist, spricht sie andererseits über das 'Ungeborene, Ungewordene und Nicht-Bedingte'. Tatsächlich sagen die klassischen Texte, dass ohne dessen Existenz Nirvana nicht möglich wäre, und auch kein Freiwerden aus dem Kreislauf von Anhaftung und Frustration. Aber was genau ist dieses 'Ungeborene, Ungewordene, Nicht-Gemachte und Nicht-Bedingte'? Alles was ich dazu sagen kann ist, was ich schon gesagt habe - wenn es ungeboren ist, ist es auch unsterblich und daher ewig; wenn es ungeworden und nicht gemacht ist, dann ist es auch leer von Allem, was gewusst oder erkannt werden kann und daher rein und heiter-still; wenn es nicht bedingt ist und nicht zusammengesetzt aus anderen Ursachen, dann ist es ganz wie es ist, und eine reine, wirkliche Zuflucht. Das wiederum beginnt ganz danach auszusehen wie manche Leute von Gott denken. Es ist hier so wie bei karma - sobald die Diskussion das Sonntagsschulniveau hinter sich lässt und auf die Feinheiten der Theologie einzugehen beginnt, fangen die Dinge an, wunderbar dunkel zu werden.
Wenn ich hier einen Seminarvortrag über Buddhismus halten würde, könnte ich in dieser Richtung weitergehen, und wir hätten eine schöne Zeit mit der Diskussion, wie sich der Buddhismus zu Gott verhält, und ob diese Geschichte vom 'Ungeborenen' bedeutet, dass Buddhisten an einen 'Gott des Alles' glauben. Wenn wir schon dabei wären, könnten wir auch gleich darüber debattieren, ob der Buddhismus nicht anstatt einer Religion tatsächlich eine Meta-Religion ist: etwas das versucht, die Grenzen aller Religionen zu übersteigen, ob jetzt solche eines Gottes oder vieler Götter. Es macht wirklich großen Spaß, bei solchen Diskussionen dabei zu sein, besonders wenn alte buddhistische und christliche Mönche und erfahrene Mitglieder kontemplativer Traditionen aus dem Judentum, Hinduismus und Islam zusammenkommen. Denn es ist ganz offensichtlich, dass es etwas Wichtiges gibt, über das sie sich alle einig sind, ungeachtet ihrer Differenzen - selbst wenn ihnen die Worte dafür fehlen. Da sowohl 'Gott' als auch 'Nirvana' notorisch undefinierbar sind, ist es kein Wunder, dass man auf Probleme stößt, wenn man herausfinden will, wie sich der Buddhismus zu Gott verhält.
In Bezug auf die extremen Standorte funktionieren einfache Aussagen recht gut: 'Nein, Buddhismus ist nicht Atheismus'; 'Nein, der Buddhismus verehrt keinen Sonntagsschul-Gott' - aber wenn buddhistische Lehrer versuchen darüber hinauszugehen und die letzten Aspekte ihrer Religion zu klarzulegen, dann betreten sie dieses dunkle Gebiet und kommen zu Feststellungen, die sich deutlich voneinander zu unterscheiden scheinen. Einige werden positive Ausdrücke verwenden wie 'das Ungeborene', 'das Ewige', 'das Ungeschaffene', 'das Reine', 'das was ist', 'das Absolute' etc.; einige werden, besonders wenn sie ein westliches Auditorium ansprechen, einfach den Ausdruck verwenden, den wir gewohnt sind: 'Gott'. Andere wieder werden das Absolute in negative Begriffe fassen wie 'Leere', 'Nichtsein', 'Soheit' oder 'Erlöschen'. Diese Unterschiede können verwirrend sein, aber das müssen sie nicht, wenn wir verstehen, dass es einfach Worte sind - Worte, die versuchen etwas anzudeuten, das jenseits von Worten liegt.
Wie bei allen Worten dieser Art hat jede Sprechweise ihre Vor- und Nachteile. Die positiven Beschreibungen vermitteln einen deutlicheren Sinn davon, dass da 'etwas' ist, gehen aber das Risiko ein, dass wir uns an unsere Ideen darüber festklammern und daraus schließen, dass es 'ein Ding' sei. Die negativen Beschreibungen bewahren uns vor diesem Fehler, führen uns aber in Versuchung, zum entgegengesetzten Schluss zu kommen - dass es 'ein Nichts' sei. Anstatt irgendwelche Schlüsse zu ziehen ist es vielleicht besser, die ganze Frage des buddhistischen Gottesbildes in einem gewissen Dunkel zu lassen. Letztlich mag das näher an die Wahrheit herankommen als das was geschieht, wenn wir versuchen zu einer klaren, einfachen Aussage zu kommen, dass der Buddhismus an Gott glaubt - oder eben nicht.
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