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Hallo Natha,
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zu wu :
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| "Der Buddha hat natürlich die Vorstellungswelt seiner hinduistischen Umgebung benutzt, um seine Lehre zu illustrieren " |
will ich sagen, das ich dem nicht zustimmen kann. Der Buddha hat immer nur über die Dinge erzählt über die er, aufgrund seiner geistigen Fähigkeiten, unmittelbare Einsicht hatte. Es ist auch eines der prinzipiellen Anweisungen an die Heilsgänger sich um diese eigene unmittelbare Einsicht zu mühen und keinem Glauben, Lehre, Meinung, Theorie etc. zu verfallen. Dies wird in einigen Lehrreden immer wieder betont. Theorien, Glaubensansätze oder auch logische Schlussfolgerungen sind immer als Hinweise, Fingerzeige oder Richtungsweisungen zu verstehen. |
da sind wir sicher einer Meinung, und ich sehe auch keinen Widerspruch darin, dass der Buddha upaya [geschickte Mittel der Darlegung] benützt hat. Genau um die unmittelbare Einsicht und das Sich-nicht-verlassen auf Glauben, Lehren und Meinungen geht's mir ja. Es mag sein dass Du recht hast und im Palikanon kein anderer Gott als Brahma genannt wird (in den Schriften des Mahayana und Vajrayana sind es jedenfalls sehr viel mehr), aber darum geht es in diesem thread eigentlich weniger - die Frage hier ist, ob der Buddha den Glauben an den einen Gott gelehrt hat, und ob Buddhisten an diesen glauben in demselben Sinne wie Christen oder wie Muslime. Ganz deutlich wird diese Frage z.B. hier. Und die ist m.E. doch wohl eindeutig zu verneinen...
Sarva mangalam
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Hallo ihr Lieben,
Wu schrieb:
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| die Frage hier ist, ob der Buddha den Glauben an den einen Gott gelehrt hat, und ob Buddhisten an diesen glauben in demselben Sinne wie Christen oder wie Muslime. Ganz deutlich wird diese Frage z.B. hier. Und die ist m.E. doch wohl eindeutig zu verneinen... |
ja so sehe ich es auch. Möchte jedoch an dieser Stelle doch auch die Gründe nennen, worin der Hauptunterschied ( das Missverständniss ) liegt.Der Buddha wusste um Gott, doch er wusste auch um seine Einschränkungen. Im Buddhismus wird ihm die Fähigkeit das Schicksal der Welt zu lenken abgesprochen. Für mich ist dieser Aspekt deshalb so wichtig, weil ich durch die Erkenntis in dieser Hinsicht erst eine Wende in meinem Leben bewirken konnte, welches mich durch die Praxis der Lehre Gott näher gebracht hat als meine muslimische Erziehung, die ich bis zu meinem 24 Lebensjahr genossen habe. Der Buddhismus ist eine Religion der Selbstverwirklichung und zu Beginn und als Grundlage dient ihm die Tugend, welches zu einer Inneren Reinheit führt ( und man somit Gottähnlicher ) wird. Und dies ist der Punkt,die universelle Liebe ( i.buddh.
Metta ), die uns alle zu Brüdern und Schwestern macht und die Grundlage
für dieses schöne Forum ist, in der der Aspekt der Nächstenliebe sehr schön erfahrbar ist. Es ist wunderbar zu sehen wie so viele Wesen, die doch teilweise sehr unterschiedliche Auffassungen haben so lieb miteinander umgehen können.In diesem Sinne wünsche ich euch allen alles Liebe. Mit lieben Gedanken Natha
Auf die Beschaffenheit der Dinge achten
Stets nach dem Guten trachten
Achtsam sein Leben leben
Das ist rechtes Streben
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Hallo,
also bei mir hat sich erst mal folgendes herauskristallisiert:
Angenommen, die Begegnung mit Brahma hat wirklich stattgefunden. Dann hätte der Buddha ihm klargemacht, dass er nicht ewig, sondern wie alle Wesen entstanden ist und daher auch vergehen muß. Weiters hat Buddha ihm klargemacht, dass er nicht der Schöpfer ist - obwohl er doch als Schöpfer angesehen wird ? Für mich liegt da die Lösung jetzt mal darin, dass er Brahma klargemacht hat, dass er, wie alle Wesen, im Grunde nicht der Körper ist. (Der unbeständige Leib ist nicht das Ich). Ist man aber nicht der Körper, dann ist man auch nicht der Handelnde, d.h. Brahma ist in diesem Sinne nicht der Schöpfer, sein Körper (und Geist) ist es, der erschafft.
Nun hat der Buddha nicht gelehrt, was die Wesen wirklich sind, sondern nur, was sie nicht sind: Der Körper, das Vergängliche. Mit diesem Körper und dem begrenzten Verstand können wir nicht erfassen, was jenseits des Vergänglichen ist, und jede Aussage darüber ist ein theoretisches Konzept oder ein Glaube: ewiges Leben, spirituelles Sein, das Eine, das Brahman, das Göttliche, ein Teil Gottes oder Gott selbst, usw., es sind alles nur Konzepte.
Das Konzept, dass die Ursache der Dinge in der Begierde zu suchen ist, ist in einem gewissen Sinn kein metaphysisches, es ist praktisch nachvollziehbar, kein Bestandteil des Glaubens an ein wie immer geartetes transzendentes Sein. Denn wenn wir, wie es Schopenhauer formuliert, den Lebenswillen aufgeben würden, was nicht nur das Aufgeben des Leidvollen, sondern auch das Aufgeben und Loslösen von allem Freud- bzw. Genußvollem bedeutet, dann hätte die Welt keine Bedeutung mehr für uns, es wäre gleichgültig, ob sie existiert oder nicht, mit allem was darin ist, einschließlich unseres eigenen Körpers und Geistes. Wir würden verlöschen, Nirvana. Das dürfte das höchste Konzept des Buddhismus über die Ursache aller Dinge sein, wie Natha bemerkt hat. Es geht vom existentiellen Dasein aus ohne sich um Glaubensvorstellungen viel zu kümmern. Und auf deine Frage Natha, was ich mir von einem Konzept über den Anfang der Dinge verspreche: Die Betrachtung der verschiedenen Konzepte gehört zu meinen Bemühungen, dem Rätsel des Daseins auf den Grund zu gehen. Unter den Religionen und Philosophien stehend, freue ich mich, von ihnen lernen zu dürfen.
Der Satz von Wu: Brahma ist eine Vorstellung, die man haben kann oder nicht, bezieht sich wohl auf die ohnehin vergänglichen Götter, die bei dem ganzen Weg eine untergeordnete Rolle spielen, es mag einen zeitweiligen Schöpfer geben oder auch nicht, es ändert nichts an den eigentlichen Erfordernissen des buddhistischen Weges.
Das einzige was man wissen kann ist, dass, solange ein Wunsch besteht, die zweite Seite der Medaille, die Leiden, in Kauf genommen werden muß.
Persönlich erscheint mir die Kosmologie inklusive höchstem (zeitweiligen) Schöpfergott sympathisch, und ich sehe in der Ansicht, der Buddha habe die Götter nicht verleugnet, eine Bestätigung dafür. Aber das ist ja nun individuell, und gerade diese Leichtigkeit im Umgang mit den verschiedenen Glaubensvorstellungen, die für die Befreiung nicht essentiell sind, macht ja den Buddhismus so anpassungsfähig und friedfertig, indem damit der Möglichkeit des Fanatismus der Boden entzogen ist.
Liebe Grüsse, m.
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Hallo Ihr Lieben,
mukti schrieb:
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| d.h. Brahma ist in diesem Sinne nicht der Schöpfer, sein Körper (und Geist) ist es, der erschafft. |
ich denke du bist auf dem richtigen Weg, jedoch hast du die Lehre um Anatta
( Selbst- bzw- Wesenlosigkeit ) aller Erscheinungen noch nicht richtig begriffen. Die Lehre des Buddha war frei von Theorien denen man wiedersprechen konnte, weil die Wahrheit weder das eine noch das andere ist. Es gibt Taten aber einen Täter findet sich nicht. Der Mensch geht aus der Gewohnheit immer von Etwas ( einer Persönlichkeit) aus die hinter allem steckt. Ob diese Identifikation nun mit dem Körper, Geist oder Seele stattfindet ist letzendlich gleichgültig, weil sie falsch ist. In einer Existenz in der sich alles ständig wandelt, kann man keinen Punkt ausmachen, mit der man mit dem Finger drauf zeigen könnte und sagen : " der oder dies war es." Sieh es wie das Spiel mit den Domino-Steinen, in der jedes Stein ohne persönlichen Willen bedingt den anderen umwirft.Sicherlich ist jedes Stein für den Fall ( oder auch nicht Fall) des nächsten Steines verantwortlich, jedoch wirst du in diesem Leben mit all den unzähligen Domino-Steinen ( Taten, Worte und Gedanken ) die unzählige Male umgeworfen ( stattfinden ) werden keinen einzigen finden, der es ohne Bedingung ( Grund ) tut. Doch man kann auf der anderen Seite auch nicht behaupten es gäbe keine "Persönlichkeit ", da ein jedes Wesen das unter diesem Eindruck ( Verblendung ) stehend immer davon ausgehend handelt. Du merkst hierbei vielleicht schon warum man all diesen Dingen nach der Persönlichkeit, Anfang und Ende aller Erscheinungen, keine besondere Bedeutung beimessen soll. Beide Standpunkte können widerlegt werden und man kommt auf keinen grünen Zweig ( zur vollen Befriedigung ). Der Buddhismus jedoch vertritt keines dieser Standpunkte und steht deswegen auch in keinem Widerspruch zu denjenigen die von einem
ewigen Ich oder zeitlich begrenzten Ich ausgehen. Der Buddha wurde deswegen zu seiner zeit schon fälschlicher weise als ein Nihilist oder Verneiner einer Persönlichkeit beschuldigt. In einer Lehrrede wird dieser
Punkt aufgegriffen in der der Buddha zu gab fälschlicher Weise hierbei beschuldigt zu werden, da er lediglich die Vernichtung des Leidens, die Enstehung, die Aufhebung und den dazu gehörigen Weg zeigte und alles
was hierzu nicht nötig war, außer Acht ließ.
mukti schrieb :
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| Nun hat der Buddha nicht gelehrt, was die Wesen wirklich sind, sondern nur, was sie nicht sind: Der Körper, das Vergängliche |
lieber mukti, der Buddha hat sehr häufig Lehrreden über die Persönlichkeit ( besser gesagt, woraus sie sich zusammensetzt )gehalten.
Aber ich denke dieses Thema ist es Wert in einem gesonderten Thread behandelt zu werden.
Wünsche euch allen alles Liebe.
Mit lieben Gedanken Natha
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