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Glauben Buddhisten an Gott?












Hi Daniela!
Zitat:
dann orientiert Ihr Euch ja auch, nach Eurem eigenen INNERN und verwendet LIEBE als treibende Kraft für die eigene Weiterentwicklung.

Hm - es ist nicht nur 'Trick', es gibt einen fundamentalen Unterschied:
Der Buddhismus, wie alle 'a-theistischen' Religionen, orientiert sich an der inneren
Wahrheit, weil er eine von außen offenbarte nicht [aner]kennt. Liebe wird eher als
'Bevorzugung' angesehen [was ich auch im Deutschen nachvollziehen kann -
"ich liebe Wiener Schnitzel, Sonnenuntergänge, Leonardo da Vinci, kurvenreiche
Passstrassen (an was dachtest Du denn ), schwedische Möbel, unseren Pfarrer,
meine Kinder..." und "ich liebe dich" - alles dasselbe ]
Das ist auch der Grund, warum im Buddhismus wenig von Liebe und viel von
metta und karuna die Rede ist...
Es gibt aber noch einen Aspekt der 'Nächstenliebe', nämlich den der 'Ichlosigkeit'
und 'Ungetrenntheit' von allen Wesen - wenn im Prinzip in jedem Gegenüber ich
und in mir jeder Andere drinsteckt, wäre es doch höchst unklug, nicht allen Wesen
in Liebe zu begegnen...
Lieber Wu!

Ich meinte nicht eine FORM der Liebe.

Zitat:
Es gibt aber noch einen Aspekt der 'Nächstenliebe', nämlich den der 'Ichlosigkeit' und 'Ungetrenntheit' von allen Wesen - wenn im Prinzip in jedem Gegenüber ich und in mir jeder Andere drinsteckt, wäre es doch höchst unklug, nicht allen Wesen in Liebe zu begegnen...


DAS ist Liebe für mich und EINS Sein.
Könnte es sein, dass ich einfach andere Worte verwende und wir das selbe meinen? Dem geh ich weiter auf die Spur. *lach
Und so surfe ich mal weiter.. *griiins

Danke für die Ausführung - verarbeite das nun erst mal.
Grüsseli, Daniela
Hallo -

zu diesem Thema habe ich heute in einem shin-buddhistischen Forum eine m.E. recht interessante Frage mit der dazugehörigen Stellungnahme gefunden - ich zitiere mal...

Zitat:
Zitat:
Unbestritten dürfte jedenfalls sein, dass das Christentum theistisch
ausgerichtet ist, der Buddhismus nicht. Schon beim jeweiligen
"Glaubensbegriff" sind mir die Unterschiede aber nicht mehr so klar:

Im Christentum sehe ich im Glaubensakt eine ausgeprägte Subjekt-
Objekt-Beziehung, in der das untergeordnete Subjekt (der Glaubende)
einem von ihm getrennten, allmächtigen Schöpfergott gegenüber steht
und im klassischen Sinn an ihn glaubt.

Im Shin fällt mir auf, dass man offenbar zunehmend versucht, den
Begriff des "Glaubens" durch den des "gestifteten" (ich würde lieber
sagen "evozierten") "Vertrauens" zu ersetzen - Vertrauen weniger in
etwas von mir völlig Verschiedenes (Gegenüber) als Vertrauen in
etwas, das mich wesensmäßig selbst einschließt. Vielleicht könnte
man es als ein unerschütterliches Geborgensein im "Lauf der Welt"
bezeichnen?

Ich würde auch sagen, dass eine Subjekt-Objekt Beziehung zu Gott wie Sie sie beschreiben, den Glaubenden 'scheinbar' von Gott trennt. Ein enger spiritueller Freund von mir ist katholischer Priester (mit Berufsverbot, wie er sagt, da er verheiratet ist). Seine Glaubensvorstellung ist sehr ganzheitlich, ähnelt der von Meister Ekkehard, und ist vom Shin-buddhistischen Begriff des Vertrauens nicht weit entfernt, wenn überhaupt.
Ein in uns schlummerndes Urvertrauen, das sich Luft macht, herausbricht und sich als Licht am Ende des Tunnels, also als Erkenntnis meiner selbst und der Dinge wie sie sind zeigt, ist die spürbar gewordene Kraft (Amitabha) und Teil der letztendlichen Realität, der Soheit. (Im Mahayana entspricht das dem Dharmakaya) Ein fortschrittlicher Gottesbegriff, jenseits von Worten und volkstümlichen Vorstellungen, unterscheidet sich wohl kaum davon.
Alle buddhistischen Traditionen sehen als höchste Instanz das Unaussprechliche, Unvorstellbare, und selbst Gotama Buddha hat auf die Frage nach Gott wohlweislich die Antwort verweigert.
Ich möchte dazu den Text des Herzsutra empfehlen.
Mit Ihrer Formulierung von geschenktem/gestiftetem Vertrauen ..."Vielleicht könnte man es als ein unerschütterliches Geborgensein im 'Lauf der Welt' bezeichnen?" kommen Sie dem sehr nahe, was wir im Shin-Buddhismus mit Shinjin, dem Erwachen von diamantenem Vertrauen, der absoluten Zusicherung der Befreiung, bezeichnen. Übrigens wird dabei unwesentlich, ob das nach diesem Leben oder nach vielen noch ausstehenden Leben geschieht.
Lieber Wu,

da hätte ich eine Frage dazu. Wie sieht ein Buddhist den Ursprung der Welt ? Soviel ich weiß, hat der Buddha die Götter nicht verleugnet, und es gibt ja auch die Überlieferungen seiner Begegnungen mit Brahma (Brahma Sahampati oder so ähnlich im Pali Kanon), der ihn z.B. um Verbreitung der Lehre gebeten hat. Nun sagt Buddha, daß die Götter alle sterblich sind, aber wird Brahma als der Schöpfergott angesehen?

Der zweite Teil meiner Frage: Soweit ich das verstanden habe, wird nach dem urersten Ursprung aller Dinge (und auch des Brahma) nicht gefragt, weil es eine unbeantwortbare Frage ist, man kann ihn als endliches Wesen nicht herausfinden. Also bleibt Buddha beim Nirvana stehen, als höchsten Begriff der Negation, der eben noch fassbar ist - Verlöschen des Materiellen, was jenseits davon ist, ist nicht mehr auszudrücken. Aber wo kommt alles her, wenn es dafür keinen Begriff gibt wie Gott oder das Eine oder sonst was? Ist die Welt im Sinne Schopenhauers eine Vorstellung? Oder gibt es dafür keinerlei Konzept im Buddhismus? Wird es als Rätsel betrachtet, dessen Lösung erst mit der höchsten Erleuchtung stattfindet?

Vielleicht gibt es verschiedene Auffassungen in den Schulen. Der Pali Kanon dürfte die älteste Überlieferung sein...aber jetzt wird es langsam zu kompliziert. Würde mich aber freuen, wenn du etwas dazu sagen könntest.

Gruß m.
hallo ihr lieben,

warum macht ihr es euch alle nur so schwer. natürlich gibt es im buddhismus
auch den gott. dieser wird dort brahma genannt (namentlich ähnelt es soweit ich weiss sehr einem der vielen namen für gott ( allah ) im islam ( rahman ). und dieser brahma hat auch all die ganzen charakterlichen züge, wie sie in den theistischen religionen wiedergegeben wird. sehr erhaben, leuchtend, voller liebe, weisheit und sehr mächtig ( so sehr mächtig, das dieses reine wesen nach verlauf von einer für uns unvorstellbar langen zeit das gefühl von allmacht bekommt und sich als erschaffer der welt wähnt, welches bei einer begegnung mit dem buddha als illusion aufgedeckt wird. ). die götter sind die wesen, die in den anderen religionen als engel dargestellt werden wobei man auch sagen muss, das im buddhismus nicht eine sondern mehrere götterwelten ( paradiese ) gibt, die je nach charakter, reinheit der wesen( Geist oder Seele )vorübergehend als heimat dienen.

was die frage nach dem ursprung der existenz angeht, wird diese im buddhismus als eines von vielen ( auch die frage nach dem wer oder
was ich bin ) nutzlosen fragen angesehen, die es nicht lohnt,ohne eine gewisse geistige, reinheit und klarheit ( weisheit ) nachzugehen,

da es mehr verwirrung als klärung erzeugt und die wesen vom eigentlichen ziel des buddhismus, das überwinden aller leidensformen wie ängste, verzweiflungen, schmerzen ( geistig wie körperlich ) etc., nicht näher bringt. dies wird anhand eines gleichnisses verdeutlicht, das von einem giftpfeil getroffenen und sterbenen menschen spricht, der die behandlung seiner wunde verweigert, ehe er nicht wisse, wer es gewesen sei der auf ihn geschossen habe, aus welchem holz der Bogen sei mit dem geschossen wurde, welcher Kaste ( Stellung im Leben ) er angehöre usw.usw... . und es wird darauf hingewiesen, das dieser mensch sterben würde, ehe er alle antworten auf seine fragen bekommen hätte. Im buddhismus geht es primär nur um das leiden, die entstehung des leidens, die auflösung des leidens und den weg der begangen werden muss um dies in einer weise zu tun, damit man nie wieder angst zu haben braucht jemals wieder leiden zu müssen. ich habe mich immer nach einem ort gesehnt wo ich mich ausruhen und hinlegen kann, ohne angst zu haben eines tages wieder geweckt zu werden um weiter zu ziehen. und nur der buddhismus konnte mir einen klaren weg hierzu zeigen. alles andere auch wenn die ganze welt vom ewigen himmel oder paradies redet ist nicht möglich, da wo etwas ist ( himmel, paradies ), da ist veränderung, wo veränderung ist, da ist vergänglichkeit ( mag diese auch eine ewigkeit dauern ) und wo veränderung ist, da ist leiden. und der buddhismus ist die einzige religion die einen ausweg aus dieser situation zeigt, wobei der weg zu den göttern ( himmel oder paradies ) hier schon inbegriffen ist. es ist wie das netz eines trapezkünstlers, der falls sein vorhaben seine kunst vorzuführen ( nirwana oder heiligtum zu erreichen ) nicht klappen sollte er auf jeden fall sicher sein kann, das ihm nichts geschieht ( er auf jeden fall unter göttern wiedergeboren wird ).


uups... ehem... jetzt habe ich wirklich mehr geschrieben, als ich ursprünglich vorhatte.
hoffe einigen ein wenig geholfen zu haben.
wünsche euch allen eine gute zeit.
mit lieben gedanken
natha
Forum -> Hinduismus, Buddhismus, Zoroastrische Religion

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