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Opferkritik












Friede Sei mit Dir Aida!


Ich habe mir überlegt, wie ich meine Position, der Opferkritik Jesu für Dich am besten klar machen kann, ohne mit der Islamischen Keule zu kommen.
Um sachlich und für Dich nachvollziehbar zu bleiben, werde ich hauptsächlich Christliche Autoren ziteren, die mit meiner Islamischen Ansicht konform sind.
„Unter einem ethischem Aspekt besagt Opfer einen Verzicht aus Liebe zu Gott. (vgl.Hos6:6) Unkritische Praxis führt zu einer "Öpferchenfrömmigkeit", die skurrile Formen hervorbringen kann. Trotzdem bleibt der Opferbegriff aktuell als Ausdruck für einen mühe- und entsagungsvollen Verzicht auf einen geringeren Wert zu Gunsten eines höheren, und zwar aus innerer Freiheit. Ein so verstandenes Opfer verlangt Selbstidentität, die befähigt, sich von gewissen Dingen zu lösen. Maßgeblich ist die Motivation, deren höchste Form in der Liebe zu sehen ist.
Opfer im Zusammenhang mit der Gottesverehrung bedeutet den äußeren Ausdruck einer inneren Haltung (Abstinenz, Fasten usw.), wobei Überheblichkeit und Werkfrömmigkeit zu meiden sind, also Leistungsdenken, da die Gnade weder käuflich noch verdienbar ist.
Die gegenwärtige prot. Theologie (zusammenfassend nach THEOLOGISCHE REALENZYKLOPÄDIE) favorisiert die These, dass die neutestamentliche Interpretation des Todes Jesu als Opfer nur ein hermeneutisches (d.h. erklärendes) Instrumentarium ist, um das völlig unkultische Geschehen des Kreuzes und der Erhöhung Christi in vertrauten, kultischen Kategorien zu deuten. Auf der einen Seite haben wir die Kernaussage des christlichen Glaubens: Jesus ist für uns gestorben; auf der anderen Seite eine kontroverse und in Neuzeit und Gegenwart massiv kritisierte Zuspitzung des neutestamentlichen Zeugnisses vom Heilstod Christi: Er ist ein Opfer, das mit Gottes Zorn versöhnt, nicht nur wegen der Erbsünde, sondern auch wegen aller anderen Sünden. Hier greifen die verschiedenen Aspekte der modernen Opferkritik an:
Historische Kritik: Opfer sind zeitgebundene religiöse Verhaltens- und Vorstellungsformen, die nach der Überwindung der Opferpraxis ihre Verbindlichkeit verloren haben und unverständlich geworden sind; die Rede von Jesu Opfertod ist dogmatisch und homiletisch nicht mehr gerechtfertigt.
Logische Kritik: Die Opfertheologie enthält einen Selbstwiderspruch (Blutschuld kann nicht durch neues Blutvergießen gesühnt werden) und läuft auf eine Selbstaufhebung des Evangeliums hinaus (das Opfer eines Unschuldigen für die Sünden der Schuldigen gleicht einer Bankrotterklärung der christlichen Botschaft (schauderhaftes Heidentum!").(Vgl. auch Baudler)
Moralische Kritik: Opfer sind selbstwidersprüchliche Mittel zur Lösung eines Problems, das gar nicht zu lösen ist. Sie gehen von einem grundsätzlich inadäquaten Verständnis von Gott und des Menschen Verhältnis zu ihm (und umgekehrt) aus. Dieses besteht weder in einem Rechtsverhältnis (beiderseitige Zuschreibung von Rechten und Pflichten) noch in einem Tauschverhältnis (wechselseitiges Geben und Nehmen). Beide Denkmodelle haben moralisch inakzeptable Konnotationen und können zu fragwürdigen Religionspraktiken führen.
Theologische Kritik: Die Opferidee allgemein und besonders die Rede vom Opfertod Jesu setzen ein fragwürdiges Gottesverständnis voraus. Gott kann durch Opfer nicht bestochen oder durch menschliche Gaben und Taten zur Änderung seiner Absichten veranlasst werden (vgl.Plato). Daraus folgt: Sünde gegenüber Gott kann durch Opfer nicht getilgt werden, also auch nicht durch den Opfertod Christi– „Und Liebe will ich nicht Opfern“….. .(Hos6;6) sowie Mt9,13 und Mt 12,7) Der Opfertod ist in der Bibel- exegetischen Konsequenz nur auf den Hebräer Brief zurückzuführen. (vgl. auch R.Girard) Dieser hat unter anderem mit dem Kern der Jesu Botschaft und den direkten aussagen Jesu kaum noch etwas gemein, da die Entstehung des selben (Häb.)weit nach den vier Evangelien zu datieren sind und unter einer andern Autoren Motivation unterliegen.
Sozialgeschichtliche Kritik: Mit der Opferkategorie ist im Laufe der Epochen n.C. durch politisch-ideologischen Missbrauch solch ein Schindluder getrieben worden (Stichworte: Wille zum Opfer, absolute Opferbereitschaft als christliche Konsequenz von Jesu Opfertod usw.), dass sie als soteriologisches Interpretament als verschlissen zu bezeichnen ist.
Hermeneutische Kritik: Die typologische Bedeutung des alttestamentlichen Opfers als Verweis auf Christus darf keinen bleibenden Wert beanspruchen. Jesu Tod kann als Opfertod verstanden werden, muss aber nicht. Die Opfertradition ist als bleibende theologische Kategorie nicht gerechtfertigt.
Exegetische Kritik: Die opfertheologischen Aussagen über den Tod Jesu stellen im Neuen Testament bestenfalls eine Nebenlinie dar. Daher dürfen sie dogmatisch nicht überbewertet werden. Nach G. Barth des Wuppertaler Exegeten und der jahrzehntelangen exegetischen Diskussion der neutestamentlichen Texten, stehen neun Versuche den Tod Jesu zu verstehen neben einander. Die Deutung des Todes Jesu als eine Stellvertretenden Sühne ist nur ein Versuch neben acht anderen. (Vgl. G. Barth)
Kreuzestheologie darf nicht mit Opfertheologie identifiziert werden. Jesu Tod kann als Heilstod gesehen werden, ohne ihn als Opfertod zu verstehen.“(siehe Quellen)
Ich möchte Dich zum Denken anregen Aida auf das sich der Geist Jesu völlig als Paraklet in Deinem Herzen der neuen Freiheit des kommenden Himmelsreiches für andere entfalten kann. In dieser Befreiung Gottes wird jeder im Anbeginn in SEINER eigenen Religion gebraucht.
Aida in der Entwicklung das Glaubens, darf man sich selbst in seinem eigenen Glauben nicht einzementieren. Im Glaubensakt der Evolutionären Entwicklung des eigenen Glauben - Gottesgeist kommen für den Menschen zwei Erkenntnisordnungen ins Spiel, Glaube (fides) und Vernunft (ratio) mit je verschiedenen Prinzipien und Gegenständen. Trotzdem besteht kein Widerspruch zwischen beiden, denn beide gründen in Gott.

Bezugnehmende und weiterführende Quellen:
G. Barth: Der Tod Jesu im Verständnis des Neuen Testament
Georg Baudler: Die Befreiung von einem Gott der Gewalt
Perry Schmidt-Leukel: Grundkurs
Fundamentaltheologie.
Hansjürgen Verweyen: Gottes letztes Wort.
Wolfgang Klausnitzer: Glaube und Wissen.
Hans Waldenfels: Einführung in die Theologie der Offenbarung.
John Hick: Gott und seine vielen Namen.
John Hick: Religion.
Christian Heller: John Hicks Projekt einer religiösen Interpretation der Religion.
Paul J. Knitter: Horizonte der Befreiung.
Paul J. Knitter: Towards a Protestant Theology of Religions.
Raimon Panikkar: Gottes Schweigen (u.a.).
Hans-Gerd Schwandt (Hg.): Pluralistische Theologie der Religionen.
Karl-Heinz Menke: Die Einzigkeit Christi.
G. L. Müller/ M. Serreti (Hg.): Einzigkeit und Universalität Jesu Christi.
Zusammengefasst u. Zitiert aus den Arbeiteten des Manfred Gerigk und Schriften des R. Girard sowie den oben aufgeführten Autoren.

Weesalam

ISA
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