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Knecht Gottes












http://www.glauben-und-wissen.de/M18.htm

Interessant dazu auch folgendes.

So schreibt man biblische Geschichte(n)! So macht man religiöse Eiferer zu Märtyrern. Verstanden hat man es überall da, wo er sich in den alten Übersetzungen im Eingangsgruß der Briefe als "Knecht" Gottes oder als "Knecht" Jesu Christi bezeichnet, denn hier heißt es in der neuen Übersetzung "Diener" Gottes oder "Diener" Jesu Christi oder "Diener" des Evangeliums und nichts anderes ist mit dem "Gebundensein an" oder "Gefangensein durch" das Evangelium gemeint. "Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir." (Gal. 2, 20.) Dies kann er nur aus der griechischen, heidnischen Vorstellung vom Geiste Gottes heraus meinen. Christus ist für ihn ein Pneuma. Er sagt selbst: »Der Herr ist der Geist« (2. Kor. 3,17), und so lebt er selbst gar nicht mehr, Christus lebt in ihm, spricht aus ihm, ist er selbst geworden. Der Gott der griechischen Propheten seiner Zeit ist ein Geist, ein Pneuma von feuriger Natur, das nicht über den Menschen kommt, sondern in ihn eingeht. In der Ekstase verlässt die menschliche Seele den Körper, um dem göttlichen Pneuma Platz zu machen, das nun an die Stelle der Seele tritt, den Menschen ganz erfüllt, ihn von innen her umwandelt und zum Gotte macht. In Paulus redet Christus. Paulus wurde vom Logos, von der Guten Nachricht, von Jesus Christus gefangen genommen.


Zur Zeit des Paulus existierten noch keine von Evangelisten geschriebenen und kanonisierten Evangelien.


Während Paulus sonst vom „Evangelium Gottes" oder einfach vom „Evangelium" spricht, lesen wir in Röm.1,9 „Gott, dem ich in meinem Geist diene am Evangelium von seinem Sohn"; das kann ein erläuternder Genitiv sein und bedeuten: das Evangelium, das sein Sohn ist. Das Evangelium heißt eine Kraft Gottes (Röm. 1,16; 1 Kor 1,18; aber auch Christus heißt Kraft und Weisheit Gottes und wird gepredigt (1 Kor 1,23-24). Christus ist eine Hypostase (Substantialisierung göttlicher Attribute), und Origenes beruft sich auf diesen Text, wenn er sagt, dass der eingeborene Sohn Gottes die Dynamis und Weisheit (Sophia) Gottes genannt wird, und er gebraucht in diesem Zusammenhang den Begriff hypostase.
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