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Panik vor Tod












Hallo,

Seit einigen Wochen verfolgt mich ein Gefühl, dass mich einfach nicht mehr loslässt. Eines Nachts bin ich aufgewacht und mein Herz hat unglaublich schnell geschlagen, ich musste mich am Laken festkrallen und mir sagen, dass ich noch lebe. Einfach so. Ich habe nicht vom Tod geträumt, es kam aus dem nichts und seitdem lässt mich diese Panik nichtmehr los. Ich hatte die letzten, vorallem letztes Jahr einige Erfahrungen mit dem Tod gemacht, so war ich damit lange konfontiert. Nur hatte ich nie Panik, nur Trauer gefühlt. Ich sehe auch wie meine Familie den Tod nicht verkraftet und bin daraufhin nun selber wahnsinnig panisch. Kein Tag vergeht an dem ich mir nicht vorwerfe nichts sinnvolles getan zu haben. Andauernd ist mir vor Augen, das ich altern werde und die Vorstellung das meine Eltern eines Tages nicht mehr existieren raubt mir den Verstand. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, ich kann es mir nicht vorstellen, auch das ich nicht mehr Leben werde. Ich bin katholisch erzogen wprden, hatte auch esoterische Efahrungen aber in der Hinsicht kann ich mir einfach keine Ruhe geben, in dem Glauben, danach kommt noch etwas. Es basiert doch alles auf meinem Gehirn und wenn das nicht mehr tut, dann ist sozusagen die Basis weg, oder? Und so sollen denn all die Seelen hin? Leider nimmt mir die biologische Sicht der Dinge jede Hoffnung, ich bekomme Panik bei dem Gedanken verbrannt zu werden oder von Würmern aufgegessen zu werden. Ich hoffe, das klingt nicht zu brutal, aber das sind einfach die Ängste, die mich nicht loslassen. Ich habe schon mit meinem Freund darüber geredet, stundenlang geweint und mich an meinem Hier und Jetzt festgekrallt, aber es hilft nichts und ich weiß nicht wie ich wieder aus diesem Gefühl rauskomme. Kennt ihr auch das Gefühl euer Leben rennt euch weg? Ihr verdrängt es wie eine Klausur früher in der Schule und aufeinmal ist sie da und ihr habt nicht gelernt?

Liebe Grüße
Franziska
hallo franziska,

darf ich dich fragen, wie alt du bist und welche erlebnisse mit dem tod es waren, die du gemacht hast und ob es einen konkreten anlass gab, der diese panikgefühle bei dir verursacht hat - ?

vielleicht hilft es dir, wenn du ein bisschen mehr erzählst.

das gefühl auf eine prüfung nicht vorbereitet zu sein kennen wir, denke ich, alle.
oft ist die angst vor dem tod einfach eine andere art von angst vor dem leben. das leben nicht bewältigen zu können... die hatte ich in den letzten wochen auch, deshalb berührt mich dein beitrag so. wenn du magst, können wir uns hier ein wenig unterhalten...

lg
lisken
Hallo, Franziska,

ich denke, es werden viele Menschen Deine Angst nachvollziehen können. Zu verstehen, zu erfühlen, dass man sterblich ist, dass man irgendwann mal "gehen" muss, vielleicht ohne die Möglichkeit zu haben, sich von den geliebten Menschen zu verabschieden...: Das ist eine der schrecklichsten Erfahrungen, die ein Mensch machen kann, ja, machen MUSS.

Um einen verstorbenen Menschen zu trauern, ist sehr sehr schwer. Aber plötzlich mit Haut und Haaren zu be-greifen, dass man selbst auch einmal sterben wird, ist eine Sache, an deren Akzeptieren man regelrecht arbeiten muss.

Zumindest ging es mir so. Mir hilft heute mein Glaube, die Tatsache, dass ich das Leben nicht sinnlos finde, und die Tatsache, dass ich hoffe, dass mit meinem Tod nicht alles vorbei ist. In all dem hilft mir mein Glaube an Gott und seine bedingungslose Liebe. Aber auch die Menschen hier in meinem Leben, die mir wichtig sind und die ich lieben darf und von denen ich mich geliebt fühle, helfen mir dabei.

Alles Liebe

Väterchen
Ein P.S.:

Mir fiel gerade spontan ein: Vielleicht hast Du das Gefühl, noch gar nicht "richtig gelebt" zu haben? Ich erinnere gerade, dass das bei mir ein wichtiger Grund für meine damalige Todesangst war.

V.
Franziska Du bist nicht dein Körper.
Lied doch z.B: mal Bücher von Kübler-Ross.
Du warst bereits davor und Du bist auch noch danach.
Dein Gehirn ist nicht die zentrale Einheit deiner Existenz, das ist Deine Seele.

Was wäre Leben ohne das Sterben, eine totale Lethargie.
Ich gehe nun auf die 40 zu und sehe mich etwa in der Mitte meines irdenen Lebens.
Es kann aber auch sein, dass ich bereits morgen nicht mehr mit diesem Körper verbunden bin.

Früher hat mich die Sinnlosigkeit des Lebens auch niedergedrückt.
Aber es ist unsere Aufgabe unserem Leben selbst einen Sinn zu geben.
Das Wissen um die Begrenztheit erhöht unser Bestreben, auf die Erfüllung dieses Sinnes zuzustreben.
Forum -> Leben nach dem Tod


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