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Ich glaube nicht an Gott












Astrella hat folgendes geschrieben:
Ein Atheist betet nicht an, das ist wahr. Aber seine Überzeugung entspringt nicht irgendwelchen Beweisen, sondern ist subjektiv und daher auch nur ein "Glaube".

Außer Beweisen gibt es auch noch Ockhams_Rasiermesser, welches besagt, dass man überflüssige Hypothesen fallenlassen kann oder soll.

Ein klassischer Vergleich ist Russells Teekanne.
Wikipedia hat folgendes geschrieben:
Wenn ich behaupten würde, dass es zwischen Erde und Mars eine Teekanne aus Porzellan gäbe, welche auf einer elliptischen Bahn um die Sonne kreise, so könnte niemand meine Behauptung widerlegen, vorausgesetzt, ich würde vorsichtshalber hinzufügen, dass diese Kanne zu klein sei, um selbst von unseren leistungsfähigsten Teleskopen entdeckt werden zu können. Aber wenn ich nun daherginge und sagte, da meine Behauptung nicht zu widerlegen sei, sei es eine unerträgliche Anmaßung menschlicher Vernunft, dies zu bezweifeln, dann könnte man zu Recht denken, ich würde Unsinn erzählen.

Diese Teekanne ist klarer definiert als Gott, aber ihr Vorhandensein ist genauso schlecht belegt.
Hm.
Ein Agnostiker schließt beides nicht aus.
Du kannst ihn als Vorstufe zum Atheisten sehen, oder als Vorstufe zum Theisten.
Wenn ich mich hier im Forum rumtreibe, tendiere ich angesichts von manchem Religionsfanatismus eher zum Atheismus.
Wenn ich allerdings *flüster* im Philosophieforum bin, kann ich mich Angesichts der dort verbreiteten Negation alles nicht Beweisbarem (ist jetzt s...deutsch) durchaus mit einem Gedanken an eine höhere metaphysische Kraft (wie auch immer) anfreunden.
Ich bin von beidem (Gottesexistenz/Nichtexistenz) nicht wirklich überzeugt.
Sicher gibt es einige Sachen, die ich überzeugt ablehne, Sektengedöns, Fabelwesen, Religion in ihrer fanatischen Auslegung.
Aber ansonsten bin ich nicht festgelegt, ich glaube einfach nicht.
Zum Glauben gehört eine Überzeugung. Und die habe ich nicht.
Agnostizismus hört sich an.
Ich muß es mir halt ab und zu geben.
Ich kann aber auch einfach popelig sagen: Ich habe nicht den leisesten Schimmer. Es ist eben keine Weltanschauung in dem Sinne.
@kereng

Das Occamsche Rasiermesser ist "nur" eine Methodik, wie man intelligenterweise mit Hypothesen verfahren soll.
Und auch bei der Teekanne geht es letztendlich nur um die Frage, wie man mit einer Hypothese verfährt: wer die "Beweispflicht" hat. Ob man überhaupt eine hat.
Der Beweis ist schlußendlich das Einzige, was zählt.
Alle möglichen Leute können irgendetwas behaupten.
Aber auch das Aufstellen einer Hypothese unterliegt gewissen Mindestanforderungen.
Gläubige können sagen: 5 von 6 Milliarden Menschen glauben an einen Gott/etwas Göttliches, fühlen ihn/fürchten ihn/lieben ihn: Langt das nicht, um als eine ernstzunehmende Hypothese zu gelten?
Es bewegt sich eben doch in anderen Dimensionen als ein durchgeknallter Teekannengläubiger.
Und deswegen liegt die Beweislast nicht eindeutig und automatisch bei den Kirchen.
Dass so viele Menschen an Gott glauben, hat zum Einen mit Gehirnfunktionen zu tun (Persinger), zum Anderen damit, dass es Ihnen von den Eltern so gelehrt wurde.

Bedenke, dass die Menschen ganz unterschiedliche Vorstellungen von Gott haben, die nicht alle wahr sein können. Vor der Ausbreitung der monotheistischen Religionen war das noch ausgeprägter.
Kommt es auf die Menge an, die sich was zu eigen macht?

Dann (ist jetzt pervers) ist es sicherlich richtig, Kot zu essen, weil Milliarden von Fliegen dies normal tun. Auf ähnliche Beispiele in unserer Geschichte aus der Vergangenheit möchte ich bewußt nicht eingehen, aber denkt nur mal an gewisse gesellschaftliche Erscheinungen in Deutschland, die zum letzten weltkrieg führten.

Oder ziviler gefragt: Führt Quantität "automatisch" zur Qualität?

Warum sollte ich beweisen, dass es einen Gott nicht gibt, bloß weil mir die Begründung (nicht versuchter Beweis) zum Vorhandensein eines Gottes nicht schlüssig erscheint? - Auch ein Angeklagter muß nicht (im Regelfall) seine Unschuld beweisen, sondern der Kläger dessen handeln!
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