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Ich glaube nicht an Gott












Lieber Martin,

Wenn Du Gott wärst, dann würden sich alle freuen, die Diebe, die Hurer, die Mörder, usw.

Du würdest den ärgsten Menschen gleich behandeln, wie den vollkommensten Engel. Und wärst Du Jesus gewesen, eine Tempelreinigung hätte so nie stattgefunden, sondern du hättest diese Menschen gar noch bestärkt, weiter ihre Waren anzubieten.

Im NT stünde es, wie Jesus sich verhalten hat, zu den Priestern, deren Glauben nur nach Aussen hin gerichtet war, und zu den Sündern, die aber bereuten. Den Priestern versprach er komischer weise kein Himmelreich.

Ausserdem sagte er nicht: "Geh nun hin, und sündige recht brav weiter, es kann dir nichts mehr passieren. " Sondern er sagte "Geh hin und sündige nicht mehr, auf das dir nichts schlimmeres widerfahre.."

Der Grundstock aber ist die offene, ehrliche Reue, dann träfe zu, das ein Mörder eher ins Himmelreich käme (wie der mitgekreuzigte) als ein Christ, der nur nach aussen hin einer ist, innerlich aber gar nicht glaubt.
Martin: "solange Gott nicht erfahren Wurde ist alles Theorie."

So sehe ich das auch. Ich selbst habe nicht an Gott "geglaubt", bis ich Ihn in meinem Tiefsten erfahren habe. Ich denke, nicht "Glaube" oder "Nichtglaube" hat mich der Antwort nach Gott näher gebracht, auch keine "Heiligen Schriften" (obwohl die zu lesen einen sehr bestärken können auf dem Weg), sondern die eigene Erfahrung und das meditativ-stille Hineinhören in mich selbst.

Väterchen
Hallo Väterchen,

genauso ist es, ohne Erfahrung und ohne innere Einkehr helfen die ganzen Schriften nichts.

Und so wie ohne Erfahrung der Glaube tot ist, ist er es auch, wenn er nicht immer fleissig mit der Liebe begossen wird.

Denn viele denken, ein paar mal Gott erfahren, und dann kann ich die Hände in den Schoss legen, so soll es aber nicht sein.

Ausserdem sollte man bei Erfahrungen auch vorsichtig sein, denn nicht alles muss Gott sein, was sich als Gott ausgibt.

lg
Fritz
Hallo, Fritz.

Liebe zu Gott ist für mich immer AKTIVE Liebe zu Gott und zu den Menschen, da gebe ich Dir Recht. Es ist ein ständiges Bemühen und Ringen, auch mit dem eigenen Zweifel und dem eigenen Irrtum.

Liebe Grüsse

Väterchen
Frizigo, hier meine Antwort auf Deinen Vorwurf:

Zitat:
Wenn Du Gott wärst, dann würden sich alle freuen, die Diebe, die Hurer, die Mörder, usw.

Du würdest den ärgsten Menschen gleich behandeln, wie den vollkommensten Engel. Und wärst Du Jesus gewesen, eine Tempelreinigung hätte so nie stattgefunden, sondern du hättest diese Menschen gar noch bestärkt, weiter ihre Waren anzubieten.

Falls Du mit „Hurer“ Freier meinst, so lasse diese bitte außen vor, es ist nichts daran verwerflich, zu eine Prostituierten zu gehen, auch wenn ich persönlich das noch nie tat, so bin ich nichts besseres als diejenigen, die es taten.

Ansonsten wäre da das Gleichnis von Nossrat Pesechkian, das zeigt, wie sich Seelen selbst eine Hölle oder einen Himmel erschaffen.

Zitat:
Einst kam ein Mann zum Propheten Elias. Ihn bewegte die Frage nach Himmel und Hölle, wollte er doch seinen Lebensweg bewusst gestalten.

Da nahm ihn der Prophet bei der Hand und führte ihn durch dunkle Gassen in einen großen Saal, wo sich viele ausgemergelte Gestalten um die Feuerstelle drängten. Dort brodelte in einem großen Kessel eine köstlich duftende Suppe.

Jeder der Leute besaß einen gusseisernen Löffel, der so lang war wie er selbst. Der Löffel war aufgrund seiner Größe zu schwer, um allein damit die Suppe zu schöpfen, und zu lang, um damit Nahrung zum Mund führen zu können. So waren die Menschen halb wahnsinnig vor Hunger und schlugen aufeinander ein vor Wut.

Da fasste Elias seinen Begleiter am Arm und sagte: “Siehst du, das ist die Hölle!” Sie verließen den Saal und traten bald in einen anderen. Auch hier viele Menschen. Auch hier wieder ein Kessel Suppe. Auch hier die riesigen Löffel. Aber die Menschen waren wohlgenährt, und man hörte in dem Saal nur das zufriedene Summen angeregter Unterhaltung. Männer und Frauen hatten sich zusammengetan. Einige tauchten gemeinsam die schweren Löffel ein und fütterten die Gegenübersitzenden. Umgekehrt geschah es ebenso. Auf diese Weise wurden alle satt. Und der Prophet Elias sagte zu seinem Begleiter: 'Siehst du, das ist der Himmel!


Ein Mensch der unfähig ist, zu lieben, ist doch schon in der Hölle.
Ein Mensch, der fähig ist zu lieben ist doch schon im Himmel.
Dies gilt hier und drüben. Das vorige Gleichnis von Nossrat Pesechkian macht das doch deutlich.
Wozu braucht es da einen Gott, der diese Seelen in die Hölle zwingt?
Eine Seele selbst wählt die Hölle, indem ihr der Egoismus wichtiger ist als die Liebe.
Für mich ist Glaube mit einem „Du musst“ und „Du darfst nicht“ unvereinbar. Dies gilt ebenso für ein „Du musst in die Hölle“. Wir haben einen freien Willen hier und dort. Deterministen sagen, wir hätten keinen freien Willen, aber dennoch ist es auch ihr erleben, wenn sie vor Entscheidungen stehen.
Die Seele selbst wählt. Die Seele selbst erschafft sich ihre Welt. Und die Seele, die es schafft, die Hölle zu lieben oder auch in der Hölle zu lieben, ist im Himmel. Wenn alle Seelen in der Hölle lieben, dann wird die Hölle zum Himmel.

p.S.:
[quote] Wenn Du Gott wärst ... [quote]
Mein Glauben:
Laut Advaita ist es nicht die Frage „wenn Du Gott wärst“ sondern die Frage „wenn Du herausfindest dass Du es bereits bist und auch alle anderen um Dich herum.“

Gruß Martin
Forum -> Gott

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