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Damit sich nun niemand angegriffen fühlt, schreibe ich ausschließlich von mir selbst.
Ich lebte jahrelange zölibatär, wie gesagt scheute ich die Bindung.
Das negative an der Sache war, dass ich einerseits eine Aversion gegen Frauen entwickelte, mit der sozusagen meine nicht mehr eingestandene Sehnsucht kaschiert war.
Andererseits fühlte ich mich andern überlegen, was nicht der Fall war, denn manchmal, als mich Leute in Streitgespräche verwickelten nach dem Motto: „Du machst es Dir aber einfach!“ ärgerte ich mich über sie anstatt dass ich einfach gesagt hätte: „Du kannst es Dir doch genauso einfach machen.“
Heute verurteile ich das nicht mehr, wenn jemand seine Sexualität auslebt.
Auch heute noch spielt sie für mich eine mindere Rolle,
was aber nicht heißt, dass ich deshalb weniger glücklich als andere bin.
Ich sehe es eher anders herum, denn ich kenne viele Menschen, die mehrmals wöchentlich Sex haben und dennoch eine psychologische Behandlung brauchen.
Aber wozu, wenn es doch sooo schön ist?
Sexualität ist eine Ausdrucksform der Partnerschaft und ist niemals verkehrt, vorausgesetzt dass es beiden eine Freude macht. Ob Homo, ob Hetero, ob Jung oder Alt, das spielt keine Rolle!
Richtig und Falsch sind relative Begriffe, vom Menschen geschaffen und sie werden immer wieder umdefiniert. Der moralische Drohfinger hilft da gar nichts.
Dennoch wünsche ich mir eine Gesellschaft, die Verantwortungsvoll mit der Sexualität umgeht, denn das wird unsere Welt ein Stück voran bringen.
Verantwortungsvoll heißt aber nicht der Verzicht auf Pornografie.
Verantwortungsvoll heißt aber nicht das Schließen von Bordellen.
Verantwortungsvoll heißt Verantwortung übernehmen für Leben, das man evtl. zeugt und für die Kinder und den Partner da sein. Und ob diese Bereitschaft da ist, oder nicht, dass sollten sich zumindest die Heterosexuellen überlegen. Das ist das, was ich meine mit einer besseren Welt.
Gruß Martin
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