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Sande Ägyptens












@Martin

<i>Wichtig sind die Tatsachen, dass erstens das Thomasevangelium eines der ältesten Zeugnisse von Jesus ist (in seinem Ursprung wahrscheinlich das älteste) und dass zweitens die Schriftrolle fast 2000 Jahre im Sande Ägyptens „sichergestellt“ war und so dem Zugriff all derer, die in anderen Evangelien die Worte des Meisters „zum besseren Verständnis“ abänderten, entzogen blieb.</i>

Wo hast Du denn das her? Der Ursprung des Thomasevangelium liegt im "Dunkelen". Es könnte eine Abschrift sein. Es ist wahrscheinlich nach den Evangelien geschrieben worden. Ca. 235 n. Christus. Es stammt wahrscheinlich nicht von dem Apostel Thomas. Es beinhaltet nicht Jesu Lehre, sondern widerspricht diesen in weiten Teilen.:

Einleitung und Logion 1 machen deutlich, dass diese Sammlung von Jesusworten eine Heilsbotschaft sein will. Aber das „Evangelium“ besteht hier aus einer reinen Spruchsammlung: Die Heilsbotschaft erscheint als Jesu eigene Verkündigung. Jede Bezugnahme auf Tod und Auferstehung Jesu fehlt. Das Kreuz wird zwar einmal erwähnt, aber ohne Hinweis auf die stellvertretende Sühne für alle Welt. Auch Wundergeschichten fehlen, desgleichen Motive wie die Ankündigung des Jüngsten Gerichts sowie Hinweise auf Sakramente.

Das 'Königreich' (das 'Reich des Vaters' oder das 'Reich des Himmels') ist ein Zentralbegriff des Thomasevangeliums. Dabei wird der Unterschied zu der Predigt Jesu in den drei ersten Evangelien deutlich: die eschatologische Ausrichtung auf die Zukunft fehlt fast völlig. Gewiss ist von „eingehen“ oder „finden“ die Rede, und zwar durchaus in zukünftigem Sinn. Aber diese Aussagen hängen eng mit der Aussage zusammen, dass der Jünger aus dem Reich stammt (Log. 49). Wichtig scheint nur die Gegenwärtigkeit des Reiches zu sein '(Log. 113)'.

Es lassen sich kaum Spuren einer Gemeinschaftsbildung erkennen und ekklesiologische Gedanken fehlen völlig. Der Zugang zum 'Reich' wird den einzelnen, von dem Ruf Jesu Erreichten zugesagt. Es sind die 'Kleinen', die 'Einzelnen', die 'Einsamen', die das 'Reich' und damit die 'Ruhe' erreichen.

Spruch 30: Jesus sagte: Wo drei Götter sind, da sind es Götter; wo zwei oder einer ist, da werde ich mit ihm sein.

Gerade dieser Spruch widerspricht einem Kern-Glaubenssatz Jesu Lehre und ist deshalb nicht vereinbar mit dieser, bzw. unbiblisch.

Spruch 114: Simon Petrus sagte zu ihnen: Mariham soll aus unserer Mitte fortgehen, denn die Frauen sind des Lebens nicht würdig. Jesus sagte: Seht, ich werde sie ziehen, um sie männlich zu machen, damit auch sie ein lebendiger Geist wird, vergleichbar mit euch Männern. Denn jede Frau, die sich männlich macht, wird in das Himmelreich gelangen.

Was soll denn dieser Spruch aussagen? Für mich wiederum unbiblisch.

Diese Apokryphe ist von der Lehre der Gnosis inspiriert, die schon im Ansatz der Botschaft Jesu entgegengesetzt ist. Typisch für gnostisches Gedankengut ist die Einleitung in das Thomas-Evangelium: „Dies sind die geheimen Worte, die Jesus der Lebende sprach und die Didymus Judas Thomas aufgeschrieben hat.“ Diese Form der geheimen Mitteilung entspricht aber so gar nicht der klaren und offenen Art Jesu. Er wollte, dass durch ihn und seine Jünger (Apostel) das Evangelium von der Gnade und Vergebung in aller Welt deutlich und unmissverständlich verkündigt wird.

Für mich gilt für alle außerbiblischen Schriften, dass sie sich inhaltlich an der Bibel "messen" lassen müssen. Ich sage mit Paulus: Drum prüfet aljes und das Gute behaltet. Für mich gehört das Thomasevangeluium nicht dazu.

Liebe Grüße
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum III


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