Kann man fühlen, dass es Zeit ist zu gehen?


Ich bin ziemlich verzweifelt zur Zeit. Ich habe seit paar Tagen ganz extrem das Gefühl, dass ich bald sterben muß. Heute ist es ganz extrem. Kann mich schlecht konzentrieren und habe das Gefühl ich hab mich bereits aufgegeben und warte das "er" kommt.

Ich möchte aber noch nicht gehen Ich möchte nicht meinen Partner verlassen, meine Mama, Schwester, Freunde usw. Das Gefühl, dass die Zeit für mich hier abgelaufen ist, dass ich nur heulen könnte. Ich habe solche Angst davor.

Kann man das überhaupt fühlen oder ist das nur eine Einbildung und mit meiner psychosomatischen Erkrankung verbunden?

Ich bedanke mich im voraus für das "Zuhören".

Ina
Liebe Ina,
als Nachtrag und zur Vervollständigung meiner PN's an Dich, möchte ich Dir einen Gedanken schenken der Dich erinnern lassen soll. Halt ihn fest und glaube dran!

... nur ein wunderschöner Gedanke - er verleiht Dir Flügel!
(Peter Pan)

liebste Grüsse
Gaby
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Lieben Gruss
Gaby
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Zitat:
jw MAa.t xai.tw r-HA.t =k
mAa.t r-Hna =k
Hallo Ina!

Das Gefühl gibt es, wie Du ja ganz deutlich merkst. Es muss aber
(und wird in den meisten Fällen wohl) nicht stimmen. Erst vorgestern hat
mir ein lieber Freund geschrieben, er hätte genau dieses Gefühl - er hätte
den Tod auf einer Bank sitzen und ihn grüßen gesehen...
Nun ist er ein intelligenter Mensch mit tiefgehender spiritueller Erfahrung,
und ich war doch besorgt (auch wenn ich den Tod nicht für ein schreckliches
Unglück ansehe... ) - ich habe ihm geantwortet, er möge das bitte noch
etwas aufschieben, ich wolle ihn ja im Mai besuchen. Er schrieb mir zurück,
die Sache sei für dieses Jahr geregelt, und er freue sich auf meinen Besuch...

Das hört sich vielleicht jetzt locker und witzig an - es ist aber durchaus ernst
gemeint. Es gibt zweifellos Vorahnungen - aber es sind eben das - Ahnungen,
und nicht mehr...
Liebe Ina,

egal wie bald der Tod kommt, egal wie lange es noch dauert bis er vor uns steht, die Zeit auf dieser Erde ist sehr, sehr kurz.

Der Tag folgt der Nacht, und die Nacht folgt dem Tag, und die Augenblicke kommen und gehen....

Der Tod klopft an die Türe deines Herzens, und so wirst du dir seiner bewußt, und das ist eine große Gabe von Gott für dich. Wie viele Menschen leben ein Leben lang unbekümmert vor sich hin, arbeiten, essen, schlafen und trinken, und sehnen sich nur nach materiellem Gewinn. Einem Gewinn, der, wenn unser Herz daran hängt, sich am Ende als Verlust herausstellt.

Alles, was wir in der Welt vorfinden, soll uns daran erinnern, wie unaussprechlich liebevoll unser Schöpfer ist. Schau mal, mit so lieben Menschen hat er dich gesegnet, Menschen, mit denen du so gerne zusammenbist. Egal was kommt, es wird keine Trennung geben. Der Tod kann dich niemals den Armen deiner lieben entreißen. Nur scheinbar. In Wirklichkeit sind wir immer beisammen.

Nur ist es so, daß wir auf der Erde diejenigen, die schon im Himmel sind, nicht sehen können. Die im Himmel sind, sehen aber uns. Sie sind von uns nicht getrennt. Dessen sei dir ganz sicher.

So wäre es sicherlich gut, wenn du deine Lieben tröstest, und ihnen sagst daß du bei ihnen bist, denn sicherlich machen sie sich große Sorgen um dich und Angst. Sage ihnen, daß wenn du gehen mußt, du im Herzen immer bei ihnen bleibst.

Wenn Liebe im Herzen ist, was kann dann der Tod erreichen? Eine vorrübergehende Trennung, die vor allem diejenigen empfinden, die ein par Tage länger hier auf der Erde bleiben. Das nächste Leben ist für immer, der Tag dort nimmt niemals ein Ende.

Und weißt du, daß Leben und Liebe vom selben Wortstamm kommen? Daß Leben und Liebe zwei sind, die stets Hand in Hand gehen? Wo Liebe ist, da ist auch Leben, und wo Leben ist, da ist auch Liebe. Wie zwei innige Freunde, wundervolle Vertraute. Der Tod kann die beiden niemals voneinander trennen. Und da in deinem Herzen Liebe ist, kann der Tod dir nichts anhaben.

Keiner weiß, wann der betagte Herr erscheint und uns mitnimmt. Niemand kann es wissen. Und so ist es gut, ab und zu einen Gedanken an den alten Herrn zu verlieren. Und die zu trösten, die Angst haben.

In deinem Herzen ist viel Liebe, Liebe zu deinen Lieben, Liebe ist Leben, liebe Ina.

Alles Liebe von Yojo.
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)
Ich danke Euch für eure unterstützenden Worte. Heute ist es natürlich noch schlimmer. Das Gefühl, wie Yojo schreibt, der Tod klopf an meine Tür ist so stark, dass ich nicht mehr leben kann. Ich möchte doch noch nicht gehen. Ich hab mir immer eine Familie gewünscht und ich hab es noch nicht erreicht. Also warum möchte mich der liebe Gott jetzt schon zu sich holen? Meine Aufgabe hier auf Erden ist doch noch nicht erledigt.

Ich hab keinen Lebenswillen mehr, weil der Tod so nah ist in meinen Augen...

Karina
Liebe Ina,

besinn dich auf die Liebe, die ist tausendmal stärker als der Tod. Der geht wieder! Vertraue auf Gott. Liebe! Liebe = Leben!

Alles Liebe von Yojo
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)
Liebe Karina,

deine verzweifelten Worte haben mich sehr berührt, wie sicher viele andere auch, doch fällt es schwer, damit umzugehen, man fühlt sich so hilflos. Und weil es einem so nahe geht, schiebt man es gern von sich fern. Aber das ist nicht die Lösung, denn es betrifft ja jeden von uns, es kann jeden Tag soweit sein, dass „der Tod an die Türe klopft“, das geht schneller als man denkt.
Und wenn ich dieses schreibe, dann basiert das auf eigener Erfahrung, sah ich selbst schon – um deine Worte zu gebrauchen – „den Tod so nah vor meinen Augen“. Ich erinnere mich sehr gut an dieses Gefühl und kann dich daher gut verstehen, wobei es bei mir mehr als eine Ahnung war, sondern greifbare Realität.
Doch ist die Angst deiner Ahnung scheinbar genauso groß, und deshalb drängt es mich, dir Trost zuzusprechen. Eines steht fest, nämlich dass die Tage eines jeden von uns gezählt sind, festgelegt nach Gottes Plan, und wenn es Sein Wille ist, dann nützt keine Angst und kein Nichtwollen.
Aber ich weiß, dass es ein liebender Gott ist, ein Gott, zu dem man sprechen kann wie zu einem Freund. Und deshalb möchte ich dir sagen, so gut es auch ist, dass du dich hier an uns alle wendest, um dein Herz leichter zu machen, umso viel besser wäre es, wenn du mit Gott selber sprechen würdest.
Vielleicht wartet Er nur darauf, vielleicht schickt Er diese Ahnung, damit du dich an Ihn wendest, mit Ihm ins Gespräch kommst. Sage Ihm, dass du dir eine Familie wünschst, der du all deine Liebe schenken möchtest, diese Welt braucht ganz viel Liebe!
Und dann schreibst du uns: „Meine Aufgabe hier auf Erden ist doch noch nicht erledigt.“
Das hat mich sehr angerührt, hatte ich doch Gleiches gefühlt und mich an Gott gewandt, mir weitere Lebenszeit zu gewähren und mir dann meine Aufgabe zu zeigen, die mir zugedacht ist. Ich sagte Ihm: Herr, gib mir offene Augen. Du siehst, dass Er dieses erhört hat, sonst würde ich dir nicht dieses schreiben, ich lebe und habe meine Aufgabe gefunden.
Bitte Ihn, dass Er dir deine Aufgabe zeigen möge, die du dann aus ganzem Herzen erfüllen möchtest.
Man kann mit Gott reden, „klopfet an und euch wird aufgetan“ – so heißt es in der Bibel, Er wartet darauf. Bevor also der Tod an deine Türe klopft, klopfe du an himmlische Türe, wende dich im Gebet an Gott, glaube mir, Er liebt dich und lässt dich nicht allein.
Meine guten Gedanken begleiten dich.

Herzlichst
Helga Maria
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Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
(A. de Saint-Exupéry)
Eure Worte haben mich sehr berührt und mir ein wenig Mut gemacht. Ich werde mich wieder intensiver mit den Schutzengeln und Gesprächen mit Gott beschäftigen.

Ich möchte allen danken die mich hier aufgefangen haben.

Karina
Ich hatte das damals als ich noch Panikattacken hatte, ein grausames Gefühl, das man nur loswerden will.
Ich habe seit achtzig Jahren das Gefühl, dass ich bald sterben muß. Heute bin ich gestorben.