Frage an die Muslime hier


Lieber mapu

Deine Geschichte berührt mich sehr, weil sie der meinen sehr ähnlich ist. Allerdings brauchte ich fast 40 Jahre um eine ähnlich weite Sichtweise zu bekommen, wie du sie jetzt schon hast. Wenn du schreibst, dass die Liebe unter den Menschen und die Maßstäbe Gottes in unser Leben zu integrieren und unser Leben darauf aufzubauen das Wichtigste ist, dann hast du m. E. die Botschaft aller Gottesoffenbarer wirklich verstanden. Genau dafür haben alle diese göttlichen Leuchten ihre Gesundheit, Ansehen, Freiheit, ja sogar ihr Leben hingegeben.

Dass du in einer wirklich lebendigen und tollen Christengemeinde lebst, hat sicher zu deiner Reifung enorm beigetragen. Auch ich hatte das Vergnügen mich immer weiseren und wirklichkeitsnäheren Priestern und Lehrmeinungen zuwenden zu dürfen. Und du kannst dir sicher sein, dass für wirkliche Geistesgrößen unter den Gelehrten , die Einheit Gottes, der Religionen und letztlich der Menschheit, eine fast zwingende Selbstverständlichkeit ist. Einmal sagte ein bekannter „Fernsehpfarrer“ als er in eine Moschee eingeladen wurde, um vor gläubigen Muslimen zu predigen, dass er sehr glücklich , hier reden zu dürfen und er überzeugt sei „dass Christen auch Moslems sind und Moslems eben auch Christen“.
Man spürte förmlich die Brüderlichkeit. Dieser Satz hat mich mehr bewegt als alle hochgeistigen Dreifaltigkeits-, Gottessohnschaft- oder Adam u. Eva- Konstrukte, die ich je gehört habe. Es ist das „Gleichheitsprinzip“ vor Gott, dass uns alle Offenbarer seit Adam, schrittweise beibringen wollten. Wobei es keine Rolle spielt, wie wir Gott nennen. Es genügt zu wissen, dass er jedes menschliche Begreifen absolut übersteigt.

Als ich von der Bahai-Lehre erfuhr, dauerte es auch einige Zeit bis ich tatsächlich in meiner Umgebung zu einer sehr lieben Bahai-Gemeinde stieß. Die Zugehörigkeit zu einer Christengemeinde schließt das ja nicht aus. Im Gegenteil, für einen Bahai ist es ein ganz wichtiger Aspekt, zu den Anhängern einer jeden Religion, eine wirklich freundschaftliche und liebevolle Beziehung zu fördern. Du kannst es auch umgekehrt sehen, dass du als Christ die Beziehung zu allen anderen Religionen förderst. Oder kannst du dir etwas schöneres vorstellen, als wir es derzeit ja schon machen, nämlich dass unsere liebe safienah, du, und auch ich,(jetzt nur als Beispiel) uns als völlig gleichberechtigte, geschwisterliche und demütige Menschen vor Gott betrachten. So dass unsere Religionen uns nicht trennen, sondern verbinden.

Alles Liebe
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"Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind seine Bürger"
Bahà'u'llàh
So mal wieder mitten in der Nacht, zeit für eine kleine Textpassage. Ich finde es auch echt schön hier ganz unprolematisch seine Gedanken auszutauschen. Also mir hilft das schon, da ich im Moment noch keinen habe mit dem ich in dieser offenen Art "reden" kann. Das ist ja das schöne am Web. Es verbindet.

Verbindungen sind in unserem Leben das wichtigste, angefangen bei der Verbindung zu Gott. Ich glaube auch, dass Glaube als Freizeitbeschäftigung wirklich die falsche Motivation hat. Denn es geht ja um Gott und nicht um Tischtennis oder so. Ich glaube auch nicht, dass es viele gibt, die so leben. Es ist anders. Viele haben sich einen bestimmten Lebensweg angeignet und halten daran fest. Der Glaube bzw. die Glaubensform ist da am Beständigsten. Man ist in einer gewissen Gruppe in der man sich wahrscheinlich wohlfühlt und persönliche Ziele hat. Wenns mit dem Glauben gerade nicht so läuft, wird das intern irgendwie gelöst. Selten schaut man über den Tellerrand. Ich schätze dadurch bringt man das ganze Glaubensding ins wackeln, ich frage mich ob man das wirklich tut.
Die Frage ist immer die nach DER letzten WAHRHEIT. Sicher ich glaube auch dass es nur eine gibt. Aber wo ist sie und ist sie für uns überhaupt ergreifbar. Wie ist die Situation bezüglich des Glaubens auf unserem Planeten jetzt ? Es muß auf jeden Fall irgendwann Frieden geben und ich bin sicher dass er kommen wird , nur wann ? Laut der Offenbarung des Johannes wird es vorher ja noch richtig Krieg geben und dann kommt das Reich des Friedens in dem Jesus regiert. Wie kann man das nun aber mit den anderen Religionen und dem Weltgeschehen heute verbinden. Sind wir schon in einem solchen Reifezustand ? Ich glaube noch nicht. Im Moment sieht es ja noch gar nicht nach einer Verbesserung aus, eher nach einer ständigen verschlechterung. Immer weniger werden reicher und immer mehr werden immer ärmer. Echt schrecklich. Das wichtigste für einen persönlich ist zu Gott zu finden und in seinem Umfeld möglichst viel Frieden zu stiften und das sagen ja alle Religionen. Man sieht ja auch einen Frieden wo immer Menschen im Glauben sich zusammen treffen. Aber erstmal seine Position finden, dass ist die Aufgabe die jedem auferlegt wurde. Wo ist mein Platz in diesem großen Gebilde.
Ich finde es so zukunftsweisend, dass der nächste Schritt Einheit der Religionen sein muß, dass ich gerne in eine Bahai Gemeinde gehen möchte. Andrerseits weiß ich noch nicht ob das wirklich für mein Leben dran ist, mal sehen.

Wollte dir safienah mal deine Fragen beantworten, also das mit den Wundern ist echt eine spannende Sache. Meine Definition von Wunder ist die, wenn im richtigen Moment das Richtige passiert. Ich hab auch schonmal ein Wunder erlebt. Ich bin mal von zu Hause abgehauen und bin dann auf christen gestoßen die mich a.in meiner schwierigen seelischen Situation aufgefangen haben und b.zum Glauben geführt haben (ich war damals Atheist). Naja und danach habe ich direkt eine schöne Gemeinde gefunden in der ich mich direkt mit meinen Fähigkeiten einbringen konnte. Es sind viele kleine Zufälle passiert. Es war schon irgendwie ein Wunder. Es war aber hauptsächlich die Möglichkeit, dass ich über den christlichen Glauben Menschen und Möglichkeiten gefunden habe, meine Probleme aufzuarbeiten. Es ist passiert und dafür bin ich auf jeden Fall sehr dankbar. Da ich in einer christlichen WG wohne höre ich öfters mal von Wundern, gerade heute hat mir ein Mitbewohner etwas von einer Freundin aus London erzählt. Sie ist dot in einer Gemeinde tätig, ist aber in der letzten zeit total ausgebrannt, da sie um sich in London über wasser zu halten sehr viel arbeiten muß. Es ging schon fast nicht mehr, ihre schwester wollte sie unterstützen kommen. Sie lehnte aber ab. Die Schwester arbeitet in einem Kiosk und hatt dort um die Kasse irgendwie neu zu starten ein Rubbelos gelöst und das war der Hauptgewinn von einer Sofortrente von 1200 Pfund für 13 Jahre. Naja jetzt leben beide in London und können sich auf die Gemeinde konzentrieren. Das war Gott, meinten sie. Tja auf jeden Fall ein Kracher. Ist natürlich nur Hören Sagen, aber ich denke schon dass es so war. Tja was sind Wunder ? Ich hab auch schon Geschichten gehört von Leuten die wieder sehen konnten und wo sich Beine von Lähmungen befreit haben. Naja aber es sind alles nur Erzählungen, vieles wurde in Büchern niedergeschrieben. Ich persönlich bin da immer sehr vorsichtig, da ich auch so schnell nicht Dinge glauben kann. Ich denke, dass in der Bibel, viele Wunder sinnbildlich gemeint waren und dass es sich um seelischen Fortschritt handelt.

Wo ich im Moment am überlegen bin ist, wie diese Geschichten um Jesus, den persönlichen Gott zu den anderen Religionen steht. Der Glaube an Jesus, so wie ich ihn kenne, also dass Jesus ein Freund in jeder Situation ist, Wunder tut, den Weg zeigt,einem vor dem Bösen(satan und dämonen) schützt und freimacht unterscheidet sich ja schon sehr von den anderen Glaubensrichtungen. Doch muß ich dabei wahrscheinlich meine Erfahrungen die ich mit anderen Religionen gemacht habe, die ja nur theoretisch sind, mitbedenken.

So dann bis zum nächsten Mal
Frieden sei mit dir Mapu (ich hoffe es stört dich nicht, wenn ich diesen Gruß verwende, ich finde ihn inhaltlicher als guten Morgen).Ich merke, dass du kein oberflächlicher Mensch bist, und dass ist heutzutage eine besondere Spezies, kulturell- und religions unabhängig. Diese Oberflächlichkeit hält die Menschen davon ab nachzudenken, nachzuforschen und Schlussfolgerungen zu ziehen. Ich merke immer wieder, dass die Menschen sehr schnell bereit sind, alles zu glauben, was ihnen aufgetischt wird, wenn es sich mit dem deckt, was sie gerne glauben, denken, fühlen wollen.Nicht-Oberflächlich zu sein ist eine grundsätzliche Vorraussetzung zur Wahrheit zu gelangen. Aber es gibt noch sehr viel mehr, sich das denken, zweifeln, hinterfragen niemals verbieten lassen ist noch eine, sich nicht auf Grund von Gruppen oder Zugehörigkeitsgefühlengefühlen (nationaler, religiöser..) blind zu werden. Am Ende kommt die Falle Hochmut oder Arroganz, wenn man für sich und andere den Anspruch erhebt in Besitz dieser absoluten Wahrheit zu sein, dann nimmt man sich ein Recht, dass nur Gott und seine Gesandten beanspruchen können.(tut mir leid, wenn ich mich wiederhole)Was deine Einstellung zu Wundern ist finde ich interessant. Glaubst du nicht, dass der Gott der alles erschaffen hat inklusive der Naturgesetze imstande ist, sie außer Kraft zu setzen, vor allem auch um die Prophetenschaft seiner Gesandten zu bestätigen?Was Jesus Wiederkehr angeht, so warten auch wir Muslime auf ihn mit dem 12. Imam zusammen. Für uns spielt Jesus eine große Rolle, aber für uns ist er ein Prophet, der niemals behauptet hat Gottes Sohn zu sein. Wenn er kommt wird er das auch den Menschen erklären (nach unser Auffassung) und das Frieden und Gerechtigkeit herrschen wird auch daran glauben wir. Dass vorher viele Kriege und die gesamte Welt von Unrecht angefüllt sein wird daran auch. Du siehst unsere Einstellung ist nicht sehr weit entfernt, oder?Also lass uns gemeinsam warten und wenn Jesus (und Imam Mahdie) kommen, dann ist alles klar.Ich persönlich hoffe, dass wir das noch erleben werden und versuche mich innerlich darauf vorzubereiten.

einen gesegneten Tag noch Miriam
Liebe Freunde
Es ist mir ein Anliegen euch dazu die Sichtweise der Bahai zu erklären. Aus unserer Sicht ist mit dem Auftreten und der Erklärung des Bab (1844) und später von Bàhà'u'llàh, genau die Erwartung, die safienah so anschaulich beschrieben hat (und auf die auch die Christen warten)eingetreten. So ungeheuerlich dieser Anspruch auch erscheinen mag, so überzeugt sind die Bahai von seiner Gewissheit. Ich kann euch nur bitten, euch reinen Herzens mit geistigen Augen und möglichst ohne Vorurteile selbst auf die Suche nach der Wahrheit zu machen. Wenn man sich dieser Eigenschaften nicht bedient, so kann man die Wirklichkeit nämlich genau so wenig erkennen wie die Juden damals Jesus erkannten, oder Die Christen damsls Muhammad, oder eben die Muslime damals den Bab und Bàhà'u'llàh. Denn man muß geistige Maßstäbe anlegen und keine materiellen. Vom Materiellen und oberflächlichen Standpunkt aus, hat nämlich keiner dieser Gottesoffenbarer den Ansprüchen ihrer Zeitgenossen erfüllt, auch nicht Jahrtausende danach. Aus geistiger Sicht jedoch sitzen sie alle zur Rechten Gottes und herrschen von dort in Ewigkeit. Die Tatsache, dass es sich um mehrere diesr erhabenen Leuchten handelt, tut keinem von ihnen den geringsten Abbruch. Alle Religionen glauben ja an eine fortlaufende Gottesoffenbarung, aber eben leider nur bis zu ihrem eigenen Propheten, das ist das große Problem das der Welt beinahe unlösbar vorkommt aber ich denke, es ist die Realität. Es ist auch ein wirklicher Schlüssel zur Einheit Gottes, der Einheit der Religionen und letztlich zur Einheit unter allen Menschen.Was die Stufe von Jesus betrifft, so denke ich,dass er selber kein Problem mit seinem Menschsein hatte, wiso hätte er sich sonst mit Abstand am häufigsten als Menschensohn bezeichnet.

Alles Liebe
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Bahà'u'llàh
Lieber Robinson das ist ja interessant, wenn ich dich richtig verstanden habe, glaubt ihr an die Propheten und an einen oder zwei die nach Muhammad gekommen sind?
Für mich ist das alles sehr neu und ich persönlich bin der Wahrheit immer aufgeschlossen, auch wenn ich was meine Religion und Richtung angeht eine tiefe Gewissheit habe und eigentlich mehr innerhalb meiner Religion nach innerer Vollkommenheit strebe.
Trotzdem(oder gerade deswegen) möchte ich gerne über alle anderen Meinungen Bescheid wissen und habe vor jedem Gläubigen tiefen Respekt.
Eine Frage, wie kann es sein, dass der Erlöser schon da war und die Welt schlimmer denn je dasteht? In unseren Schriften steht, dass dieser Mann Frieden und Gerechtigkeit für alle Geschöpfe bringen wird. Habt ihr andere Meinungen?
Was das Verleugnen der Propheten angeht, so hast du sicher recht und würde ich nicht glauben, dass Jesus in der Thora angekündigt und Muhammad in der Bibel, so könnte ich dir zustimmen. Aber Gott hat doch in seinen Schriften immer die Gesandten angekündigt mit ihren Merkmalen und die Leute wussten, dass noch jemand kommt, haben aber die Person als solche nicht anerkannt.
Im Koran steht aber, dass Muhammad der letzte (das Siegel der Propheten) Gesandte ist und deshalb ist für mich persönlich meine Suche beendet, habe ich doch ihn gefunden. Er hinterließ 12 Imame und der auf das in Erscheinung treten des letzten warte ich, auch er besitzt bestimmte Merkmale und bringt Wunder mit.
Wenn ich ein Jude gewesen wäre und Moses gefolgt und dieser edle Prophet sagt mir, da kommt Jesus nach mir, dann hätte ich mich auf die Suche gemacht, ihn gefunden und wäre ihm gefolgt.
So sehe ich das, ich hoffe ich verletze damit niemanden, aber das ist mein Glaube.
Lieber Robinson es wäre schön, wenn du auch noch ein bisschen mehr über den Deinen erzählen könntest, Wie stellt ihr euch Gott vor? Die Aussage, sie sitzen zu seiner Rechten hört sich ein wenig danach an, als hätte er einen Körper oder ist das als Metapher gemeint?
Bei uns bedarf Gott weder Raum noch Zeit, denn würde er etwas bedürfen, dann wäre er abhängig davon. Diese Abhängigkeit jedoch widerspricht dem Schöpfer, von dem alles abhängt und der von nichts abhängig ist.
Was sagt ihr dazu, würde mich freuen, wenn ich bald wieder was von Dir oder anderen "hören" würde, alles Liebe und der Frieden Gottes auf euch allen
Ja hallo zusammen - Ich habe mir das Buch "Dieb in der Nacht" von William Sears bestellt. Also die Sache mit 1844 hat mich ja schon sehr fasziniert und ich habe heute moregn knapp die ersten 100 Seiten gelesen, werde gleich noch weiterlesen. Also ich hab diese Stellen noch nicht nachgeprüft und hab mir selber noch keine Überblick verschaffen, aber die Beweise für Jesu wiederkunft 1844 ist ja riesig und deswegen muß ja irgendwas dran sein. Denke ich zumindest. Naja weiter suchen und denken. Ich bin auf jeden Fall auch der Meinung dass kein Mensch Anspruch auf die endgültige Wahrheit hat, wir entdecken ja die Wahrheit mit fortschreitender Zeit immer mehr.
Naja nach den Christen hätte Jesus diesen Anspruch auf die Wahrheit. Aber in anderen Religionen hat ja der Stifter das auch. Als ich vorhin im Internet mal nach anderen Quellen zu 1844 gesucht habe bin ich auf nikodemus.de gestoßen. Dort stand unter der bahai-Religion ein Zitat:

Franzis Beckwith hat recht wenn er schreibt: "Gott kann in seiner Natur nicht gleichzeitig unpersönlich, persönlich, polytheistisch, monotheistisch, fähig zur Fleischwerdung, unfähig zur Fleischwerdung, relevant und irrelevant sein.Wenn das stimmen sollte, dass Gott alles das ist, dann bewegen wir uns in Richtung Agnostizismus. Ein so unlogischer Gott könnte unmöglich aus der sich widersprechenden Information, die uns die sogenannten Manifestationen geben, erkannt werden."

Naja, ich finde das schön nachvollziebar. Wer und was ist Gott ? Das ist wohl die Frage dahinter. Für manche ist er eher so, für andere eher so. Und wieder eine Kategorisierung. Geht halt nicht. Aber wie kann man Gott richtig erkennen und ihm in seinem Leben/Umfeld nachfolgen ? Man braucht ja schon eine Gemeinde und einen Leitfaden an dem man sein Leben dranentlang leben kann. Dranbleiben und ich hoffe die Suche hat irgendwann ein Ende. Freu mich schon auf nächsten Sonntag, da wolte ich mal zum Forum Langenhain fahren und mir mal das Bahai gemeinde Leben anschauen. Da ist dieser Vortrag über die Entstehung des Menschen. Hört sich interessant an.

also dann salam
Salam, warst du schon dieser Gemeinde oder erst diesen Sonntag? Wenn du möchtest erzähl doch über deine Erfahrungen. Wie ist dein Buch, ich kenn es leider überhaupt nicht.
Und über den Anspruch auf Wahrheit haben die Christen doch recht in Bezug auf Jesus. Und die "anderen" Stifter doch auch, solange sie alle wirklich von Gott gesandt wurden.
Im Koran steht : "Ihm ähnelt NICHTS!"
und das ist doch schon mal logisch, dass ein Schöpfer niemals seiner Schöpfung ähnelt und schließt gleichzeitig vieler der oben genannten Vorstellungen Gottes aus (z.B.fähig zur Fleischwerdung, unfähig zur Fleischwerdung).
Alles Gute und salam
Liebe Freunde
Nachstehende Nachricht hab ich schon vor einer Woche geschrieben, wahrscheinlich aber versäumt sie auch wirklich abzusenden.

20.03.2005
Liebe sefienah, lieber mapu

Das Buch „Dieb in der Nacht“ hab ich vor Jahren auch schon gelesen. Es gibt so viele Antworten, die man kaum für möglich gehalten hätte. Habe übrigens ein Zweitexemplar, dass ich auch verleihen würde. Langenhain ist schon toll. Einmal hatte ich schon das Vergnügen das Haus der Andacht zu besuchen. Eine liebe Bekannte die wir dort trafen passte uns auf unsere jüngste Tochter (damals 2) auf, so dass meine Frau , zwei Kinder (4 und 6) auch die Andacht am Sonntag um 15 Uhr besuchen konnten.

Liebe sefienah
Deine Aufgeschlossenheit ehrt dich und den Respekt zu jeden Gläubigen kann ich dir nur aufrichtig erwidern.
Dein Erstaunen kann ich bestens nachvollziehen denn ich war bis vor einigen Jahren fest im Christentum verwurzelt und hätte aus eigenem Streben den Islam (als Nachfolge-Religion) wahrscheinlich nie erkannt. So geht se glaube ich Jedem, der mit jüngeren Religionen als seiner eigenen anerzogenen konfrontiert wird. Ich hätte meinen Glauben auch sicher nie aufgegeben. Die Bahai-Lehre überzeugte mich aber, dass ich nach wie vor auch Christ bin und bleibe. Aber eben auch Jude, Moslem, Buddhist, Bahai......... u.s.w.
Was die Verleugnung der Propheten angeht so meine ich, sind ihre Wiedererscheinungen wohl wirklich in allen heiligen Schriften angekündigt, aber eben nicht mit dem genauen Namen sondern eben mit Eigenschaften Merkmalen und Begleitumständen. Würde Ort, Zeit, Name und womöglich noch die Anschrift angegeben sein, so bräuchten wir keine aufrichtige Suche mit reinem Herzen und das scheint mir aber der Wille Gottes zu sein. Ein sehr weiser Moslem sagte einmal im TV und er hatte seine Ansicht glaube ich aus dem Koran „Gottes Wille ist es, dass die Menschen (Religionen) einander erkennen“. Müssten alle Menschen die Wege Gottes zwingend beschreiten, so hätten wir ja keine Freiheit im Glauben. Mit dieser Freiheit ist es aber sicher nicht leicht und soll es wahrscheinlich auch nicht sein.

Aus Sicht der Bahai bedeutet es nicht, wenn Jesus sagt er ist das „Alpha und das Omega“ also „Anfang und Ende“ dass es nach ihm keinen Gesandten mehr geben kann, sondern eben, dass er (Jesus) Wesensgleich mit dem ersten und dem letzten aller Propheten ist. Also vor Gott den selben Rang einnimmt und als Solcher eben wieder in Erscheinung treten wird. Nicht als der gleiche Mensch, sondern in der gleichen Stufe. Manche Christen aber glauben bis Heute und wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit, Jesus würde persönlich und auf einer Wolke sitzend vom natürlichen Himmel herabschweben. Auch müsse dann die Welt untergehen, da ja alle Menschen gerichtet werden und die Sterne auf die Erde fallen werden. Es wird auch als der jüngste Tag oder das jüngste Gericht bezeichnet. Auch die Christen glauben, dass mit der „Wiederkunft“ (über die es keinen Zweifel gibt) der endgültige Friede erreicht sein wird. Nun haben wir gut1300 Jahre nach Muhammad immer noch kein Paradies auf Erden. Es liegt also der Schluss nahe, dass es sich um geistige Zyklen handelt und nicht um Weltuntergang oder so. In der Bibel sagt Gott zu uns „seht ich mache Alles neu“ oder im letzten Buch des Neuen Testament „Ich sah das neue Jerusalem aus dem Himmel herabfahren“. Verzeiht mir wenn ich mir nicht die Mühe mache, die genaue Stellen- und Schriften-Angabe (wie es in der Bahai- Literatur üblich ist) beizulegen. Ich versuche nur meine persönliche Erkenntnis mit meinen eigenen Worten wiederzugeben. Wer eine genaue Suche betreiben möchte, dem bleibt nichts übrig als sich mit so manchen Büchern (mit Quellenangaben) selber aufzumachen und zu forschen. Es heißt auch „es werden Löwe und Lamm friedlich zusammen leben und der Knabe wird am Loch der Otter gefahrlos spielen“. Immer noch gibt es viele Menschen und Denkschulen die glauben all das müsse wörtlich genommen werden. Ich glaube, (und das ist bei Gott nicht auf meinem Mist gewachsen) dass die hl. Bücher immer (auch in Zukunft) mit Gleichnissen und Metaphern ausgestattet sein werden. Wir sollten glaube ich akzeptieren, dass Vieles eben nur Bilder sind, die uns Menschen ermöglichen uns doch in einer gewissen Weise auch das vorzustellen, was noch „kein Auge geschaut und kein Ohr gehört hat“. Du schreibst, aus meiner Sicht völlig richtig, Gott bedürfe weder Raum noch Zeit. Trotzdem meinen auch manche Muslime, er habe tatsächlich Hände, weil im Koran steht „Gottes Hand ist über euren Händen“. In der Bibel sind wir ausdrücklich aufgerufen uns kein Bild von Gott zu machen. Das hinderte die Christen aber nicht daran, die verschiedensten Konstrukte anzufertigen, vom alten Mann mit grauem Bart bis hin zur Dreifaltigkeit. Auch muss uns klar sein, dass die Gleichnisse in den hl. Schriften immer vielschichtige Bedeutungen haben können. Im christlichen Glaubensbekenntnis heißt es über Jesus „Er sitzet zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten........“. Daraus zu behaupten, dass sei nur wörtlich aufzufassen und auf der rechten Seite von Gott sei eben nur Platz für einen Gottesoffenbarer, ist glaube ich offensichtlich eine totale Einschränkung. Ich möchte damit auf keinen Fall die Gefühle anderer Menschen verletzen, sondern nur aufzeigen wie leicht wir alle Gefahr laufen aus unseren Glaubenserkenntnissen dann Beschränkungen zu machen, denen das Göttliche ja sicher nicht unterliegt.

Wenn du liebe sefienah und auch ich, Juden gewesen wären und der Lehrmeinung der damaligen Priesterschaft und der allgemeinen, dortigen Volksmeinung (auch noch Jahrtausende später) gefolgt wären, so hätten wir die Wahrheit von Jesus wohl kaum erkennen können.

Wenn ich als Christ, der heutigen Priesterschaft dem Papst und der (auch nach gut 1300 Jahren) heutigen Volksmeinung gefolgt wäre, so hätte ich die Wahrheit Muhammads ganz sicher nicht erkennen können.

Exakt der gleiche Sachverhalt gilt nun auch m. E. zwischen dem Islam und dem Bahai-Glauben.

Jesus warnt seine Anhänger aber ausdrücklich in Gleichnis „der Dieb könnte schon im Haus sein und ihr merkt es nicht“ und „ihr wisst weder den Tag noch die Stunde in der euer Herr kommen wird“. Das hält die Christen aber bis heute nicht davon ab den geistlichen Autoritäten blind zu vertrauen und sich sicher zu sein, dass diese ihren Herrn schon erkennen werden wenn es soweit ist. Tatsächlich aber meine ich ist es so, dass gerade die Priesterschaft (egal welcher Religion) die größte Gefahr läuft „den Herrn“ wenn er kommt, nicht zu erkennen. Ja sogar, wenn es in ihrer Macht steht ( siehe viele Propheten, Johannes der Wegbereiter von Jesus, Muhammad, der Bab der Wegbereiter Bàhà’u’llàhs) zusammen mit vielen ihrer Anhänger erbarmungslos zu verfolgen, ja sogar zu töten und als Ketzer auszurotten. Womöglich noch in der sicheren Überzeugung, vor Gott, das einzig Richtige getan zu haben. Es sind dann schon eher die Rechtlosen, also die breiten Masse, für die ja Gott in erster Linie eine fortschreitende Besserung ihrer Lage wünscht und nicht die selbstgerechten Reichen und Würdenträger, die einen Offenbarer erkennen.

Nun zum Gesandten Gottes (dem Siegel der Propheten). Diese göttliche Sonne am Himmel der Menschheit und sein Ehrentitel müssen aus meiner Sicht nicht zwangsläufig bedeuten, dass es danach keinen Gottesoffenbarer mehr geben kann. Ich glaube gelesen zu haben, dass Muhammad gesagt hat „Ich bin der erste Adam und der letzte (das Siegel) der Propheten“ Es kann, meine ich auch so gemeint sein wie „Alpha und Omega“ eben die Stufe aller Propheten zugleich, eben Wesensgleich. Denn die Offenbarer schauten nicht auf ihr persönliches Wohl und achteten nicht auf die Ehre ihrer eigenen Person, sondern nur auf die Stufe, die sie für Gott zu erfüllen hatten. Daher sagte Muhammad „ich bin nur ein Mensch wie ihr“ und Jesus nennt sich immer und immer wieder „der Menschensohn“. Um einen hinkenden aber zutreffenden Vergleich zu verwenden, die Autoindustrie. Wenn die teuerste Mercedes-Klasse vor 10 Jahren behauptet hätte, sie sei das Endprodukt und Richtungsweiser im Automobilbau, so würde das stimmen. Behauptet das heute der teuerste Mercedes, so hätte er heute auch recht, und nach Erscheinen der aktuellsten Klasse in 10 Jahren würde es wieder die volle Wahrheit sein. Man sagt ja auch der letzte Sommer war der schönste. Daraus erhält auch der jüngste Tag oder das jüngste Gericht eine völlig neue Bedeutung. Eben nicht der sichere Weltuntergang, sondern der letzt aktuellste „Tag Gottes“ im Sinne von Zyklus und „seht ich mache alles neu“ oder „des Herren Tag wird kommen.

Was mich noch sehr fasziniert ist die Tatsache, dass die Offenbarer der Bahai-Religion ja aus meiner Sicht gläubige Muslime waren und mir trotzdem eine tiefe Einsicht und zwar aus dem christlichen Glauben heraus ermöglichten. Auch kenne ich persönlich Menschen, die vorher Atheisten waren, oder auch Muslime. Das deutet mir doch auf eine wirklich tiefgreifende Erkenntnis hin, die ich nur wirklichen Kennern des Willen Gottes zuschreiben kann.

Liebe sefienah, das war ein Versuch mit meinem bescheidenen Verständnis meinen Glauben zu erklären. Ein weiser Bahai sagte gerne, und seine Aussage möchte ich mir ausborgen
„Sollte ich Etwas wahres und kluges gesagt haben, so ist es von Bàhà’u’llàh, wenn Etwas dumm oder hinkend war, dann ist es von mir“.

Alles Liebe
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Bahà'u'llàh
Hallo Alle zusammen

Zuerst einmal ich finde eure Fragen und auch Antworten und die damit einhergehenden Gedanken sehr interessant.
Nun zu der verwirrenden Aussage : Jesus gleich Gottes Sohn
Jesus machte diese Aussage in vollem Bewusstsein, der Erkenntnis seines wahren Ursprungs. Wenn wir die Bibel lesen den Koran ,den Talmud , die Baghavadgita und jedes andere Heilige Buch sehen wir , dass jedes Buch mit der Genese anfaengt.Dem Ursprung allen Lebens der Gott ist.Niemand von uns entspringt einem anderen Ursprung es ist fuer Alle und Alles derselbe.Und alles kehrt zu diesem Ursprung zurueck.Der Lebensfunke , die Liebe Gottes, Christus ist in jedem von uns lebendig.Wir sind uns in unserem Menschlischen Dasein dessen nicht immer bewusst, weil wir unser Augenmerk unsere Aufmersamkeit , nur den weltlichen Dingen zuwenden,die da sind Sorgen, Probleme , Konflikte , Aengste. Ganz selten hoeren wir auf die Leise Stimme des heiligen Geistes, des Christus in uns . Jesus richtete seine ganze Aufmersamkeit auf diese Innere Stimme und lebte nach Ihr.
Er hat uns den Weg zu unserem Ursprung gewiesen
"Wenn ihr betet, betet also:
Unser Vater, der du bist im Himmel"
Seine Worte waren klar und deutlich
"Das Koenigreich des Himmels ist in eurem Innern"
und : "Was ihr mich tun seht , das koennt auch ihr tun"
Jesus lehrte und lebte "Liebe". Er wurde zur "Lebendigen Liebe " Er offenbarte
Und wenn wir vergleichen zwischen den unterschiedlichen Religionen dann sagen auch Mohammed und Buddha nichts anderes.

Soweit wie ich es verstehe

Lieben Gruss
Ellen
Vollkommen richtig, liebe Ellen Lutringer!

"Kinder Gottes" sind wir alle. Die Missverständnisse zwischen Muslimen und Christen bezüglich "Sohn Gottes" beziehen sich in erster Linie auf die Auslegungen des Begriffs durch die frühen Christen. Die jungfräuliche Geburt Maria`s konnten sich die ersten Christen eben nur durch eine göttliche Befruchtung erklären - und diese Vorstellung war mit Sicherheit auch von der hellenistischen Kultur mitgeprägt (Gottvater Zeus, der so gelegentlich die schönen Erdenmädchen verführt und dann mit seiner Helena Krach kriegt...).

Muhammad hat richtig erkannt, das Gott über den Schöpfungsakt der Menschen erhaben ist und das somit zwar der Geist Gottes sich in Jesus manifestiert hat, der Begriff "Sohn Gottes" also geistiger Natur ist. Im körperlich-menschlichen Sinne war Jesus jedoch nie Sohn, sonder Prophet, Offenbarer, wie nach ihm Muhammad selbst, wie der Bab und Baha`u`llah und wie vor ihm Moses, Zoroaster, Buddha, Krshna, Abraham und Adam.