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Gespräche mit Atheisten












Zitat:
Wer gutes tut, mit dem Hintergedanken, in den Himmel zu kommen und schlechtes nicht tut mit dem Hintergedanken, nicht in die Hölle zu kommen, der handelt viel eigennütziger als ein Atheist, der das selbe tut, oder nicht tut, und dabei nicht an einen richtenden Gott glaubt.

Das stimmt, aber tut ein Gläubiger etwas Gutes, weil er Angst vor der Hölle hat?

Also bei mir ist das so, dass ich mich beim helfen und unterstützen besser fühle und freue, wenn ich anderen helfen kann, als wenn ich gar nichts tue und sie im Stich lasse.
Das ist natürlich auch eine Gewissenfrage, aber für mich ist die Nächstenliebe zu betreiben das beste, was man tun kann.
@ Renascor

Zitat:
Das stimmt, aber tut ein Gläubiger etwas Gutes, weil er Angst vor der Hölle hat?


Wer es nicht um der Belohnung Willen Gutes tut, der ist wirklich gläubig, denn Gott tut auch nichts um der Belohnung Willen.

Ein Atheist glaubt nicht an Himmel, oder Hölle im Jenseits. Er konzentriert sich somit auf das Diesseits. Gläubige, die geradezu nur auf das Jenseits hinleben und dabei das Diesseits vergessen, werden der Welt entfremdet.

Ich frage kürzlich eine Zeuge Jehova Frau, warum sie eigentlich nie soziale Projekte ausführen. Ihre Antwort war, dass die von der NASA ja genug Geld hätten, die Welt zu ändern. Meine Gegenfrage: „Kennst Du das Gleichnis mit der Hochzeit, in der alle einen Krug Wein mitbringen sollten um ein Fass aufzufüllen. Als der Wein im Fass verteilt werden sollte, war darin nur Wasser: Jeder dachte, dass es auf seinen Krug Wasser nicht ankam.
Ich bekam von Ihr keine Antwort mehr.

Was (manche) Gläubige von (manchen) Atheisten lernen können, ist das Sein im Hier und Jetzt, sowie die Überwindung des Belohnungsdenkens.

Gespräche über Gott führe ich mit Atheisten keine. Ich sage einfach, dass ich früher selbst Atheist war, mich heute aber viel glücklicher fühle. Dennoch gestehe ich jedem Menschen zu, nicht an Gott zu glauben.
Hallo und danke an Renascor für diese Interessanten Fragen. Ich denke, dass wir bei diesem Thema wenigstens eine Sprache sprechen werden.

Meine Erfahrungen sind da auch sehr unterschiedlich. Ich habe gemerkt, dass wenn ich mit einem "Atheisten" rede, gar nicht über den Islam spreche sondern eher versuche zu verstehen wie es kommt das jemand einfach nicht an Gott glaubt. Meistens kommen dann Aussagen wie:"Ich brauche Gott nicht, ich brauche auch nich die Hilfe oder Liebe von Gott."

Manchmal höre ich aber auch:"Man sieht ja wie toll Gott ist. Während es den Menschen schlecht geht, findet man für Millionen errichtete Kirchen/Moscheen. Statt es den Menschen zu geben wird da rein gesteckt....

In allem finde ich persönlich eine Art verzweiflung wieder. Als Teenie habe ich mir auch gesagt, dass ich meine Eltern nicht brauche. Ich kann alles alleine schaffen und brauche keine Hilfe. In wirklichkeit war ich tief unglücklich über die Trennung meiner Eltern und habe mich mit diesen Aussagen geschützt und versucht meine Schwäche zu überspielen.

Ich denke bei Atheisten ist das ähnlich. Nur das diese eben Gott für Ihre Situation, Ihre Enttäuschungen und Probleme verantwortlich machen. Ich denke aber das diese Menschen einfach nicht verstanden haben wer Gott wirklich ist. Meine Art ist es, diesen Menschen sehr verständnis und respektvoll zu begegnen. Den ich sehe und fühle ihren Schmerz. Die Liebe, ist das einzige was ich diesen Menschen entgegenbringen kann.

Ich sehe mich aber keinesfalls als was besseres als jemand der nicht an Gott glaubt. Ein Mensch besteht für mich mehr als nur seine Bekentnis zu einem Gott oder einem glauben.
Fatih hat folgendes geschrieben:
Ich denke bei Atheisten ist das ähnlich. Nur das diese eben Gott für Ihre Situation, Ihre Enttäuschungen und Probleme verantwortlich machen. Ich denke aber das diese Menschen einfach nicht verstanden haben wer Gott wirklich ist.

Das ist natürlich Unfug. Ein Atheist sucht Erklärungen nur im Diesseits. Er selbst, Andere oder Zufälle sind für seine Situation verantwortlich. Gott ist eine unnötige Hypothese, ob es nun um das Universum, die Natur oder um die Moral geht. Nach der Regel von Ockhams Rasiermesser sind unnötige Hypothesen abzulehnen.

Gibt es eine Grenze zwischen Glaube und Aberglaube?
Hallo Fatih

Ja, da stimme ich dir zu, aber diese verzweifelten und enttäuschten Menschen sind nur eine Gruppe.

Wie Kereng schrieb, einige leben ausschließlich im Diesseits. Sie glauben nichts mehr, was sie nicht eindeutig sehen oder bewiesen ist und halten alles andere für Unfug. Viele von denen haben also ein sehr materiellistisches Weltbild und gerade die sind es, die eine Art Allergie gegen alle Hypothesen in Form von Gott haben. Das sind auch die, die sich darrüber lustig machen, wenn man sagt man glaube an Gott, da sie es für Schwachsinn halten. Eigenartigerweise nehmen diese Menschen wissenschaftliche Thesen meist auch einfach hin, ohne zu schauen, was davon eigentlich wirklich bewiesen ist, wie zum Beispiel die Quantentheorie, die man wohl nie wissenschaftlich nachweisen kann. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Zitat:
Gibt es eine Grenze zwischen Glaube und Aberglaube?

Ich denke, da gibt es keine eindeutige Grenze, das geht fließend ineinanderüber. Ich merke es ja manchmal an mir selber.
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