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Lieber Nikolai!
Das was Du gerade durchmachst, kannte ich selbst zu genüge.
Ich schloss meine Elektronikerausbildung mit einem Preis ab und niemand wusste, dass dabei Selbst-TÖTUNGS-gedanken wie Trommelschläge im einem Kopf wirbelten.
Eine Freundin bekam ich erst mit 30 Jahren.
Bis 20 tat mir das äußert weh.
Ab 20 entwickelte ich eine Aversion gegen Frauen.
(Wichtig ist dabei zu wissen, dass eine Aversion stets mit einer tiefen Sehnsucht einher geht.)
Ab 24 überwand ich meine Aversion, mein Leben war voller tiefster Liebe, dennoch war ich das Alleinsein bereits gewöhnt, ich wollte meine Freiheit zu Reisen nicht aufs Spiel setzen und empfand, dass meine Liebe allen Menschen gelten sollte.
Mit 30 Jahren fühlte ich mich bereit (oder: es siegte meine Sehnsucht).
Ich gebe Bajan recht: Alkohol löst keine Probleme sondern verdrängt sie. Sie wachsen und wachsen dabei stets an.
Spiritualität, aber kein Dogmatismus, kann Dich aus dem Loch holen.
Der Unterschied ist wichtig: Spiritualität ist eigene Erfahrung.
Dogmatismus schreibt dir vor, was Du zu tun hast, und was Du dann zu erfahren hast.
Deckt sich Deine Erfahrung jedoch nicht mit dem, was Du zu erfahren hast, dann lautet die nächste Vorschrift: arbeite an Dir!
Dogmatismus fehlt somit die Fülle, die Spiritualität bietet.
Was Frauen anbelangt: Geduld! Geduld! Geduld! Je tiefer Dein Verlangen, desto mehr stürzt Du dich auf Frauen, desto mehr ergreifen sie die Flucht! Frauen (oder Mädchen, um es altersgemäß für Dich auszudrücken) wollen einen Partner, der Selbstständig und Unabhängig ist. Einen Partner, der sich selbst genug ist, und für den die Partnerschaft eine Gelegenheit ist, seine Fülle zu teilen.
Und zu dieser Fülle hilft Dir nur, Deine eigene Fülle zu entdecken, denn Du hast sie, wie jeder andere Mensch auch!
Gruß Martin
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