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Hallo!
Es würde mich interessieren, wie ihr zum Buddhismus gekommen seid. Ich beschäftige mich seit einiger Zeit damit, kenne aber leider keinen einzigen Buddhisten. Mir ist klar, dass es in jeder Region buddhistische Vereine bzw. Verbände gibt. Ich bitte euch trotzdem, mir ein wenig von euren Erfahrungen zu erzählen
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Hallo Salbei,
also bei mir ist es so, daß ich irgendwann mal ins Fragen gekommen bin, was denn der Sinn des Lebens ist, auch warum es auf der Welt so ungerecht zugeht.
Ich war auch sehr intensiv in radikal-fundamentalistisch christlichen Kreisen; die Christen haben mich aber immer wieder sehr unter Druck gesetzt.
Ich selber bin momentan nicht in einer festen buddhistischen Gruppe involviert, aber das kann ja noch kommen.
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Hallo Salbei,
wenn ich so recht nachdenke, so bin ich wohl schon immer spirituell unterwegs gewesen. Habe mich in den 80ern mit Esoterik beschäftigt. Das hat mir zwar zahlreiche Anregungen gegeben, aber es kam mir immer schon irgendwie zerstückelt vor. Nicht ganzheitlich. Hinzu kam schließlich die Erkenntnis, daß mit der Zeit zu allem und jedem ein neues Buch auf den Markt kam. Das Geld stand im Vordergrund. Ich habe mich dann wieder auf meine christlichen Wurzeln besonnen.
Der Weg ist, wie in allen Religionen, schon der richtige. Daran ist für mich kein Grund zu zweifeln vorhanden. Doch wie diesen Pfad gehen. Nach welchen Regeln? Nur Zehn Gebote. Wie sie umsetzen. Nach dem Motto: "der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach".
Die Umstände ergaben es, daß ich nach Indien gehen durfte. Nachdem ich meinen Kulturschock einigermaßen überwunden hatte, war ich fasziniert von diesen Menschen und den Umgang untereinander. Weitesgehend aggressionsfrei. Und das bei all dem Leid, daß in diesem Land herrscht.
Wie geht das zusammen? Diese Frage hat mich lange beschäftigt. Sehr lange. Hinzu kam, daß der Kultuschock in meinem eigenen Land noch viel größer war. Ich habe einige Zeit damit verbracht, die Gefühle und die geänderte Sichtweise von meiner Reise aufrecht zu erhalten und mich nicht übermannen zu lassen, von meiner eigenen, eiskalten Umgebung hier in Deutschland.
Doch dann war da dieser alte Mann. Kaiserreich, Weimarer Republik, 1933, Wiederaufbau. Diese ganze Zeit hindurch hat er den Blick auf sich und die Welt nicht aufgegeben. Im Gegenteil. Er hatte für mich einen anderen Blick auf die Welt gewonnen. Teils durch seine Erziehung und Prägung, teils durch seinen Intellekt. Einen sehr kritischen Blick auf sich selbst und einen liebevollen, manche sagen romantischen Blick auf seine Umwelt. Ohne übertriebene Vorwürfe nach außen hat er die Antwort in sich gesucht. Siddharta von Hermann Hesse hat für mich den Weg frei gemacht für diese asiatische Denkweise, die uns im Westen so sehr abhanden gekommen ist. Sie ist n.m.M die Ursache für den anderen Umgang der Menschen in Indien. Es ist diese andere Philosophie.
Liebe Grüße
R.R
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