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Ich finde, sich vor sich selbst zu ekeln, ist noch schlimmer, als sich selbst zu hassen. Wenn man jemanden hasst, setzt man diese Person auf die gleiche Stufe, man spricht ihr quasi noch eine gewisse "Würde" zu. Wenn man sich aber so schlecht fühlt, dass man sich nicht mal mehr hassen, sondern nur noch verabscheuen kann... das ist echt schlimm.
So lange man so über sich denkt, ist man eingesperrt, alles ist blockiert.
Ich hab (zum Glück nur für kurze Zeit) mir gegenüber auch so gefühlt. Ich dachte "du bist es nicht einmal mehr wert, gehasst zu werden". Das war zu dem Zeitpunkt, als ich mit meinen seelischen Abgründen Bekanntschaft geschlossen habe.
Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch eine abgrundtief hässliche, böse, dunkle Seite an sich hat. Aber eben auch eine wunderschöne, herrliche, "göttliche". Keine dieser Seiten kommt im Alltag zum Zug und keine dieser Seiten zeigen wir den Menschen um uns herum.
Gerade von der dunklen Seite denken wir, dass sie niemals ans Licht gelangen darf. Wenn wir selbst uns schon davor ekeln und uns hassen, was müssten dann andere von uns halten?
Doch diese Seite an uns zu kennen, das macht uns stärker. Denn ist es nicht besser, zu wissen, wozu man fähig sein könnte (jetzt im neg. Sinne)? Ist es nicht leichter mit dieser dunklen Seite zurecht zu kommen, wenn wir wissen, dass sie da ist oder wie sie aussieht?
Angenommen, ich würde euch jetzt erzählen, dass es Momente gab, in denen ich der ganzen Menschheit nur Übles gewünscht habe, in denen ich gehasst und geschrien habe, in denen ich meiner Mutter (die ich sonst über alles liebe) die Augen ausgekratzt und sie erwürgt hätte, wenn es möglich gewesen wäre, in denen ich mir einen Frontalzusammenstoss gewünscht habe, bei jedem Auto dass an uns vorbei fuhr die verpasste Gelegenheit bedauerte und es mir dabei auch egal gewesen wäre, was mit den anderen Menschen passiert... würdet ihr mich dafür verurteilen?
Niemand hat das Recht, uns für das zu verurteilen, was wir sind. Schliesslich wünschen wir uns nicht, so zu sein, wie wir sind.
Ich habe einmal in einem Buch von einem Behinderten gelesen, der immer Zettel für schwere Zeiten geschrieben hat. Auf dem Zettel, der für ganz zu letzt gedacht war, wenn jemand ans bittere Ende gelangen würde, stand (so in etwa ): "Wenn es nicht gut wäre, dass es dich gibt, würde es dich nicht geben. Wenn es besser wäre, dass du tot bist, wärst du es bereits."
Öh, das ist jetzt alles n bisschen lang geworden... Ich hoffe, man versteht, was ich sagen wollte.
Eigentlich wollte ich noch etwas über Gott und Jesus Christus schreiben, aber dann liests plötzlich keiner mehr....
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