Blitzschnell werden euere Tage vorüber sein...


"Blitzschnell werden euere Tage vorüber sein, und euere Leiber werden in einem Bett von Staub zur Ruhe gelegt. Was könnt ihr dann noch vollbringen?" Baha'u'llah

Die Zeichen verstehen

Ein Mann hatte mit dem Todesengel Freundschaft geschlossen. Eines Tages sagte er zu dem Todesengel: "Du Erfolgreichster aller
Zeiten: wohin du auch gehst, du kommst zum Ziel. Ich habe eine Bitte an dich: Lass es es mich rechtzeitig wissen, bevor du mich
abholst:" Der Todesengel stimmte zu.
Eines Tages erschien er bei seinem Freund und sagte: "Morgen werde ich dich abholen." "Das kann nicht dein Ernst sein", protestierte
der Mann, "du hast mir doch versprochen, mir rechtzeitig Bescheid zu geben." Da antwortete der Todesengel: "Ich habe dir sehr viele
Zeichen gegeben, aber du hast meine Signale nie verstanden: Als dein Vater starb wusstest du es nicht zu deuten; als ich deine
Schwager, deinen Nachbarn und deinen Freund nacheinander abholte, hast du di Augen verschlossen. Komm morgen mit mir"!
Als der Engel den Mann am nächsten tag abholte und in die nächste Welt führte, zeiget er ihm Scharen von verstorben Menschen, die
alle laut riefen: "Warum hast du uns nicht rechtzeitig Bescheid gesagt? Wir hätten vorher doch noch so viel erledigen können! "Du
siehst nun", sagte der Todesengel, "wie wenig die Menschen auf meine Signale achten"!
Persische Geschichte

Der grösste Narr

Es gibt eine alte Geschichte von einem König, der sich nach der Sitte der Zeit einen Hofnarren hielt. Diese Narren hatten das Recht, den
Königen und Fürsten die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie bitter war. War sie zu bitter, dann hieß es einfach: "Er ist halt ein Narr!"
Eines Tages schenkte der König dem Narren einen silbernen Narrenstab mit goldenen Glöckchen daran und sagte: "Du bist wirklich der
größte Narr, den es gibt. Dafür bekommst Du diesen wertvollen Stab als Auszeichnung für Dein Können und Zeichen meiner
Wertschätzung. Du darfst den Stab niemals verkaufen und auch nicht verschenken. Aber solltest Du einmal einem Menschen begegnen,
der noch närrischer ist als du, dann gib diesem den silbernen Stab!"
Jahrelang trug der Narr diesen Stab bis zu dem Tag, an dem erfuhr: "Der König liegt im Sterben." Da hüpfte er in das Krankenzimmer
und sagte: "König ich höre, du willst eine große Reise antreten." "Ich will nicht" erwiderte der König, "ich muss!" "Oh, Du musst?! Gibt
es also doch eine Macht, die noch über den Grossen dieser Erde steht. Nun wohl! Aber Du wirst sicher bald zurückkommen?"
"Nein!" Schluchzte der König "von dem Land, in das ich reise, kehrt man nicht mehr zurück."
"Nun, nun", meinte der Narr begütigend, "gewiss hast Du die Reise seit langem vorbereitet. Ich denke, Du hast dafür gesorgt, dass Du in
dem Land, von dem man nicht zurückkommt, königlich aufgenommen wirst."
Der König schüttelte traurig den Kopf: "Das habe ich versäumt. Ich hatte nie Zeit, diese Reise vorzubereiten."
"Oh, dann hast Du sicher nicht gewusst, dass Du diese Reise einmal antreten musst."
"Gewusst habe ich es schon. Aber wie gesagt keine Zeit, mich um eine rechte Vorbereitung zu kümmern."
Da legte der Narr leise seinen Stab auf das Bett des Königs und sagte: "Du hast mir befohlen, diesen Stab weiterzugeben an den, der
noch närrischer ist als ich. König nimm den Stab! Du hast gewusst, dass Du in die Ewigkeit musst und dass man da nicht
zurückkommt. Und doch hast Du nicht dafür gesorgt, Dass Dir die ewigen Türen geöffnet werden. König, Du bist der größte Narr!"
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"Alle Religionen lehren, daß wir einander lieben und unsere eigenen Fehler herausfinden sollten, bevor wir uns erkühnen, die Fehler anderer zu verdammen, und daß wir uns nicht über unseren Nächsten erheben dürfen." -- Abdul-Baha