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Die Verborgenen Worte












O Kinder der Eitelkeit!
Vergänglicher Herrschaft willen verzichtet ihr auf Mein unvergängliches Reich. Ihr schmückt euch mit der Welt buntem Tand und brüstet euch dessen. Bei Meiner Schönheit! Alle werde Ich unter der grauen Decke des Staubes versammeln und der Farben Vielfalt tilgen, außer bei denen, die Meine Farbe wählen, welche heiligt von aller Farbe. (pers. 74)
O Kinder der Achtlosigkeit!
Hängt euer Herz nicht an vergängliche Herrschaft und freut euch nicht daran. Ihr gleicht dem achtlosen Vogel, der unbekümmert in den Zweigen zwitschert, bis ihn der Vogelfänger Tod plötzlich in den Staub wirft. Lied, Gestalt und Farbe sind dahin, ohne eine Spur zu hinterlassen. Habt darum acht, o Knechte der Begierde! (pers. 75)
O Sohn Meiner Magd!
Führung geschah immer durch Worte, nun aber geschieht sie durchWerke. Jeder muß reine, heilige Taten aufweisen, denn Worte sind allen gemein, während solche Taten nur Unseren Geliebten eigen sind. Darum strebt mit ganzer Seele, euch durch eure Werke auszuzeichnen. Solches raten Wir euch auf dieser heiligen, strahlenden Tafel. (pers. 76)
O Sohn der Gerechtigkeit!
Zur Nachtzeit begab sich die Unsterbliche Schönheit von der smaragdenen Höhe der Treue zum Sadratu’l-Muntahá und weinte so bitterlich, daß die himmlischen Heerscharen und die Bewohner der Reiche droben in Sein Klagen einstimmten. Nach dem Grund des Klagens und Weinens befragt, gab Er zur Antwort: Wie geheißen, weilte Ich erwartungsvoll auf dem Hügel der Treue, doch atmete Ich von denen, die auf Erden wohnen, nicht den Duft der Treue. Alsdann zur Rückkehr gerufen, gewahrte Ich etliche Tauben der Heiligkeit schmerzlich gequält in den Klauen irdischer Hunde. Daraufhin eilte die Himmelsdienerin leuchtend entschleiert aus ihrer mystischen Wohnstatt hervor und fragte nach ihren Namen, und alle wurden genannt bis auf einen. Als auf dringendes Bitten der erste Buchstabe erklang, strömten die Bewohner der himmlischen Gemächer von ihrem Wohnsitz der Herrlichkeit herbei. Und da der zweite Buchstabe verkündet ward, fielen sie allesamt nieder in den Staub. Da erscholl ein Ruf aus dem innersten Heiligtum: »Bis hierher und nicht weiter!« Wahrlich, Wir bezeugen, was sie getan haben und noch immer tun. (pers. 77)
O Sohn Meiner Magd!
Trinke von den Lippen des Barmherzigen den Strom des göttlichen Geheimnisses und schaue im Morgenrot göttlicher Rede der Weisheit Sonne in entschleiertem Glanz. Säe die Saaten Meiner göttlichen Weisheit in des Herzens reinen Grund und tränke sie reichlich mit den Wassern der Gewißheit, damit die Hyazinthen des Wissens und der Weisheit frisch und grün in der heiligen Stadt des Herzens aufsprießen. (pers. 78)
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