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Ghazalis Krise












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Zitat:
5.2. Ghazâlîs Krise und sein Abschied aus Baghdâd

Wie Ghazâlî im Munqidh beschreibt, wurde er sich durch die Auseinandersetzung mit den Lehren der Sûfîs darüber klar, daß es nur für den, der die Bindungen an die diesseitige Welt aufgibt, eine Hoffnung auf Glückseligkeit im Jenseits gibt. Als er sich daraufhin seine eigenen Lebensverhältnisse betrachtet, findet er sich in Bindungen verstrickt, die ihn "von allen Seiten erfassten" (Der Erretter, S.42.). Er überprüft nun seine eigenen Ziele und Motive und kommt zu einem vernichtenden Ergebnis: Seine Arbeit an der Nizâmîya erscheint ihm im Hinblick auf den Weg zum Jenseits als nutzlos und unbedeutend, den Beweggrund für seine Lehrtätigkeit findet er im Streben nach Ruhm und Ansehen anstatt nach Gottes Wohlgefallen. Es wird ihm klar, daß er seine Lebensweise ändern muß, um nicht an den "Rand eines Abgrundes zu geraten" (Der Erretter, S.42). Nachdem er zu dieser Erkenntnis gekommen ist, führt er einen sechs Monate währenden Kampf mit sich selbst - zwischen den Anziehungskräften des Diesseits und den Forderungen des Jenseits. Dieser Kampf wird schließlich dadurch entschieden, daß er seine Sprechfähigkeit verliert:

“In diesem Monat wandelte sich die Sache von einer Angelegenheit der freien Entscheidung zu einer des Zwangs. Denn Gott ließ meinen Mund verstummen, so daß ich an meiner Lehrtätigkeit gehindert wurde.” (Der Erretter, S.43)


Die Geschichte geht natürlich weiter.

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