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Tarikh Al-Khulafah












‘Uthman Ibn ‘Affan
Kapitel der rechtgeleiteten Khalifen aus dem Tarikh Al-Khulafah von Dschalal Ad-Din As-Sujuti

Der dritte Khalif des Islam, ‘Uthman ibn ‘Affan ibn Abi’l-’As Al-Quraschi, Abu ‘Amr wurde im sechsten Jahr des Elefanten, des Geburtsjahres des Propheten Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, geboren. Er nahm den Islam sehr früh durch Abu Bakr As-Siddiq (den ersten Khalifen) an und wanderte zweimal auf dem Wege Allahs aus, einmal nach Abessinien und dann nach Medina. Muhammad ibn Ibrahim At-Taimi berichtete über seine Annahme des Islam: „Als ‘Uthman Muslim wurde, ergriff ihn sein Onkel väterlicherseits, Al-Hakam, fesselte ihn mit einem Seil und fragte ihn: ‘Willst du die Religion deiner Väter für diesen erfundenen Din aufgeben? Bei Allah, ich werde dich nicht in Ruhe lassen, bis du aufgibt, in was du dich verwickelt hast.’ ‘Uthman entgegnete seinem Onkel: ‘Bei Allah, weder werde ich es verlassen, noch es aufgeben!’ Als Al-Hakam seine Entschlossenheit sah, ließ er ihn in Ruhe.“

‘Uthman ibn ‘Affan heiratete Ruqaija, die Tochter des Propheten, vor dem Beginn dessen Prophetentums. Sie starb in einer der Nächte der Schlacht von Badr. Danach verheiratete ihn der Gesandte Allahs mit einer anderen Tochter, Umm Kulthum, die im neunten Jahr nach der Auswanderung nach Medina verschied. ‘A’ischa, die Frau des Propheten berichtete, wie der Gesandte Allahs Umm Kulthum an ‘Uthman verheiratete. Er sagte zu ihr: „Dein Ehemann ähnelt von allen Männern am meisten deinem Großvater Ibrahim und deinem Vater Muhammad.“ Die Leute des Wissens kennen niemanden, der außer ihm zwei Töchter eines Propheten geheiratet hatte. Aus diesem Grund erhielt er den Beinamen „Dhu’n-Nurain“ (Besitzer der Beiden Lichter). ‘Ali ibn Abi Talib wurde über ‘Uthman befragt und er antwortete: „Dies war ein Mann, der in der Höchsten Versammlung [der Engel] der Besitzer der Beiden Lichter genannt wurde. Er war der Schwiegersohn des Gesandten Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, durch zwei Ehefrauen.“

Er gehörte zu den herausragendsten Muslimen der ersten Gemeinschaft (As-Sabiqun Al-Awwalun), war einer der ersten Auswanderer (Muhadschirun) und einer der zehn Gefährten, denen der Garten versprochen wurde. Er gehörte zu den sechs Gefährten, die beim Tod des Propheten anwesend waren. Er gehörte zu jenen, die den gesamten Qur’an auswendig lernten und Ibn ‘Abbad sagte: „Keiner der Khalifen lernte den ganzen Qur’an auswendig, mit Ausnahme von ‘Uthman ibn ‘Affan und Al-Ma’mun.“

146 Überlieferungen (Ahadith) des Propheten wurden von dem dritten Khalifen überliefert. ‘Abd Ar-Rahman ibn Hatib berichtete, dass er niemanden von den Gefährten gesehen habe, der ein Hadith genauer überliefert habe als ‘Uthman. Er wusste von allen Zeitgenossen des Propheten am meisten über die Rituale der Hadsch bescheid.

Der Gesandte Allahs ernannte ‘Uthman anlässlich seiner Abwesenheit von Medina mehrfach zu seinem Stellvertreter in der Stadt.

Seine Beschreibung ‘Uthman war von mittlerer Statur - weder kurz, noch hochgewachsen - mit einem schönen Gesicht. Er hatte eine helle Hautfarbe, die einen rötlichen Ton hatte. Auf seinem Gesicht fanden sich einige Pockennarben und er hatte einen dichten Vollbart. Er war breitschultrig, mit kräftigen Waden, hatte lange, behaarte Unterarme. Seine Haare waren lockig, lichteten sich aber zur Stirn hin. Er färbte seine Haare und verstärkte seine Zähne mit Gold. ‘Abdullah ibn Hazm Al-Mazni sagte über ‘Uthman ibn ‘Affan, dass er nie einen Mann oder eine Frau mit einem schöneren Gesicht gesehen habe.

Die Verdienste des dritten Khalifen ‘A’ischa berichtet, wie der Prophet, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sich in seine Kleider hüllte, wenn ‘Uthman seine Räumlichkeiten betrat. „Soll ich nicht schüchtern sein vor einem Mann, vor dem die Engel schüchtern sind“, so der Gesandte Allahs. Abu ‘Abd Ar-Rahman As-Sulami berichtete, dass ‘Uthman ibn ‘Affan bei der Belagerung seines Hauses [durch seine späteren Mörder in Medina] nach draußen blickte und ausrief: „Ich bitte euch bei Allah und bei niemandem sonst außer den Gefährten des Propheten, wisst ihr nicht, dass der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: ‘Wer die Armee der Schwierigkeiten [von Tabuk] ausrüstet, für den ist der Garten geschrieben’? Und ich rüstete sie aus. Wisst ihr nicht, dass der Gesandte Allahs sagte: ‘Wer die Quelle von Rumah aushebt, für den ist der Garten geschrieben’? Und ich habe sie ausgehoben.“ Seine späteren Mörder konnten nicht umhin, ihm zuzustimmen. Anas und ‘Abd Ar-Rahman bin Samurah berichteten, wie ‘Uthman mit eintausend Dinaren zum Propheten kam, als dieser die Armee der Schwierigkeiten ausrüsten wollte, und sie ihm in den Schoß legte. Der Gesandte Allahs begann, das Geld zu zählen und sagte zweimal: „Nichts, was ‘Uthman nach diesem Tag tut, wird ihm schaden können.“ Ibn ‘Umar überlieferte, wie der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, eine Fitna (Versuchung oder Bürgerkrieg) erwähnte und über ‘Uthman ibn ‘Affan sagte: „Dieser wird in ihr ungerechtfertigt getötet werden.“

Khalifenamt ‘Uthman ibn ‘Affan nahm drei Tage nach der Beerdigung von ‘Umar den Treueeid der Leute von Medina entgegen. Davor kamen die Muslime zusammen und berieten sich. Keiner, der gemeinsam mit ‘Uthman saß, fand jemanden, der mehr für die Aufgabe geeignet war. Als ‘Abd Ar-Rahman ibn ‘Auf diesen als Khalifen anerkannte, pries er Allah und sagte in seiner Ansprache: „Ich sah, dass die Leute jeden anderen als ‘Uthman abwiesen.“ Es wird überliefert, dass ‘Abd Ar-Rahman ‘Uthman persönlich fragte: „Wenn ich nicht dir Gefolgschaft leiste, wem dann?“ Dieser verwies auf ‘Ali. Also fragte er ‘Ali und dieser verwies auf ‘Uthman. Dann schickte er nach Az-Zubair und fragte diesen: „Wenn ich nicht dir Gefolgschaft leiste, wem dann?“ Az-Zubair wies ihn an: „‘Ali oder ‘Uthman“ Später schickte ‘Abd Ar-Rahman nach Sa’d und bat diesen um Rat: „Wen würdest du mir raten, denn was dich und mich betrifft, wir wollen es [das Khalifenamt] nicht.“ Sa’d riet ihm zu ‘Uthman. Danach beriet sich ‘Abd Ar-Rahman ibn ‘Auf mit allen Notablen Medinas und sah, dass die meisten von ihnen ‘Uthman zugeneigt waren. Im Jahr seiner Khilafa hatten so viele Nasenbluten, dass es als das „Jahr des Nasenblutens“ bekannt wurde. ‘Uthman war in einem solchen Maße davon betroffen, dass er der Hadsch fernbleiben und einen Vertreter ernennen musste. Im 27. Jahr nach der Hidschra erweiterte ‘Uthman bin ‘Affan die Masdschid Al-Haram [in Mekka] und kaufte anliegende Häuser für den Umbau. Ein Jahr später landeten die Muslime auf Zypern und trafen eine vertragliche Übereinkunft mit den Bewohnern der Insel. ‘Uthman ernannte ‘Abdullah ibn Sa’d über Ägypten, der eine Expedition nach Nordafrika führte und große Teile davon einnehmen konnte. Im 28. Jahr nach der Hidschra erweiterte ‘Uthman die Moschee des Propheten. Während seiner Khilafa wuchs das Einflussgebiet des Islam um ein vielfaches (Nordafrika, Persien, Khurasan und Transoxanien), sodass sich die Muslime erstmals einer großen Menge an Wohlstand gegenüber sahen. Im 32. Jahr nach der Hidschra starb Al-’Abbas, der mütterliche Onkel des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, und ebenso die großen Gefährten ‘Abd Ar-Rahman ibn ‘Auf und ‘Abdullah ibn Mas’ud, einer der Rezitatoren des Qur’an und ein Mann großen Wissens.

Zeit der Unruhe Az-Zuhri sagte: „‘Uthman hielt die Khilafa für zwölf Jahre inne. Sechs Jahre herrschte er, ohne dass ihn die Leute überhaupt kritisierten. Die Quraisch zogen ihn ‘Umar vor, weil dieser ihnen gegenüber harsch war. ‘Uthman band sie enger an sich. In den letzten sechs Jahren ernannte er Verwandte und Teile seiner Familie in Ämter. Dies war die Deutung des Verses ‘und mache enge Bindungen [mit der Familie]’, wie Allah es befohlen hat. Er bemerkte dazu: ‘Abu Bakr und ‘Umar gaben auf und verließen, was ihnen [rechtmäßig] zustand. Ich habe es genommen und unter meiner Familie aufgeteilt’, wofür ihn die Leute kritisierten und zurechtwiesen.“ Az-Zuhri erzählte, wie er Sa’id ibn Al-Musaijab befragte: „Kannst du mir etwas über die Ermordung von ‘Uthman sagen? Was ging in den Leuten und was ging in ihm vor? Und warum gelang es den Gefährten des Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, nicht, ihm zu helfen?“ Ibn Al-Musaijab entgegnete ihm: „‘Uthman wurde ungerechtfertigt getötet. Wer immer ihn getötet hat, hat falsch gehandelt und wer ihm nicht helfen konnte, den trifft keine Schuld.“ Az-Zuhri fragte ihn, warum dies so sei, und Ibn Al-Musaijab sagte ihm: „Als ‘Uthman ernannt wurde, gefiel dies einer Gruppe der Gefährten nicht, da ‘Uthman seine Familie liebte. (...) Er ernannte Leute der Banu ‘Umaija [sein Stamm], die nicht den Propheten, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, gesehen hatten. Seine Amire trafen Entscheidungen, die von den Gefährten abgelehnt wurden. ‘Uthman bat um einen Vertrauensvorschuss für sie. (...) Die Leute von Ägypten kamen zu ihm, um sich über Ibn Abi Sarh [den dortigen Amir] zu beschweren, also schrieb er diesem einen Brief, in dem er ihn zur Ordnung rief, aber Ibn Abi Sarh weigerte sich, den Befehl ‘Uthmans anzuerkennen. (...) Siebenhundert verließen Ägypten und kamen in die Moschee von Medina. Sie beschwerten sich zu den Gebetszeiten bei den Gefährten. Talha ibn ‘Ubaidullah wandte sich mit scharfen Worten an ‘Uthman, gleiches galt für ‘Ali ibn Talib, der ihm riet, einen neuen Amir in Ägypten einzusetzen. ‘Uthman wies die Ägypter an, einen Mann auszuwählen, den er an Stelle von Ibn Abi Sarh ernennen könnte. Die Leute einigten sich auf Muhammad ibn Abi Bakr und machten sich auf den Rückweg. Einige der Muhadschirun und der Ansar begleiteten sie, um zu sehen, was der Sachverhalt der Auseinandersetzung war. Auf ihrem Weg überholte sie ein Schwarzer, der sein Kamel derart peitschte, als ob er verfolgt wurde. Sie fragten ihn, was ihn zu solcher Eile angetrieben habe. Er antwortete ihnen: ‘Ich bin der Sklave des Amir Al-Muminin [‘Uthman ibn ‘Affan] und er sandte mich zum Amir von ‘Ägypten.’ Muhammad ibn Abi Bakr sammelte die Muhadschirun und die Ansar um sich, und nach einigem Hin und Her [die Überlieferung ist an dieser Stelle sehr ausführlich] fanden sie im Gepäck des Sklaven einen angeblichen Brief von ‘Uthman an Ibn Abi Sarh. Darin fand sich: ‘Wenn Muhammad sowie dieser und jener zu dir kommen, dann finde einen Weg, ihn zu töten, und erkläre, dass ein Brief [der Ernennung von ‘Uthman] falsch sei (...).’ Als sie den Brief lasen, waren sie erschrocken. Sie besannen sich wieder, versiegelten den Brief neu und kehrten nach Medina zurück. Dann versammelten sie Talha, Az-Zubair, ‘Ali, Sa’d und jeden Gefährten des Propheten, der anwesend war. Dann brachen sie in deren Anwesenheit das erneuerte Siegel des Briefes und erzählten die Begebenheit mit dem Sklaven. Die Gefährten des Propheten erhoben sich und begaben sich in ihre Häuser. Es gab niemanden, der nicht verwirrt war. Die Leute belagerten ‘Uthman ibn ‘Affan im Jahre 35 nach der Hidschra, und Muhammad ibn Abi Bakr stachelte die Bani Taim und andere gegen ihn auf. Als ‘Ali dies sah, schickte er nach Talha, Az-Zubair, Sa’d, Ammar und anderen Gefährten, die bei Badr anwesend waren. Dann ging er mit dem Brief, dem Kamel und dem Sklaven zu ‘Uthman und fragte ihn, ob ihm der Sklave und das Kamel gehörten. ‘Uthman bejahte beides. Schließlich fragte er ihn: ‘Hast du diesen Brief geschrieben.’ ‘Uthman verneinte dies und beschwor dies mit einem Eid: ‘Bei Allah, weder habe ich diesen Brief geschrieben, noch eine Anweisung dazu gegeben. Ich wusste von nichts.’ (...) Sie erkannten die Handschrift als die von Marwan und verlangten von ‘Uthman, ihnen Marwan auszuhändigen. Sie verließen das Haus im Ärger und waren sich in dieser Angelegenheit im Unklaren. Sie wussten, dass ‘Uthman niemals einen Meineid schwören konnte, aber einige Leute sagten: ‘Er kann niemals frei von Schuld sein, bis er uns nicht Marwan aushändigt, um diesen zu befragen, damit wir die Sache mit dem Brief klären können, und wie er die Ermordung eines der Gefährten von Muhammad ohne Grund befehlen konnte. Sollte ‘Uthman ihn geschrieben haben, werden wir ihn absetzen. Wenn ihn Marwan geschrieben hatte mit der Absicht, ihn als ‘Uthmans Brief erscheinen zu lassen, dann müssen wir uns ernsthaft damit beschäftigen, was mit Marwan geschehen soll.’“

Quelle: http://www.islamische-zeitung.de
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