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Hochhäuser












Stellt euch vor, ihr sitzt in einem Raum von Menschen und alle diese Menschen hängen ihren eigenen Gedanken nach. Was geschieht? Nun, es bauen sich viele "Hochhäuser" auf. Die einzelnen Hochhäuser sind die "eindimensionalen Gebäudekonstruktionen" der Menschen. Diese einzelnen Hochhäuser stehen auch einzeln.

Und so sitzen sich die Menschen "getrennt" gegenüber. Doch plötzlich geschieht etwas, was dieses Getrenntsitzen aufhebt. Ein Mensch lächelt einem anderen zu und dieser lächelt zurück. Ein Gefühl von "Wahrgenommenwerden" auf der Gefühlsebene setzt ein. Erstmals betrachten diese beiden Menschen sich wirklich, nehmen sich wirklich wahr. Und eine Beziehung zwischen diesen beiden Menschen nimmt ihren Anfang. Nein, nicht in ihren Gedankenhochhäusern, sondern auf der Straße dazwischen.

Wer die Liebe wirklich kennen lernen will, der muss sein Haus verlassen. Wir denken, dass ihr diese Aussage nun versteht. Sein Haus zu verlassen erfordert jedoch Mut, denn bisher bot dieses Haus Schutz und die Straße zwischen den Häusern birgt Gefahren.

Ihr alle wisst diese Gefahren aufzuzählen und ihr zählt sie jeden Tag mehrmals auf.

Ihr glaubt, dass ihr für euch selbst sorgen müsst, damit jemand für euch sorgt und vergesst: "Einer sorgt für uns alle!"

Ihr glaubt, dass ihr für euch Leistung bringen müsst, dass ihr es zu Etwas bringen müsst, damit ihr bestehen könnt.

Ihr glaubt, dass euch keiner versteht; dass, so wie ihr seid, man euch nicht verstehen kann!

Ihr glaubt, dass die Welt so ist, wie ihr sie wahrnehmt und seid dann erstaunt, wenn ein anderer Mensch sie anders wahrnimmt.

Ihr baut Mauern und nennt sie Sicherheit, Dogma, Lehrsatz usw. Ihr glaubt daran, dass dies der wahre Weg wäre, das Leben zu meistern.

Ihr glaubt. Dies tut ihr doch, oder?

Euer Denken besteht in hohem Maße aus solchen "Glaubenssätzen" und die, die für eure Welt besonders Gewicht haben, nennt ihr "wissenschaftliche Erkenntnisse".

Nun, die Liebe kennt diese Glaubenssätze alle nicht. Die Liebe sucht nicht nach Sicherheit - sie begibt sich außerhalb aller Sicherheitssysteme auf Wanderschaft - von Mensch zu Mensch.

Sie weiß, dass die äußeren Wirklichkeiten nicht ihre Welt sind und so bewegt sie sich auch nicht in ihnen; sie nimmt sie wahr, durchdringt sie sogar, doch macht sich diese nicht zu Eigen.

Diese Liebe lässt sich nicht in "Lehrsätze" zwängen; sie nimmt Dogmen nicht ernst. Sie glaubt auch den wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht.

Die Liebe ist einfach da - eine Kraft, die alles zerstören kann, was als sicher gilt und die alles verändern kann, was bisher als fest angesehen wurde.

Die Liebe lässt sich nicht wiegen und wiegt doch schwerer als alles Erz dieser Erde, ja, sogar schwerer als diese Erde selbst; denn sie überdauert diese Erde; sie ist EWIG.

Wenn du - Mensch - also diese Liebe kennen lernen willst, dann musst du in ihre "Welt" gehen und deine Welt verlassen. Dann musst du ausziehen aus deinem "Gedankenhochhaus"; musst hinausgehen auf die Straße und dich dort den "Begegnungen mit der Liebe" aussetzen.

Schutzlos - außer geschützt durch die Liebe selbst.

Sagte nicht unser Herr und Meister zu denen, die er aussandte: "Nehmt nichts mit, was euch die Reise beschwert. Nur das Lebensnotwendige."

Wie geht ihr denn hinaus in die Welt? Habt ihr nur das "Lebensnotwendige" dabei oder schleppt ihr einen ganzen Hausrat mit euch herum?

Der, der seinen ganzen Hausrat mit sich trägt, der wird besorgt sein, dass er nichts verliert. Er wird so sehr mit der Sicherheit seines Hausrates beschäftigt sein, dass er ganz übersieht, dass soeben die Liebe an ihm vorübergegangen ist.

Die Liebe hat ihm zugewunken, hat ihn angelächelt, hat versucht mit ihm in eine Beziehung einzutreten, aber der Mensch war so sehr mit seinem Hausrat beschäftigt, dass er dies alles übersehen hat.

Dort wo dein Herz ist - dort bist du.

Ja, solange dein Herz also an deinem "menschlichen Hausrat" hängt, bist du gebunden dadurch. Du kennst ihn nicht, diesen menschlichen Hausrat? Nun, wir haben ihn dir aufgezählt und wir wollen ihn dir nochmals aufzählen:

Deine Sicherheit in allen Lebensfragen.

Deine Sicherheit in allen religiösen Fragen.

Deine Sicherheit vor allen Dingen, die über deinen Verstand hinauszugehen scheinen.

Ja, so viele von euch haben sich in "spirituellen Hochhäusern" eingerichtet und sehen vom höchsten Stockwerk auf die Straße. Siehst du, sagen sie zu sich selbst, da gibt es doch glatt Menschen, die sich auf der Straße aufhalten. Diese haben kein Zuhause. Sie haben nicht so ein schönes Haus wie ich.

Doch wahrlich: "Die, die auf den Straßen wandern, sind frei. Die, die in den Hochhäusern leben - unfrei. So sage uns: "Zu welchen Menschen willst du gehören?"

Wenn du liebst, Mensch, dann bist du frei. Doch du musst wissen, dass Liebe keine Sicherheit kennt. Ja, der, der so sehr liebt, dass er alle Sicherheit vergisst, der ist auf dem Weg die größte Sicherheit zu erringen, die es gibt: "Die Sicherheit der Liebe".

Als unser Herr und Meister über diese Erde ging, da baute ER sich kein Haus. Warum auch, ER war doch Gast hier auf dieser Erde und zu Hause in allen Häusern, die IHN aufnehmen wollten; die anderen mied ER. ER wusste, wo ER wohnen konnte, ohne dass ER Besitz anmeldete.

ER, der doch der Schöpfer aller Himmeln und aller Erden ist, wollte keinen Besitz. Habt ihr euch schon einmal überlegt, warum ER dies nicht wollte?

Besitz bindet, werden jetzt viele denken. Richtig, antworten wir!

Besitz verpflichtet - richtig.

Doch wie soll Jemand, dem alles gehört, etwas Einzelnes besitzen wollen? Er müsste doch so vieles aufgeben, was ihm gehört, damit er etwas besitzen kann, was ihm doch sowieso gehört.
Gruß Heinz
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum III