Maria: Das Magnifikat


Ihr lieben,

Nachdem der Engel Gabriel Maria erschienen war und sie schwanger war mit Jesus, besuchte sie Elisabeth, die schwanger war mit Johannes dem Täufer.
Aus dieser Begegnung hat der Evangelist Worte Marias festgehalten, die, wie ich von meinem Blatt Königin Helga Maria lernen durfte, das Magnifikat genannt werden.
Um es richtig zu würdigen, muß man sich die Zeit vorstellen, in der Maria gelebt hatte, die damaligen Umstände allgemein, und in dieser Zeit erschien ihr der Engel Gabriel. Die Worte, die Gabriel an sie richtete, waren ihr sehr unmißverständlich und sie leitete daraus ihre eigene Herrlichkeit ab, die Gott ihr verliehen hatte. Man kann die Freude und die Begeisterung spüren, die Verzückung in Maria, als sie folgendes sprach:

Zitat:
Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn,
und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes;
denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an
werden mich seligpreisen alle Kindeskinder.
Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen
Name heilig ist.
Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei
denen, die ihn fürchten.
Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in
ihres Herzens Sinn.
Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen.
Die Hungrigen füllt er mit Gütern und läßt die Reichen leer ausgehen.
(Johannes-Evangelium)


Wenn wir nun heute, 2000 Jahre später, zurückblicken, durch die Jahrhunderte, und die Entwicklung betrachten, so sehen wir, die Maria damals die Tragweite dessen voll erfaßte, womit sie von Gott gesegnet worden war.
Und dies, ist das wahrhaft schöne, das wahrhaft bewegende daran.

Damals galten die Frauen wahrlich nicht viel, aber sie wußte, daß alle Völker und Geschlechter der Erde sie dereinst selig preisen würden, und sie freute sich darüber, und diese Freude ist das Wesen der Dankbarkeit.

Auch hatte sie genau erkannt, warum Gott ein Auge auf sie geworfen hatte,
Zitat:
"die Niedrigkeit Seiner Magd hat er angesehen"
sind ihre Worte.
Der Evangeliste macht auch deutlich, daß der etwa 3 Monate währende Besuch der Maria bei Elisabeth sehr glücklich war, und beide Frauen sich des Segens, den sie empfangen hatten, voll bewußt waren.

Wir haben es hier mit einer Seelenprinzessin von unfaßbarer, unvorstellbarer Herrlichkeit zu tun. In Südamerika beten alle zu Maria, und es sind nicht nur Worte. Ich habe Studenten gesehen, die um Hilfe baten bei ihren Examen, und versprachen Maria, daß sie dann zum Zeichen der Dankbarkeit auf Knien den die Stadt überragenden Berg hinaufgehen würden, und sie haben es dann tatsächlich getan.

Gott selbst hat Maria erwähnt und gesegnet, und so können wir in vollkommener Sicherheit unsere Liebe ihr entgegenbringen, sie ist allem, was wir darbringen können, würdig.

Nun ist es so, daß wir am Tage der Einheit der Menschheit leben dürfen, am Tage der Herrlichkeit Gottes. Die Höhen, die der sterbliche Mensch an diesem Tage erlangen kann, sind dergestalt, daß Bahá'u'lláh sagt, daß die Großen der vergangenen Tage sich danach sehen, auch nur einen einzigen Tag in der heutigen Zeit auf die Erde zurückzukönnen, um an der Herrlichkeit dieses Tages teilzuhaben.

Zitat:
"Laßt das Licht Seiner Herrlichkeit auf euch leuchten und gehört nicht zu den Nachlässigen",
mahnt uns Bahá'u'lláh.

Liebe Freunde, welches Magnifikat, sollen wir sprechen? Wer sind wir, Menschen, die ihr Leben lang brav zur Arbeit gehen, uns abends müde hinlegen, im Sinne von "der Tag folgt der Nacht und die Nacht folgt dem Tage"?

Ich denke, es würde uns guttun, in jeder Hinsicht, Maria die Füße zu küssen und nach unserem Magnifikat zu suchen, denn Gott hat es in jedem einzelnen verwahrt. Diese Herrlichkeit muß aufgenommen werden in den Herzen. Das ist unsere Aufgabe. Und die daraus entstehende Freude ist Dankbarkeit. Und Gott liebt Dankbarkeit.

Vergleichen wir einmal Worte wie diese, von Abdu'l-Bahá mit der Antwort Marias:

Zitat:
Es ist an der Zeit, daß ihr aus Dankbarkeit für diese Gnadengabe Tag für Tag an Glauben und Standhaftigkeit wachset. Ihr solltet dem Herrn, eurem Gott, immer näher kommen und in solchem Maße angezogen und entflammt werden, daß eure heiligen Melodien zum Lobe des Geliebten die Scharen der Höhe erreichen, daß jeder von euch gleich einer Nachtigall in diesem Rosengarten Gottes den Herrn der Heerscharen verherrliche und zum Lehrer werde für alle, die auf Erden wohnen. (Abdu'l-Baha, BRIEFE UND BOTSCHAFTEN)


Es ist der Tag der Herrlichkeit Gottes, der Tag der Magnifikate, in Dankbarkeit gesprochen, Demut bewirkend.


Alles Liebe von Yojo
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)