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Bindungsinstinkt












Der Bindungsinstinkt

Denn die Ursache für das Auseinanderdriften der Welten von Erwachsenen und Kindern ist, so Neufeld, geradezu erschütternd einfach, auch wenn die Auswirkungen komplex und vielschichtig sind: Kinder bringen für das Hineinwachsen in die Welt einen Bindungsinstinkt mit, der sich unzählige Zeitalter hindurch, seit Menschen auf der Erde leben, als nützlich erwiesen hat. In den letzten fünfzig Jahren haben wir jedoch unseren Lebensalltag so radikal verändert, daß dieser uralte Bindungsinstinkt, der die Beziehungen von Kindern zu ihrer Umwelt ordnet, seine Aufgabe nicht mehr erfüllen kann. Die instinktiven Mechanismen wirken sich statt dessen fatal zu unser aller Nachteil aus.
Es lassen sich sechs Bindungsarten ausmachen. Biologisch gesehen sind wir – wie viele Säugetiere – Nesthocker und Traglinge. Das heißt, wir kommen in einem Zustand zur Welt, in dem wir auf die umfassende Versorgung und später Anleitung erwachsener Artgenossen angewiesen sind, um überleben zu können und um zu lernen, wie das Leben funktioniert. Dementsprechend haben sich Mechanismen entwickelt, die dafür sorgen, daß dies auch geschieht.

Bindung durch körperliche Nähe und Zärtlichkeit.

Das Neugeborene braucht, abgesehen von der Versorgung mit Nahrung und Wärme, intensiven Körperkontakt, am liebsten rund um die Uhr. Alleinsein löst bei ihm einen Alarmzustand aus, der seine Entwicklung durch Streßhormone behindert. In der Steinzeit, bei Naturvölkern und in traditionellen Gesellschaften ist das meist kein Problem, wir tun uns heute eher schwer damit, dieses grundlegende Bedürfnis unserer Babys zu erfüllen. Mit ganztägiger Berufstätigkeit beider Eltern außer Haus ist es kaum vereinbar, denn was in Jahrmillionen gewachsen ist, läßt sich nicht einfach abstellen. der Rest des Textes siehe Link.
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