Foren-Übersicht
Impressum | Login | Registrieren | Forum | Suche

Interview mit Islamist Abu Hamza al Masri












Die in London erscheinende arabischsprachige Tageszeitung al-Hayat veröffentlichte kürzlich eine Reihe von Artikeln über die muslimischen Gemeinden in Großbritannien. Dabei ging es u.a. um die politischen und sozialen Probleme, mit denen Muslime nach den Anschlägen vom 11. September konfrontiert sind. Zudem erschienen Artikel, in denen die Haltungen von Vertretern der Gemeinden zu Großbritannien und zum Westen beleuchtet werden. Im Folgenden dokumentieren wir Auszüge aus Interviews, die mit zwei Vertretern radikal-islamistischer Gruppierungen in London geführt wurden. Bei den Interviewten handelt es sich um den aus Ägypten stammenden Scheich Abu Hamza, Imam der Finsbury Park Moschee und Leiter der Ansar Al-Shari'a Organisation sowie den aus Syrien stammenden Scheich Omar Bakri, Gründer und Vorsitzender des islamisch-religiösen Gerichts in London und Leiter der islamischen Al-Muhajirun Organisation.

Interview mit Abu Hamza
[…]
F: "Betrachten Sie sich selbst als britisch?"
Abu Hamza: "Ich betrachte mich insoweit als britisch, als dass ich meine britischen Dokumente benutze, um herumzureisen. Wenn Sie meinen, ob ich mich als britisch sehe, weil ich mit der britischen Politik einverstanden bin, dann ist die Antwort, natürlich, nein. [...] Ich wohne hier und besitze einen Pass. Es ist einen oberflächliche Identität. Die wirkliche Identität liegt im Herzen und im Geiste und diese [Identität] ist es, die einen Menschen antreibt. Diese Identität ist der Islam."
[…]

F: "In Großbritannien werden Sie als Mensch respektiert."
Abu Hamza: "Wer sagt denn, wir würden den Menschen nicht respektieren! Aber müssen wir einen Menschen respektieren, selbst wenn er ein Tier sein will! [...] Es gibt einen Unterschied zwischen einem vernünftigen Menschen und einem, der verrückt oder pervers ist, zwischen einem normalen Menschen und einem kriminellen. […] Müssen wir jemanden respektieren, der mit seiner Brutalität prahlt? Das ist undenkbar. Das ist mit dem islamisch-religiösem Recht und der Vernunft unvereinbar."
[…]
"In der Religion wird der Menschen geschätzt. Gläubige werden besonders geschätzt. Jeder Mensch [...] kann wählen, ob er ein Mensch oder ein Affe sein will. Wenn ein Mensch zum Beispiel Kleidung trägt, wird er respektiert; aber wenn er sie auszieht, sollte er nicht respektiert werden. Ein Ehebrecher sollte nicht respektiert werden. Jeder der kleine Kinder angreift, sollte nicht respektiert werden. Jeder, der versucht, sich in halb männlich, halb weiblich zu verwandeln, sollte nicht respektiert werden. […]"

F: "Was glauben Sie, wie groß das Interesse der islamischen Gemeinschaft in Großbritannien an der geforderten Integration ist?"
Abu Hamza: "Integration, Extremismus, das sind Verallgemeinerungen. Worin integrieren und unter welchen Bedingungen? Extrem worin? Wir können beispielsweise versuchen, mit Extremismus gegen das Böse vorzugehen. [...] Wenn man über Extremismus und Integration spricht, stellt sich die Frage: Wer integriert sich in was und was ist Gegenstand der Integration? Wenn sie meinen, dass sich ein Moslem in die nicht-muslimische Umgebung integriert, wenn es um Dinge geht, die der Islam nicht verbietet, wie Umweltschutz, Verteidigung der Menschenrechte, Korruptionsbekämpfung, Wucher und Ehebruch, dann kann es eine solche Integration geben. Aber wenn wir die Integration im Ganzen nehmen, und wir uns alle integrieren, wird die Tochter des Moslems schwanger zu ihm kommen und er wird sagen: 'Mach dir nichts draus, ich bin integriert.' Seine Frau wird ihn rauswerfen und er wird in seinem Auto schlafen und sie wird ihren Geliebten mit nach Hause bringen."
[…]

F: "Auf dem Gipfeltreffen in Sevilla (in Spanien) forderte Großbritannien strengere Einwanderungsgesetze. Sind sie darüber besorgt?"
Abu Hamza: "Die Wahrheit ist, dass ich die britische Staatsbürgerschaft habe. Es stimmt, sie ist gegenwärtig nutzlos, wo sich alles um Sicherheitsüberlegungen dreht [...]. Ich bleibe dabei, dass die Diskussion über strengere Einwanderungsgesetze nichts weiter ist als leeres Geschwätz. Die europäischen Länder wollen bestimmte Immigranten auswählen, da sie diese Einwanderer brauchen. Die Einwanderungsgesetze interessieren mich nicht. Ich bin seit 1985 ein britischer Ingenieur und ich bin Mitglied der [britischen] Ingenieursvereinigung"
[...]
"Es werden britische Staatsbürger in Guantanamo gefoltert und niemand rührt einen Finger. […] Wenn die Stunde der Sicherheit kommt, dann bleibt der Ausländer ein Ausländer, wo immer er auch sein mag. Man kann tief verwurzelten Rassismus nicht bekämpfen. Er wäre Schwachsinn zu glauben, dass diese Länder jemals das Niveau des Islam erreichen könnten. Sie brauchen viel mehr Zeit, um den Islam überhaupt verstehen zu können. Die einzige Lösung ihren Rassismus zu stoppen ist, sie dazu aufzurufen dem Islam beizutreten, so dass sie feststellen, was für eine Zivilisation sie verpassen."
[…]

F: "Denken sie über die Möglichkeit nach, Großbritannien zu verlassen?"
Abu Hamza: "Ich hatte vor, nach Afghanistan zu gehen und habe mich darauf vorbereitet, aber Allah verfügte anders - in erster Linie dadurch, dass mein Pass von den Behörden konfisziert wurde. Jetzt stehe ich unter Hausarrest. Wenn ich meinen Pass hätte würde ich gehen. Vor dem 11. September hatten wir alle vor, nach Afghanistan auszuwandern - selbst nach den Ereignissen des 11. Septembers. Viele wollten dies. Sie haben nicht erwartet, dass es so kommen würde, vor allem, weil die al-Qaida am Anfang jede Verbindung zum 11. September leugnete. Es wurde deutlich, dass die al-Qaida nichts mit den Anschlägen zu tun hatte. In technischer Hinsicht kann ich beweisen, dass diese Gebäude nicht bloß wegen eines Feuers zusammenfielen. […] Jeder, der diese Gebäude kennt, weiß, dass es nicht die al-Qaida war. Diese Gebäude wurden von innen gesprengt." […]

Interview Scheich Omar Bakri

F: "Ich habe ihre Lesung über Glaubensgrundlagen gehört und es scheint, dass Sie nicht daran interessiert sind, Studenten an die britische Gesellschaft heranzuführen- das bedeutet, dass sie ihnen nicht helfen, britische Moslems zu werden."
Bakri: "In meinem Lehrplan lehne ich die Idee der Integration ab. Wir glauben nicht, dass es erlaubt ist, sich in die Gesellschaften, in denen wir leben, zu integrieren. Ich befürworte es nicht, sich von der Gesellschaft abzusondern, aber ich befürworte auch keine Integration in die Gesellschaft. Ich befürworte, die Interaktion mit der Gesellschaft auf der Grundlage meiner Religion und meines Glaubens, um die Umwelt zu ändern und nicht um durch sie verändert zu werden." […]

F: "Und wohin führt das Exil?"
Bakri. "Das Leben im Exil wird dazu führen, die Situation des Landes, in dem wir leben, genauso zu ändern, wie die Moslems die Lage in Abessinien und Indonesien verändert haben. So Allah will [...] werden wir den Westen in Dar al-Islam [ein Gebiet unter islamischer Herrschaft] verwandeln. Entweder durch ein Eindringen von außen, denn wenn sich ein islamischer Staat erheben sollte und in den Westen einfällt, dann werden wir seine Armee und seine Soldaten im Inneren sein. Oder durch einen ideologischen Angriff, ohne Krieg und Töten."
"Entweder werden wir zu ihnen predigen und sie werden [den Islam] akzeptieren oder wir werden unter ihnen leben und sie werden durch unser Leben beeinflusst und werden den Islam als eine politische Lösung ihrer Probleme, nicht als rein ideologische akzeptieren. Der Islam kann ein spirituelles Prinzip, aber auch ein politisches Prinzip sein. [...] Der Islam bewahrte die Religion der Christen, der Juden und anderer und erklärte, ‚ in der Religion gibt es keinen Zwang'. Gesetze können islamisch-religiös oder vom Menschen geschaffen sein. Sie [der Westen] haben uns vom Menschen geschaffene Gesetze auferlegt. Das islamische Regime wird den Menschen islamisch-religiöse Regeln auferlegen. Der Moslem wird aus Gehorsam nach diesem Gesetz handeln, jeder Nicht-Moslem wird es aufgrund der Gesetzgebung tun. Ich gehorche nicht dem vom Menschen geschaffenen Gesetz. Selbst wenn ich es nicht breche, gehorche ich ihm nicht. Allah sagt: 'Gehorche nicht den Ungläubigen und den Heuchlern.'"

F: "Wie können Sie in einer Gesellschaft leben, in der sie ein Außenseiter sind?"
Bakri: "Der Islam ist eine Religion der Natur. Wenn ein Mann ein Problem hat, greift er auf die Natur zurück. In Amerika gibt es gerade eine Debatte um die Geschlechtertrennung an Universitäten. Warum? Weil es Problem gibt. Es gibt Mädchen, die sehr jung und unehelich schwanger werden. Es gibt keinen Grund, die Geschlechter innerhalb der Universitäten zu mischen. […] So lange sie mit dem Gesetz der Natur vereinbar sind und nicht im Widerspruch mit dem Islam stehen, lebe ich im Grenzbereich der existierenden Gesetze. Einige Länder haben angefangen, über die Strafe von Dieben zu diskutieren. In der ehemaligen UdSSR sagten sie, dass sie die Hand eines Diebes amputieren würden. Das ist das Gesetz der Natur, weil es ein strenges Gesetz ist, welchen den Dieb davon abhält, das Verbrechen zu begehen." […]

F: "Sie werden beschuldigt Verbindungen zu Organisationen zu haben, denen Großbritannien feindselig gegenübersteht und als Feinde betrachtet. Sie predigen ihren Schülern, die Taliban und Osama bin Laden als eine Gruppe anzusehen, die [nach muslimischer Tradition am Tag des Jüngsten Gerichts] gerettet werden wird."
Bakri: "Solange meine Worte nicht in die Tat umgesetzt werden, schaden sie keinem! Hier bestraft einen das Gesetz nicht für Worte, so lange es keinen Beweis dafür gibt, dass man sie in die Tat umgesetzt hat. In solch einem Fall ist man immer noch im Grenzbereich des Gesetzes und sie können einen nicht bestrafen. Wenn sie einen bestrafen wollen, müssen sie Beweise gegen einen vorlegen, sonst stehen ihre Gesetze in einem inneren Widerspruch. Dies würde dem Islam dienen, denn wir könnten behaupten, dass das kapitalistische Lager angesichts des islamischen Lagers versagt hat, die Dinge zu verwirklichen, an die sie glaubt, wie die Meinungsfreiheit."

F: "Das bedeutet, Sie stellen die [westliche] Regime auf die Probe?"
Bakri: "Ja. Wir müssen beweisen, dass das vom Menschen geschaffene Gesetz zerbrechlich ist."

F: "Aber bis heute ist dieses Gesetz nicht in sich zusammengebrochen."
Bakri: " Ich bewege mich im Grenzbereich. Ich gehorche dem westlichen Gesetz nicht, aber ich betrüge ihn [den Westen] nicht. [...] Es gibt einen Pakt zwischen mir und ihnen und den breche ich nicht. Ich habe nie dazu aufgerufen, jemanden in Großbritannien zu töten. Aber sie haben diesen Pakt [zwischen uns] verraten, indem sie meine Brüder in Afghanistan töten; sie haben ihn verraten, indem sie meine Brüder in Syrien und im Irak töteten."

Quelle: http://www.memri.de/uebersetzungen_.....sbritannien_16_08_02.html
Ein wahrhaft aufschlussreiches informatives Interview.
Vom wahrhaftigen Scheich Omar Bakri wie Scheich Abu Hamza wahrhaftig beantwortet.
Sakina für alle.

Ich würde gerne mal eine Diskusion zwischen den vertretern 2er oder 3er meinungen lesen. wiso Islamist?

mfG. gnostik
Islamist = Fundamentalist = allg. kompromissloses Festhalten an (polit., religiösen) Grundsätzen.

In einer Demokratie mit pluralistischen Ansichten nicht gern gesehen.
Da dort versucht wird das die vorhandene Vielfalt gleichberechtigt nebeneinander bestehen kann u. wollen.
Die Fundis wollen das ja bekanntlich nicht.

Aber gut das sie das öffentlich aussprechen. Rechne ich ihnen hoch an.
Hallo,

Zitat:
Er wäre Schwachsinn zu glauben, dass diese Länder jemals das Niveau des Islam erreichen könnten. Sie brauchen viel mehr Zeit, um den Islam überhaupt verstehen zu können. Die einzige Lösung ihren Rassismus zu stoppen ist, sie dazu aufzurufen dem Islam beizutreten, so dass sie feststellen, was für eine Zivilisation sie verpassen."


Bis zu der Stelle bin ich gekommen, den Rest tue ich mir nicht an! So etwas ist eigentlich gar nicht diskussionswürdig!

Ich hoffe doch sehr, das wir nie das Niveau des Islams niemals erreichen! Was für eine Zivilisation man da verpaßt kann man doch in den islamischen Ländern sehen! Nein, danke!

Gruß Heiko
Forum -> Islam


1, 2, 3, 4  Weiter
Ähnliche Themen
Interview mit Christoph Luxenberg
Frauenfeindlicher Abu Hamza
Interview der TAZ - " Die Kakaphonie muss aufhören"
Amr Khaled im Interview mit Islam.de
Abu Hamza (Pierre Vogel) Lukas 19 Vers 27
Interview über Türkei EU Beitritt
Interessantes Interview
Interview mit dem Papst jetzt im ZDF
Pierre Vogel (Abu Hamza)
Albert Einstein sagte 1929 in einem Interview