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Abraham Lincoln












Zum einen, um eine Überlegenheit gegenüber einem anderen zu empfinden, der einen auf den Leim ging. Man fühlt sich dabei gut, wenn der andere als naiv empfunden wird.

Zum andern, um Situationen so zu lenken dass sie für einen selbst von Vorteil sind.

Abraham Lincoln sagte mal: „Kein Mensch hat so ein gutes Gedächtnis, dass er immer lügen kann.“

Eine Geschichte aus Indien, wo ich 5 Jahre verbrachte:

Es war einmal ein Dieb, der sein Leben leid war. Immer, wenn er nicht mehr genug Geld hatte, ging er auf Diebestour. Als eines Tages einem Wandermönch begegnete, frage ihn der Dieb:
„Wie kann ich ein besseres Leben leben?“
„Was sind denn deine Fehler?“
„Nun, ich stehle und lüge.“
„Kannst Du zumindest eines von beiden aufgeben?“
Der Dieb überlegte:
„Wie soll ich das Stehlen aufgeben? Ich hab doch eine Familie. Ich kann nur versuchen, das Lügen aufzugeben.“
„Nein, versuche es nicht, tue es nicht mehr! Und mache Dir dabei niemals Gedanken über die Konsequenzen!“
Der Dieb versprach es.
Noch in der selben Nacht ging er wieder auf Diebestour. Es war eine sommerlich heiße mondlose Nacht. Ideal zu einbrechen: man hinterlässt keine Spuren wie bei der Monsoonzeit und die Hausbesitzer schlafen wegen der Hitze auf den Flachdächern ihrer Häuser. Er sprang über die Mauer des Bürgermeisters, der allerdings noch nicht eingeschlafen war. Der Bürgermeister hatte ein leichtes Geräusch bemerkt, stand aus seinem Bett auf und schaute von Dach herunter. Stockdunkel!
Er rief: „Ist da jemand?“
Zurück kam ein „Ja!“.
„Wer bist du?“
„Ich bin ein Dieb!“
„Was willst du denn hier?“
„Einbrechen!“
Bei sich dachte der Bürgermeister, es kann kein Dieb sein, solche ehrlichen Diebe gibt es nicht. Andererseits, was sollte er hier tun? Der Bürgermeister überlegte sich eine List:
„Ich bin auch ein Dieb. Warte, ich habe da etwas gefunden“ und verschwand im Haus.
Er kam mit einem Schlüssel wieder.
„Das ist ein Tresorschlüssel, suche den Tresor und sage mir, drin ist.“
Nun verschwand der Dieb im Haus. Er kam wieder mit drei Diamanten.
„Der ist für dich, der für mich, den dritten können wir nicht teilen, ich bringe ihn wieder zurück.“
Nochmals verschwand der Dieb kurz im Haus.
„Den Schlüssel nehme ich mit, damit der Diebstahl nicht gleich auffällt.“
Der Bürgermeister hatte nun ein so tiefes Vertrauen in den Dieb gefasst, dass er es unterließ, nach seinen Wachmann zu rufen.
„Bitte gib mir deine Adresse, dann können wir öfters zusammen einbrechen.“
Der Dieb nannte seine Adresse und verschwand im Dunkeln.
Am nächsten Morgen stand die Polizei vor dem Haus des Diebes.
„Wo waren Sie gestern nacht?“
„Einbrechen.“
„Wo sind sie eingebrochen?“
„Beim Bürgermeister.“
„Was haben Sie erbeutet?“
„Einen Diamanten“
„Wo ist der Diamant?“
„Hier, und das ist der Tresorschlüssel“
Die Polizei führte den Dieb gefesselt zum Bürgermeister. Beide sahen nun zum ersten mal ihre Gesichter. Nur der Bürgermeister wusste, dass er den anderen bereits letzte Nacht sah.
Der Bürgermeister bat den Dieb:
“Bitte erzähle mir alles, was sich gestern zutrug“
Dieser Bitte kam der Dieb bis in die kleinsten Details nach.
Der Bürgermeister lies den Dieb entfesseln und schickte die Polizisten fort.
Dann sprach er zu seinen Wachtmann:
„Es gibt jetzt nur noch eine Frage: Ist der eine Diamant wirklich noch im Tresor?“
Der Wachtmann verschwand mit dem Schlüssel, kam mit leeren Händen wieder.
„Nein, Bürgermeister, der Tresor war leer:“
Der Dieb erschrak: „Wirklich, ich legte ihn zurück!“
Der Bürgermeister durchsuchte die Taschen seines Wachtmannes und wurde fündig.
Mit den Worten „Ich brauche deine Dienste hier nicht mehr.“entließ er ihn. Dann wandte er sich an den Dieb:
„Ich habe meinen Wachtmann verlohen und suche einen neuen. Hierzu brauche ich einen ehrlichen Menschen. Du bist der ehrlichste Mensch, den ich kenne. Ja, du bist ein Dieb, aber in deinem Herzen bist du keiner!“
So kam es, dass der Dieb über Nacht einen redlichen Beruf fand.
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