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Streit um den Umgang mit Scientology












Dann eben Sekte, selbst verstehen sie sich aber als Religion.
www.3sat.de/kulturzeit - heute am 15.1.07

Scientology in Berlin
Die Organisation hat in der Hauptstadt ihr größtes deutsches Zentrum eröffnet




Nach London, Brüssel und Madrid nun also auch in Berlin: Seit dem 13. Januar 2007 hat Scientology nun auch ein Zentrum im Stadtteil Charlottenburg eröffnet - das größte bisher in Deutschland. Rund 1500 Scientology-Anhänger kamen zur Eröffnung, so die Polizei. Laut Scientology waren es 5000. Zwar ließ sich Vorzeige-Mitglied Tom Cruise nicht blicken, für Prominenz war aber dennoch gesorgt: Scientology ließ die US-Schauspielerin Anne Archer und den Jazz-Musiker Chick Corea einfliegen. Nur an ein Klavier für Chorea hatte keiner gedacht.

Scientology ist für Kritiker eine profitorientierte Sekte, die Mitglieder durch psychologische Methoden abhängig und manipulierbar macht, eine skrupellose Geldmaschine, die Macht über Menschen gewinnen will. Zuletzt hatte Scientology durch Eröffnung umstrittener Nachhilfe-Schulen für Schlagzeilen gesorgt. Scientology sieht sich selbst als Religionsgemeinschaft. Laut eines Urteils des Bundesarbeitsgerichts ist die Organisation das aber nicht.

Keine ausreichende Aktivität

Im Gegenteil: Scientology wird vom Bundesverfassungsschutz und den meisten Landesämtern für Verfassungsschutz beobachtet: wegen "Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung" - nicht aber vom Berliner Verfassungsschutz. Nach einer Klage Scientologys war dem Landesverfassungsschutz 2003 die Observierung verboten worden. Scientology konnte in Berlin keine ausreichende Aktivität nachgewiesen werden.


Zitat:
Ist die neue Repräsentanz in Berlin nur schlichtes Imponiergehabe einer Organisation, das vom realen Scheitern der Expansionsgelüste ablenken soll? Oder demonstriert Scientology mit dem neuen Zentrum in Berlin Stärke? Symbolisiert das neue Zentrum, dass Scientology in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist? Kann sie nun einfacher Lobbyarbeit betreiben, leichter Einfluss nehmen auf Wirtschaft und Politik? Ist Scientology nun doch wieder ein Fall für den Berliner Landesverfassungsschutz?


Den Bau eines Hauses muß man anmelden. Und die Bauzeit geht auch nicht von heute auf morgen.
Hier stimmt was nicht.
Dornröschen war gestern.
Die Church of Scientology hat große Ziele, wie ja fast alle spirituellen Gruppen meinen, dass sie sich über die ganze Welt ausbreiten sollten. Die CoS gibt sich allerdings wirklich Mühe damit.

Aber: 9 von 10 Leuten, die zur Scientology kommen, sind nach einem Jahr wieder draußen. Sie haben einen oder zwei Kurse gemacht, ein paar Bücher gekauft und vielleicht ein paar positive persönliche Entwicklungsschritte genossen und ein paar hundert oder tausend Euro ausgegeben, je nach Einkommen. Nur wenige schaffen es überhaupt, an die wirklich teuren Sachen heranzukommen (OT-Levels und dergleichen).

Medien, Politiker und Frau Caberta ergehen sich da mit großer Lust in Panikmache, was bei der CoS auch wirklich einfach ist, denn da passieren doch immer wieder so unerfreuliche Sachen, die sich bestens ausschlachten lassen.

Kaum einer hat sich jemals gefragt, worin die eigentliche Scientology denn nun besteht. Und wie es nur möglich ist, dass so viele Leute sich einfangen lassen und einen Haufen Geld dafür ausgeben.

Die Antwort liegt darin, dass die Scientology tatsächlich einiges zu bieten hat. Sie stellt an ihre Anhänger außerdem nicht unerhebliche intellektuelle Anforderungen. Es sind nicht die Dümmsten, die sich in der Scientology einfinden, wenn auch vielleicht nicht unbedingt die Klügsten.

Ich war selber mal ein eifriger Scientologe und möchte diese Phase meines Lebens nicht missen. Aber vor 25 Jahren bin ich ausgestiegen, weil da doch eine sehr große Kluft zwischen den behaupteten edlen Zielen der Scientology und der unedlen Scientology-Realität klaffte. 1983 war eine Zeit, in der die Scientology-Kirche wieder einmal durch eine Hexenjagd-Phase ging. Links und rechts rollten die Köpfe, es herrschte ein Machtkampf um die Scientology-Führung, denn Hubbard war zu diesem Zeitpunkt offenbar schon nicht mehr zurechnungsfähig. David Mistkäfer war am skrupellosesten und konnte die Macht an sich reißen. Inzwischen haben sich die Wogen geglättet, und wie mir ein alter Bekannter berichtet, der immer noch Mitarbeiter in einer Scientology-Organisation ist, läuft jetzt alles in ruhigen, milden, gemäßigten Bahnen. Meine gute alte Mutter, die auch schon seit Jahrzehnten nichts mehr mit der Scientology zu tun hat, wird immer noch fast täglich mit Scientology-Pamphleten überschüttet. Und wie schon vor 30 Jahren sieht man in diesen Schriften nur fröhliche, optimistische Gesichter, und ein Scientology-Erfolg jagt den anderen.

Immerhin, ich hatte die Scientology damals wohl nötig. Zehn Jahre nach meinem Ausstieg las ich in einem Compuserve-Forum einen beißenden, ätzenden, fast schon bösartigen Artikel über Scientology, aus dem aber zu ersehen war, dass der Verfasser zwar Gift im Leib, aber wenig Ahnung von der Scientology hatte. Dieser Artikel ist inzwischen in deutscher Übersetzung zu finden unter http://www.religio.de/therapie/sc/scient1.html#14

Er ist eine verschärftes Kondensat der schlimmsten Medienberichte Mitte der 80er Jahre. Ich schrieb darauf einen Beitrag über die Lehren und Techniken von Dianetik und Scientology, allerdings nur auf Englisch.

Wen's interessiert, der findet den Artikel unter http://home.debitel.net/user/hphilipps/vorlagen/sciot+p.html

Was ich da 1996 über die Scientology schreibe, gilt auch heute noch, nur meine eigene Ansicht über einige spirituelle Aspekte der Scientology mag sich inzwischen ein wenig geändert haben.

Wie schon andere auf diesem Strang bemerkt haben, muss man sich vor der Scientology nicht fürchten. Sie wird immer eine relativ kleine Gruppe bleiben, wenn auch der Ehrgeiz groß und die Mittel nicht immer ganz sauber sind. Ich möchte aber nicht vergessen zu erwähnen, dass ein bedeutender ehemaliger französischer Scientologe behauptet, die Scientologie werde inzwischen vom CIA kontrolliert . Das würde erklären, warum es in den USA inzwischen ziemlich still um Scientology-Skandale geworden ist.
http://www.geistigenahrung.org/ftopic28487.html

Wie ich heute sehe, hat Scientology seine Seiten vermehrt ins Internet gestellt und alle Kritiken aufgenommen und sie in für sie positiveres Licht gesetzt.

Nur mal als Beispiel:

http://religo.ch/2007/02/05/jennife.....-uber-scientology-kritik/

Jennifer Lopez über Scientology Kritik
Verfasst von religo am 5. Februar 2007

„Mein Dad ist seit 20 Jahren bei Scientology. Es ist komisch, dass alle Leute es so negativ darstellen. Ich bin katholisch, aber ich find’s trotzdem traurig, dass es so ist“, erklärte Lopez darauf angesprochen wie sie über Scientology denkt. Jennifer Lopez ist eng mit der Scientologin Leah Rimini und Tom Cruise wie auch Katie Holmes befreundet. Offensichtlich sind die Medien nicht in der Lage zu verstehen dass Scientologen auch mit Nichtscientologen Freundschafts- und Familienbeziehungen haben. Für die Medienfritzen wo es nur Kritiker oder Scientology Mitglieder geben darf, ist diese Äusserung von Lopez natürlich schwer verdaulich. Bin gespannt was die Medien damit machen. Ich tippe auf Folgendes: entweder wird Jennifer Lopez in Zukunft betreffend Scientology einfach ignoriert oder sie wird ins Lager der “Symphatisanten” gesteckt und mit allerlei Storys unglaubwürdig gemacht.

Nachdem die Kritiker massiv angegangen wurden und nachdem man google gezwungen hat, Seiten zu entfernen, setzt man nur positive Seiten für Scientology ein.

Vielleicht muß jeder damit selbst seine Erfahrungen machen. Gefährlich wird es nur, wenn Hubbard`s Gedanken und Ideen in der Wirtschaft umgesetzt werden,denn dann hat der einfache Mensch, der Arbeit sucht, und sich dem System,bzw. dem Arbeitgeber, der Scientologe ist, einen Unterdrücker stärkster Sorte, dann merkt er, daß es für ihn nicht einfacher wird.

Zitat:

Die Tatsache, daß die Scientology-Organisation überwiegend wirtschaftliche Ziele verfolgt, bedeutet,
daß sie sich hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten wie jede andere Organisation behandeln lassen
muß, die am Wirtschaftsverkehr teilnimmt.


Zitat:
7
die in nachhaltigem Widerspruch zu dem in der Satzung niedergelegten „Scientologischen
Glaubensbekenntnis“ und den „Kernaussagen“ stünden. Als für Betroffene gesundheitsgefährdend
wertet das Bundesarbeitsgericht die Tatsache, daß Scientology gemäß interner Weisungen seine
Mitarbeiter ständig zu neuen Höchstleistungen antreiben will. Daneben weist das Gericht auf totalitäre
Tendenzen hin, welche sich sowohl in den schriftlichen Anweisungen Hubbards als auch in den
Praktiken der Organisation zeigten.

Zitat:

Aus einer Vielzahl von Anweisungen Hubbards, dem Gründer von Scientology, wird jedoch deutlich,
daß im Mittelpunkt des scientologischen Denkens stets die Gewinnerzielung und nicht religiöses Gedankengut
steht. Das unbedingte Streben nach Gewinn dokumentiert sich in der Anweisung: „Make
money - make more money - make other people produce so as to make money.“1


Quelle:
http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSF.....entology,property=pdf.pdf

aus:
http://www.google.de/search?hl=de&a.....che&meta=lr%3Dlang_de

Mancher Trainer will unterwandern, nicht unterweisen



Zitat:

Auf dem Weg zu wirtschaftlicher Macht drängt Scientology in den Mittelstand. Checklisten helfen, Personalberater und Trainer als Agitatoren zu entlarven. Kenner der Szene warnen jedoch davor, über Scientology ähnliche, nicht weniger gefährliche Organisationen zu vergessen.


http://www.goldner-gegen-scientolog.....rnalisten:Handelsblatt_95
Zitat:

Seit einigen Jahren tritt eine Organisation in das Blickfeld der
Öffentlichkeit, die mit raffiniert aufgebauten Managementkursen,
Personalberatungen, Immobilienvermittlungen, Softwarebetrieb etc.
Unternehmen jeder Größenordnung zu unterwandern sucht:
"Scientology Church". Scientology hat es geschafft, weltweit Millionen von
Menschen in ihren Bann zu ziehen und mit ihnen eine schlagfertige
Organisation aufzubauen, die zunehmend Einfluss auf die Wirtschaft nimmt.
Scientologen haben den Auftrag, das Unternehmen, bei dem sie arbeiten,
unter die Kontrolle der Organisation zu bringen. Bei vielen deutschen
Großunternehmen ist Scientology deshalb mittlerweile Vorstandsthema.


http://www.ta7.de/txt/mystik/myst0017.htm
http://www.google.de/search?hl=de&a.....che&meta=lr%3Dlang_de


Fragt sich nun, ob ungefährlich oder gefährlich ?
Meine Kenntnis der scientologischen Management-Vorstellungen legt mir nahe, dass es für Leute, die sich gern irgendwie durchwurschteln statt brauchbare Leistung zu erbringen, es in einem Unternehmen mit scientologisch inspiriertem Management nicht gemütlich finden würden. Es herrscht in solchen Unternehmen ein Klima des Optimismus und der Kooperation, und wenn eine schöne Leistung erbracht wurde, wird das auch gewürdigt und belohnt. Das Gegenteil ist allerdings ebenfalls der Fall. Generell bemüht man sich aber, jeden Mitarbeiter voranzubringen. Es hängt, wie so oft, vom Management ab, wieweit diese Dinge übertrieben werden. Und dann haben wir in Deutschland immerhin auch noch das Arbeitsrecht, den garantierten Urlaub etc. Amerikanische Auswüchse sind vorerst nicht zu befürchten, obwohl diese Tendenz im Zuge der Globalisierung nicht zu verkennen ist. Aber das gilt allgemein, und nicht nur für Scientology-inspirierte Unternehmen. Es kommt aber -- wie ich höre -- vor, dass scientologische Manager ihre Belegschaft allzu eifrig in die nächste Scientology-Niederlassung schicken wollen und in dieser Richtung Druck ausüben. Da würde ich dann doch etwas kiebig werden.

Richtig gefährlich ist es aber wohl kaum.
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